Mehr Müll in NürnbergDas Abfallaufkommen ist in Nürnberg im Vergleich zum letzten Jahr deutlich angestiegen. Eine besondere Rolle spielen hierbei die sperrigen Pizzakartons. Bürgermeister Christian Vogel (SPD) schlägt deshalb eine Pfandpflicht vor.

2019 verzeichnete Nürnberg ein Müllaufkommen im öffentlichen Raum von 6000 Kubikmetern, 2020 rechnet die Stadt mit rund 6500 Kubikmetern. Bürgermeister Vogel erklärt inFranken.de: Vor allem sperrige Pizzakartons verstopfen die öffentlichen Mülleimer. Das Problem sei dann, dass der Müll einfach in den Grünanlagen landet. Vogel fordert deshalb ein Pfand für Pizzakartons.

Nürnberger Bürgermeister: Pfand von bis zu fünf Euro auf Pizzakartons

Laut Vogel müsse das übergeordnete Ziel sein, auch für Pizzakartons Mehrwegverpackungen einzusetzen. Die Pfandpflicht hält er aber als Zwischenschritt für sehr sinnvoll. Seine Idee: "Ein Pfand von etwa vier bis fünf Euro, damit der Anreiz da ist, den Karton zurückzubringen." Die Pizzeria entsorgt den Karton dann sachgemäß.

Auch wenn ein zusätzlicher Weg zurück zur Pizzeria notwendig ist, womöglich mit dem Auto, hält Vogel die Pfandpflicht für ökologischer. Denn dann lande der Karton zumindest nicht in einer Grünanlage.

"Das oberste Ziel wäre, dass derjenige der den Pizzakarton kauft, ihn auch wieder zurückbringt", erklärt Vogel. Durch das Pfand als Anreiz sei aber auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass jemand anderes den Karton zurückbringt. Er betont trotzdem: "Oberstes Ziel wäre die Mehrwegverpackung."

Bis 2023 sind gesetzliche Vorgaben zum Thema Mehrwegverpackung geplant. "Ich will aber nicht bis 2023 warten und nichts tun", sagt Vogel. Deshalb könne er sich die Pfandpflicht als Zwischenschritt sehr gut vorstellen.