Weil die beliebten Kneipen im Nürnberger Burgviertel wie alle Bars in Bayern in der Corona-Krise schließen mussten, haben David Häuser und Muamet Abdiji von der "USG6-Bar" mit Michael Weghorn vom "Downtown" einen Pop-up-Biergarten im Nürnberger Burggraben eröffnet.

Trotz der kürzlich angekündigten Lockerungen für Schankwirtschaften denkt Häuser mit seinen Kompagnons ganz aktuell über eine Verlängerung des Biergartens über den Sommer hinaus bis in den Herbst hinein nach. "Mit Abständen und ohne laute Musik – das funktioniert vielleicht im Restaurant aber nicht in einer Bar. Dort gehört der Austausch unter den Gästen einfach zur DNA", zeigt sich David Häuser wenig euphorisch. 

Unter Auflagen dürfen Kneipen ab dem 19. September nach der monatelangen Zwangspause wieder öffnen, hat das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in dieser Woche beschlossen. Für die Bars sollen ab dem übernächsten Wochenende dieselben "Corona-Spielregeln" wie für Speisegaststätten gelten.

Nürnberger Wirte sind sich einig: Corona-Regeln können in Bars nur schlecht funktionieren

"Begeistert bin ich nicht. Ich weiß nicht, wie die Restaurant-Auflagen in einer Bar funktionieren sollen", sagt Häuser. In seiner "USG6-Bar" würden sich beispielsweise viele Gäste zu romantischen Rendezvous verabreden. Viele Besucher würden auch kommen, um durch die „Magie der Nacht“ vielleicht neue Bekanntschaften am Tresen machen zu können. So manche Liebe habe in seiner Bar ihren Ausgang genommen, erzählt er und lacht.

Viele Bar-Besitzer würden sich wohl schon aus wirtschaftlichen Gründen zweimal überlegen, ob sie ihre Kneipen unter diesen Auflagen und Bestimmungen ab dem 19. September tatsächlich wieder aufmachen wollen.

Die Grenze zum Club und Disco sei im Nachtleben mittlerweile sowieso fließend.  Letztere stuft Ministerpräsident Söder aktuell explizit noch als „Infektionsbomben“ ein.  Daher müssten Clubs und Discos laut Söder bis auf Weiteres leider geschlossen bleiben. 

So sieht der Pop-up-Biergarten im Nürnberger Burggraben aus. Foto: Nikolas Pelke

Pop-up-Biergarten kommt sehr gut bei Gästen an

Um sich wirtschaftlich über Wasser halten zu können, haben David Häuser und Muamet Abdiji von der "USG6-Bar" gemeinsam mit Michael Weghorn vom "Downtown" einen Pop-up-Biergarten im Nürnberger Burggraben eröffnet. "Wir freuen uns riesig über den großen Anklang. Alle Besucher sagen: coole Idee und geile Location", freut sich Häuser.

"Wir sind der Stadt Nürnberg super dankbar, dass wir den Biergarten im Burggraben so schnell aus dem Boden stampfen konnten." Weil die Idee bei den Gästen so gut ankommt und die Bars im Schatten der Burg mit den neuen Regeln wohl nicht wirtschaftlich betrieben werden können, arbeitet Häuser mit seinen Kollegen aktuell daran, den Biergarten in die Verlängerung zu schicken auch noch im Herbst zu öffnen.

„Der Biergarten läuft super. Das ist alles entspannter unter freiem Himmel als mit vielen Regeln in einer kleinen Bar“, ist sich Häuser sicher. Dummerweise sei der Biergarten-Betrieb nicht ganz billig. Die komplette Infrastruktur von Toiletten über Strom bis zum Wasseranschluss müsse schließlich bezahlt werden. Auch der intensive Personaleinsatz sei nicht zu unterschätzen. Aufgrund der Corona-Pandemie müssten im Biergarten zudem penible Gästelisten geführt und Bänke und Tische regelmäßig desinfiziert werden.

„Es ist viel Arbeit. Aber es macht einfach Spaß. Und vielleicht haben wir ja richtig Glück mit dem Wetter in dem Herbst.“ Ansonsten müssten sich die Gäste eben mit dicken Jacken für das Ausgehvergnügen in Corona-Zeiten im wahrsten Sinne des Wortes warm anziehen.