Einsatzkräfte der Nürnberger Polizei konnten Mittwochnacht eine sich offenbar anbahnende Massenschlägerei in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Breslauer Straße im Stadtteil Langwasser durch massive Präsenz unterbinden.

Der Sicherheitsdienst der Gemeinschaftsunterkunft, in der mehr als 700 Asylsuchende untergebracht sind, unterrichtete die Polizeiinspektion Nürnberg-Süd kurz nach Mitternacht, dass sich dort eine Schlägerei zwischen etwa 40 Bewohnern anbahnen könnte. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte standen sich zwei jeweils etwa 80 Mann starke Gruppen unterschiedlicher Nationalität äußerst feindselig gegenüber. Wie die Polizei mitteilt, zeigten sich die teilweise alkoholisierten Personen gegenüber den Einsatzkräften und dem Sicherheitsdienst sehr unkooperativ.

Aufgrund der Lage wurde umgehend Verstärkung angefordert. Es kamen 21 Streifen sowie zwei Diensthundeführer zum Einsatz. Nach längeren - mittels Dolmetscher - geführten Gesprächen des Einsatzleiters konnte die Situation beruhigt werden. Die Personen wurden in kleinen Gruppen wieder in ihre Wohnbereiche zurückgeführt. Ab 2.15 Uhr rückte die Polizei nach und nach ab. Die letzten beiden Streifen verließen den Einsatzort gegen 4.30 Uhr.

Der genaue Hintergrund der Auseinandersetzungen ist noch unklar. Nach bisherigem Erkenntnisstand soll es wohl aufgrund eines Streites wegen eines Handyladekabels zu Solidarisierungseffekten gekommen sein. Im weiteren Verlauf bewarfen sich die einzelnen Gruppen über die Wohnabtrennungen hinweg mit Stühlen und Gegenständen. Es kam zu mehrfachen körperlichen Auseinandersetzungen.

Vom herbeigerufenen Rettungsdienst mussten vier Personen wegen Frakturen und Prellungen versorgt und in Kliniken eingeliefert werden. Aufgrund mangelnder Aussagebereitschaft von Zeugen konnten bislang noch keine Tatverdächtigen identifiziert werden.

In der Unterkunft war es bereits zwei Stunden zuvor wegen einer Körperverletzung zu einer polizeilichen Sachbearbeitung gekommen. Hier wird gegen zwei namentlich bekannte Tatverdächtige ermittelt. Ob diese auch in die späteren Auseinandersetzungen verwickelt waren, bedarf noch einer Klärung. Die weiteren Ermittlungen dazu hat die Polizeiinspektion Nürnberg-Süd übernommen.