Seit sechs Jahren hatte Thomas Kraußer (CSU) in der Gemeinde Leinburg im Nürnberger Land das Amt des Bürgermeisters inne. Erst Anfang März wurde er mit fast 75 Prozent der Stimmen wiedergewählt, wie die Gemeinde berichtet. Keinen Monat später überbringt das Rathaus nun eine traurige Nachricht: Kraußer verstarb mit nur 56 Jahren am 1. April.

Wie Christian Palm, Zweiter Bürgermeister, auf der Internetseite der Gemeinde berichtet, sei Kraußer im Kreise seiner Familie verstorben. "Der Gemeinderat, die Mitarbeiter des Rathauses, des Bauhofs, der Kläranlage und die Wasserwarte der Gemeinde Leinburg sind alle zutiefst betroffen und können die Nachricht noch gar nicht richtig glauben", teilt Palm mit. Thomas Kraußer war seit 2014 für die CSU im Leinburger Gemeinderat. 

"Hinterlässt eine große Lücke": Leinburg trauert um Bürgermeister Thomas Kraußer (56)

"Thomas Kraußer hinterlässt eine große Lücke, er wird als Erster Bürgermeister, als Freund und Mitmensch unendlich fehlen. Es wird viel Zeit brauchen, die Endgültigkeit des Abschieds zu verstehen", betont der Zweite Bürgermeister. Das "tief empfundene Mitgefühl" der Gemeinde gelte nun der Familie. Das Rathaus und der Bauhof blieben am Donnerstag (2. April 2026) für die Bürger geschlossen. Momentan führt Palm die Amtsgeschäfte.

Thomas Kraußer hinterlässt seine Frau Andrea und zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe. Er wurde am 4. April 1969 geboren, wuchs in der Gemeinde auf und war lange Zeit als Projektmanager in der Messebranche tätig, wie er auf seiner Website schreibt. Ehrenamtlich engagierte sich Kraußer in der Vergangenheit zudem in zahlreichen Vereinen. Einige von ihnen, aber auch mehrere Parteien, finden im Netz nach seinem Tod rührende Worte.

"Ein wunderbarer Mensch hat uns verlassen", schreibt etwa der CSU-Ortsverein in den Sozialen Medien. "Wir sind unendlich traurig, aber auch zutiefst dankbar für jeden Moment, den wir mit dir teilen durften", heißt es in dem Beitrag. Man nehme in tiefer Trauer und mit großem Respekt Abschied. Sein Leben und seine Verdienste für die Gemeinde wolle man in den kommenden Tagen ausführlich würdigen. 

"Werden dich nie vergessen": Parteien und Vereine nehmen Abschied

Die Wasserwacht Weißenbrunn verabschiedet sich in einem Nachruf ebenfalls von ihrem langjährigen Mitglied. "Viele von uns durften ihn nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Mensch kennenlernen – bodenständig, herzlich und stets dem Gemeinwohl verpflichtet. Wir verlieren mit ihm einen geschätzten Wegbegleiter und Freund", wird dort betont.

Die Freiwillige Feuerwehr Leinburg, in der Kraußer ebenfalls aktiv war, schreibt in den sozialen Medien nach seinem Tod: "Thomas, Danke für alles, wir werden dich nie vergessen! Ruhe in Frieden!" Auch die Freien Wähler, die SPD und die Junge Union Nürnberger Land trauerten im Netz.

Im Kreis Bamberg erschütterte der plötzliche Tod des dortigen Bürgermeisterkandidaten noch vor der Wahl die Gemeinde. Und auch die Stadt Hof musste erst kürzlich schweren Herzens Abschied nehmen und verlor mit Günter Bauer eine "prägende Persönlichkeit der Nachkriegsgeschichte".