• Nürnberg: Klinikum ruft Pandemie-Alarmfall aus und verhängt Besuchsstopp
  • Ausnahmen gibt es unter anderem für Angehörige von Sterbenden und auf Kinderstationen
  • Nicht dringliche Operationen müssen verschoben werden - Klinikum an Belastungsgrenze
  • "Wir ringen um jedes freie Intensivbett" - Großteil der schwer Erkrankten ungeimpft 

Nachdem das Klinikum Nürnberg bereits im Dezember 2020 den Pandemie-Alarmfall ausgerufen hatte, ist es nun erneut so weit: Ab Samstag (27. Dezember 2021) gilt hier sowie in den Krankenhäusern Nürnberger Land ein Besuchsstopp, teilt das Nürnberger Klinikum in einer Ankündigung mit. 

Corona-Pandemie: Klinikum Nürnberg ruft Alarmfall aus - was der Besuchsstopp bedeutet

"Dieser Schritt fällt uns nicht leicht", wird der Vorstandsvorsitzende Prof. Achim Jockwig in der Pressemitteilung zitiert. "Aber wir sehen angesichts massiv steigender Infektionszahlen leider keine andere Möglichkeit." Der ab Samstag geltende Besuchsstopp gilt nicht "für Besuche von Angehörigen, die im Sterben liegen. Weitere Ausnahmen sind: Besuche in der Klinik für Psychiatrie, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie auf den Kinderstationen im Klinikum Nürnberg. Hier gilt: maximal ein Besuch am Tag für maximal eine Stunde."

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Nach wie vor könne ein Elternteil als Begleitperson auf den Stationen der Kinderheilkunde, Kinderchirurgie und Kinder- und Jugendpsychiatrie mit aufgenommen werden. In diesem Fall dürfe zusätzlich eine Person für eine Stunde am Tag zu Besuch kommen. Auf der Neugeborenen-Station gebe es keine Einschränkungen für die Eltern.

Für diese Ausnahmefälle ist laut Klinikum Nürnberg ein Sonderbesuchsschein und ein negativer Test nötig, egal ob bereits geimpft oder genesen. "Ein Antigen-Schnelltest ist 24 Stunden lang gültig, ein PCR-Test ist 48 Stunden lang gültig. Diese Regelung gilt auch für Begleitpersonen von Patientinnen und Patienten. Begleitpersonen dürfen nur in sehr dringenden Fällen mit auf das Krankenhaus-Gelände", heißt es weiter.

"Wir ringen um jedes freie Intensivbett": Zahl der Corona-Patienten steigt weiter

Obwohl die Kapazitäten zur Versorgung von Corona-Patient*innen bereits erhöht worden seien, steige die Zahl der zu versorgenden Corona-Patient*innen kontinuierlich. Mit dem internen Alarmfall hätten "die operativen Einsatzleitungen des Klinikums mehr Spielräume, in den Routinebetrieb einzugreifen", erklärt Prof. Joachim Ficker. Nicht dringliche Operationen und nicht dringliche stationäre Behandlungen würden zunehmend verschoben. Das freigewordene Personal könne dann für Corona-Fälle eingesetzt werden. Dabei sei man bemüht, die Belastungen der Patient*innen und Angestellten bestmöglich einzugrenzen. 

Der Leiter der Abteilung interdisziplinäre Intensivmedizin am Klinikum Nürnberg Süd Prof. Stefan John hält den Alarmfall mit Bedauern für unumgänglich: "Wir ringen schon jetzt um jedes freie Intensivbett. Schließlich haben wir nicht nur Covid-Patientinnen und -Patienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Wir wollen auch für alle anderen Patientinnen und Patienten, die nach einem Unfall, einem Schlaganfall oder zum Beispiel nach einem Herzinfarkt intensivmedizinisch betreut werden müssen, eine bestmögliche Versorgung vorhalten."

Die 7-Tage-Inzidenz in Nürnberg nähert sich zur Zeit des Ausrufs der Marke von 600 Neuinfektionen. Am Freitag (26. November 2021) müssten 29 Menschen intensivmedizinisch versorgt werden. "Ein Großteil dieser schwersterkrankten Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen ist ungeimpft, darunter sind auch junge Männer und Frauen." Das Klinikum Nürnberg appelliert deshalb an die Bevölkerung, die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten und Kontakte bestmöglich zu reduzieren. Außerdem erinnert es an die Bedeutung der Impfungen und Impfauffrischungen.

Die aktuellen 7-Tage-Inzidenzen in Franken findest du hier.

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