• Die Deutsche Bahn hat neun mögliche Standorte für das neue ICE-Werk vorgestellt
  • Auch umstrittene Fläche in Nürnberg-Altenfurt ist dabei
  • Naturschützer wehren sich gegen mögliche Rodung im Bannwald
  • Zwei Standorte nicht in engerer Auswahl - "Naturnaher Großstadtraum darf nicht zerstört werden"

Deutsche Bahn stellt mögliche Standorte für neues ICE-Werk in Franken vor: Die Deutsche Bahn hat am Donnerstag (29.04.2021) neun mögliche Standorte für das geplante ICE-Werk in Franken vorgestellt. Fünf Standorte sind neu hinzugekommen. Unter den untersuchten 70 Möglichkeiten hatte die Bahn Ende Januar zunächst den Rangierbahnhof in Nürnberg, sowie zwei Flächen in Fürth und Baiersdorf genannt. Diese haben es allerdings doch nicht in die engere Auswahl geschafft. Der Fürther Oberbürgermeister zeigt sich erleichtert, während Naturschützer den potenziellen Standort Altenfurt heftig kritisieren. 

Neues ICE-Werk in Franken: Diese neun Standorte kommen infrage

Die Bahn verspricht, das neue ICE-Werk werde "zu den modernsten Europas" gehören. In Franken sollen künftig ICE-Züge gewartet und gereinigt werden. Dafür will die Bahn 400 Millionen Euro investieren, heißt es in einer Pressemitteilung vom Donnerstag. Mit dem neuen Werk würden 450 Arbeitsplätze entstehen, es werde "zu 100 Prozent CO2-neutral" betrieben. "Im neuen Werk in Nürnberg können wir bis zu 25 ICE-Züge pro Tag fit machen", wird der bayerische Konzernbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel zitiert. Dafür kommen laut Bahn neun Standorte infrage. 

  • Allersberg/Pyrbaum
  • Nürnberg-Altenfurt/Fischbach
  • ehemaliges Munitionslager (MUNA) Feucht
  • Feucht (südlich MUNA)
  • Heilsbronn
  • Müncherlbach
  • Raitersach
  • Mimberg
  • Ezelsdorf

Die Standortkandidaten am Rangierbahnhof in Nürnberg, in Baiersdorf und Fürth-Unterfarrnbach sind nach ersten Untersuchungen wieder weggefallen. Der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) begrüßt das in einem schriftlichen Statement: "Burgfarrnbach ist ein ländlich geprägter Vorort mit Stadtwald, Zennwald, Farrnbachtal, Schmalholz und bewirtschafteten Landwirtschaftsflächen. Dieser naturnahe, wichtige Großstadtraum darf nicht zerstört, sondern muss in seiner Grundform bewahrt werden", so Jung. 

Naturschützer kritisieren Standorte in Allersberg, Feucht und Altenfurt

Das Problem an der Suche nach einem Standort für das neue ICE-Werk: Es darf laut Deutscher Bahn maximal 25 Kilometer vom Hauptbahnhof Nürnberg entfernt stehen, braucht eine "Anbindung an eine zweigleisige, elektrifizierte Bahnstrecke" und darf nicht "im Bereich einer signifikanten Siedlung" liegen. Deshalb fürchten Naturschützer, dass dem Projekt ICE-Werk in Franken Natur- und Naherholungsgebiete rund um die Nürnberger City zum Opfer fallen könnten. 

Hier könnte das neue ICE-Werk in Franken entstehen. Mehrere Standorte sind aber stark umstritten.
Deutsche Bahn

"Die bisherige Wunschgröße für das Werk der Deutschen Bahn betrug 46 Hektar, also 460.000 Quadratmeter", erklärt der Geschäftsführer der Nürnberger Stadtkreisgruppe des Bund Naturschutz (BUND), Wolfgang Dötsch, gegenüber inFranken.de. "In Köln-Nippes hat die Bahn gezeigt, dass es auch mit der Hälfte der Fläche geht." Das Nürnberger Ingenieurbüro Qadra, das viele Projekte für die Deutsche Bahn umsetzt, hat im Auftrag der Grünen in Nürnberg bereits eine "Kompaktversion des ICE-Werks" skizziert, die "mit 2,3 statt 5,5 km nur etwa die halbe Fläche" braucht. 

Die Partei stellt sich gemeinsam mit dem BUND auch gegen Standorte, die eine Rodung im Nürnberger Bannwald nötig machen. "Auch Ausgleichspflanzungen haben erstmal keine Klimafunktion", so Dötsch. "Kein Mensch, der jetzt erwachsen ist, wird dort in seinem Leben einen ausgewachsenen Baum sehen." Die Standorte in Altenfurt, Allersberg und südlich der MUNA in Feucht kämen deshalb für den BUND nicht infrage. "Die Sache ist: Waldstandorte sind die billigsten Standorte, dort haben sie keine Grundstücksbesitzer", sagt Dötsch. 

Deutsche Bahn will Bürger und Naturschützer zum ICE-Werk anhören

Die Bahn kündigt an, die Nürnberger und Verbände vor Ort in das Verfahren einzubinden. "Die neuen Standorte müssen erst einmal untersucht und die Bürger angehört werden", sagt eine Bahn-Sprecherin gegenüber inFranken.de. Zur Größe des neuen ICE-Werks könne man daher noch nichts sagen. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, rechnet die Bahn aber damit, dass das Werk kompakter gebaut werden kann und hat deshalb unter anderem den Standort Ezelsdorf in die Überlegungen einbezogen. 

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Die Bahn führt den "Flächenanteil des Bannwalds" und die "Erholungsfunktion oder Infrastruktur für Freizeitnutzung" auf ihrer Webseite als "zu gewichtende Bewertungskriterien" auf. Weil Freiflächen von "bis zu 4,45 Kilometern Länge" in der Nürnberger Region kaum existieren würden, lasse sich "ein Eingriff in die Natur voraussichtlich nicht vollumfänglich vermeiden". Man wolle aber auch die Umweltverbände in die Planung einbeziehen. Das neue ICE-Werk in Franken soll bis 2028 betriebsbereit sein. 

 

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