Der österreichische Fruchtsafthersteller Rauch hat die fränkische Marke Kloster Kitchen übernommen. Mit dem Kauf des in Reichenschwand (Landkreis Nürnberger Land) sitzenden Betriebs erweitert der Getränke-Riese sein Angebot um "funktionale Getränke" und will damit seine Position in einem wachsenden Segment stärken, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. "Funktionale Getränke verbinden Gesundheit und Genuss", schreibt Thomas Birus, Lebensmittelingenieur, auf dricktec.com. Gemeint sind Getränke, die zusätzlich einen gesundheitlichen Nutzen versprechen.

Rauch begründet den Kauf. "Kloster Kitchen ist eine starke Marke, die perfekt zu unserer strategischen Ausrichtung passt. Die Kombination aus funktionalen Premium-Produkten mit hoher Markenbekanntheit und unserer internationalen Stärke in Produktion, Vertrieb und Marketing schafft beste Voraussetzungen, um die Marke weiterzuentwickeln und international zu wachsen", sagt Daniel Wüstner, Geschäftsführer von Rauch Fruchtsäfte.

Kloster Kitchen: Insolvenzverfahren der Curameo AG führte zur Übernahme

Kitchen wurde 2015 von Mario Fürst gegründet und galt als Pionier im Bereich der Bio-Ingwer-Shots. Das Unternehmen "hat sich mit hochwertigen Bio-Zutaten, einer traditionellen Klosterrezeptur und dem charakteristischen Einsatz echter Ingwerstückchen erfolgreich am Markt positioniert", heißt es in der Mitteilung. Heute umfasse das Sortiment neben den Shots weitere funktionale Bio-Getränke. Besonders im deutschsprachigen Raum habe sich Kloster Kitchen eine feste Position im Premiumsegment aufgebaut.

Hintergrund der Übernahme ist eine schwierige wirtschaftliche Phase: Nach starkem Wachstum konnten sich die Gesellschafter der Muttergesellschaft Curameo AG nicht auf eine weitere Finanzierung einigen. In der Folge wurde ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Der Insolvenzverwalter Patrick Meyerle von der Pluta Rechtsanwalts GmbH koordinierte die Transaktion. Ziel sei eine "nachhaltige Lösung" für Unternehmen und Beschäftigte gewesen.

"Gemeinsam ist es gelungen, eine nachhaltige Perspektive für das Unternehmen, seine Mitarbeitenden und die Marke Kloster Kitchen zu schaffen", sagt Meyerle in der jüngsten Mitteilung. 

Insolvenzverwalter: Transaktion sichert Standort in Reichenschwand sowie 29 Arbeitsplätze

Mit dem Einstieg von Rauch in Kloster Kitchen würden der Standort im mittelfränkischen Reichenschwand sowie 29 Arbeitsplätze gesichert. Auch die Marke soll erhalten bleiben und unter dem Dach der Rauch-Gruppe weiterentwickelt werden. Gründer Mario Fürst würde das Unternehmen in der Integrationsphase beratend begleiten.

Die Rauch-Gruppe mit Sitz in Rankweil im österreichischen Bundesland Vorarlberg wurde 1919 gegründet und gehört zu den großen Getränkeherstellern Europas. Das Unternehmen betreibt 16 Produktionsstandorte und sieben Vertriebsniederlassungen in Europa und den USA. Laut Angaben auf der Firmenwebseite arbeiten weltweit mehr als 3200 Mitarbeiter für den Traditionsbetrieb. Im Jahr 2025 lag der Umsatz bei rund 1,8 Milliarden Euro.

Die angespannte Wirtschaft hat auch das in Unterfranken sitzende Unternehmen Depot getroffen: Nach der erneuten Insolvenz schließt die Einzelhandelskette zahlreiche Geschäfte. Allein in Franken trifft es mehrere Filialen.