Adrian Konrad aus Nürnberg hat viele Interessen und Leidenschaften. Er ist etwa Fan des 1. FC Nürnberg und der Nürnberger Ice Tigers, spielte selbst auf dem Eis und pfiff bei diversen Amateurspielen als Fußballschiedsrichter. Und das nach einer Lungentransplantation, die seine sogenannte Mukoviszidose 2013 nötig machte.

Bei dieser Stoffwechseleerkrankung, die vor allem die Lunge betrifft, bildet sich für die Organe belastender Schleim, sodass der heute 35-Jährige damals nur noch 16 Prozent Lungenleistung aufwies, wie er inFranken.de berichtet. Eine Transplantation schenkte ihm viele weitere Jahre, in denen er unter anderem ein Medizinstudium aufnahm. Doch im Frühjahr 2026 folgte plötzlich die Schock-Diagnose: Der Nürnberger hat metastasierten Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der Kampf um jeden weiteren Monat Lebenszeit läuft.

Nürnberger Adrian will weiterleben - nur noch wenige Monate konventionelle Therapie

"Ich habe die letzte Zeit mein ganzes medizinisches Wissen zusammen genommen und dabei festgestellt, es sieht wirklich nicht gut aus für mich", schreibt er in einer Spendenkampagne, die er für sich aufgesetzt hat. Mit konventionellen Therapien liege Adrian Konrads Lebenserwartung bei sechs bis sieben Monaten, wie er gesagt bekommen habe. "Um meine Chancen zu erhöhen, habe ich mit Experten weltweit Kontakt aufgenommen." 

Wegen seiner Vorerkrankung sei er nicht als Studienteilnehmer geeignet. Seine Hoffnung liege daher vornehmlich auf einer mRNA-Impfung, die individuell nach der Analyse des Tumorgewebes für den Patienten hergestellt werde, wie er ausführt. Er verweist auf eine Studie mit 16 Personen im Beobachtungszeitraum von fünf Jahren. Hierbei sei die Impfung bei acht Personen angeschlagen und sieben davon seien schließlich krebsfrei geworden. Ein eigens angefertigter Impfstoff kostet: 100.000 bis 200.000 Euro, so Adrian Konrad.

"Ich war zuletzt Student, habe mein Geld bei der Straßenbahn auf 20-Stunden-Basis verdient. Ich bin sehr stolz auf das, was ich bislang erreicht habe, aber einen solchen Betrag schaffe ich nicht alleine", schreibt er in seiner Kampagne. Seine Eltern können ihm demnach nicht helfen, seit sechs Jahren leben sie nicht mehr. Auch seine Mutter sei an Krebs erkrankt gewesen. Mit vielen Unsicherheiten sieht sich der 35-Jährige auf seinem Weg zu mehr Lebenszeit konfrontiert.

"Ich möchte euch bitten": Adrian fragt Öffentlichkeit um Hilfe

"Noch ist die Frage offen, ob sich der Tumor durch die Chemotherapie verkleinert", berichtet er inFranken.de. Wenn ja, könne eine Operation innerhalb weniger Wochen geplant werden. "In dieser Zeit müsste man einen Studienarzt finden und die Herstellung des Impfstoffs würde dann ein bis zwei Monate dauern."

Die nötige Zeit könne man eventuell noch mit einem neuen Medikament aus den USA überbrücken, habe er recherchiert. Auch sei nicht klar, ob Anwendungen außerhalb der zugelassenen Therapien in irgendeiner Weise von der Krankenkasse übernommen würden. Falls ja, wolle er sich nicht an den überschüssigen Spenden bereichern, sondern sie beispielsweise dem Mukoviszidose e.V. übergeben.

"Ich möchte euch bitten, spendet und teilt mein Anliegen mit so vielen Menschen wie möglich", lautet sein letzter Satz in der Kampagne. Mehr über sich teilt der Nürnberger auf seinem Instagram-Profil @donation_for_adrian. "Ich habe mein Leben trotz der Einschränkungen sehr vielseitig gestaltet. Diese Geschichte möchte ich noch weiterschreiben", sagt er.