Bereits seit dem Mittelalter bewirtschaften Landwirte im Nürnberger Stadtgebiet Wiesen in einer traditionellen Bewässerungsweise. Durch die Bewässerung haben diese Wiesen einen positiven Einfluss auf die Umwelt und auf das Klima, erklärt die Stadt Nürnberg.

"Tatsächlich kühlen die Wiesen die im Sommer zunehmend überhitzte Stadt. Die fränkischen Wässerwiesen gehören zu den besterhaltenen in ganz Europa und wurden daher 2021 in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Jetzt schlägt die Bundesrepublik zusammen mit sechs weiteren Nationen unter anderem die Wässerwiesen in Franken der UNESCO für die Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vor", heißt es.

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU): "Die Wässerwiesen in Nürnberg sind Bestandteil einer Landschaft mit insgesamt etwa 2 000 Hektar aktiv bewässerten Gebieten. Diese erstrecken sich weit über die Fläche von Nürnberg hinaus zwischen Schwabach im Süden und Forchheim im Norden und folgen den Flusssystemen von Rednitz und Regnitz."

Ein großer Teil der Grünlandflächen im Rednitztal werde mithilfe der historischen Form der Wiesenbewässerung bewirtschaftet. Über ein weit verzweigtes Netz würden die Wiesen in der Zeit von Mai bis September je nach Trockenheit etwa zwei- bis viermal durch Überstauung überschwemmt.

Die jeweiligen Wässergebiete, die zum Teil auch ins Stadtgebiet von Schwabach reichen, umfassten insgesamt rund 200 Hektar. Die Wässerung und die Unterhaltung der Wehre und Hauptgräben unterlägen heute noch genossenschaftlich organisierten Wässerverbänden. Im Nürnberger Rednitztal seien es heute noch sechs aktive Wässergenossenschaften, die zwischen fünf bis 18 Mitglieder hätten.

Vor Ort leisteten die Verbandsmitglieder, in der Regel Landwirte, die Arbeit. Noch immer werde hier altes Wasserrecht angewendet. So sei in den alten Wässerordnungen genau geregelt, wer, wann, wie lange seine Wiesen wässern darf und wer für den Unterhalt von Gräben und Wehren zuständig ist. Die Bewirtschaftung von Wässerwiesen diene der natürlichen Düngung und besseren Wasserversorgung der Wiesen. Die Wässerung erfolge energieunabhängig nach dem Prinzip der Staubewässerung. In den meisten Fällen werde das Wasser in die Gräben mithilfe entsprechender Wehrsysteme ausgeleitet, so die Stadt.