Der Laden Landbierparadies in der Nürnberger Galgenhofstraße 60 steht kurz vor seiner Schließung. Erst im März berichtete inFranken.de vom Onlineshop des Getränke-Fachhändlers, der zum 30. Juni schließen muss. Nun fällt auch das Geschäft den äußeren Rahmenbedingungen zum Opfer. Zum 30. September ist Schluss.
Peter Hahn, Betreiber des seit 2006 an dieser Adresse bestehenden Ladens, nennt verschiedene Gründe für die Entscheidung. "Unser Alleinstellungsmerkmal war früher, dass wir Bier vom Land in die Stadt bringen. Mittlerweile ist auch in Supermärkten das ein oder andere Bier von Landbrauereien zu finden, wenn auch nicht in unserem Umfang", erklärt er.
"Rechnung geht nicht mehr auf": Landbierparadies aus Nürnberg erklärt Schließung
Darüber hinaus habe auch der demografische Wandel Auswirkungen auf das Geschäft. Hahn beobachte, dass ältere Menschen weniger Alkohol konsumieren und jüngere Kundschaft verstärkt zu Misch- oder alkoholfreien Getränken greife. "Mit alkoholfreiem Bierangebot können wir den Umsatzrückgang nicht ausreichend ausgleichen", stellt er fest. Tatsächlich ist der deutsche Biermarkt 2025 so stark geschrumpft wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Mehrere fränkische Brauereien schlagen Alarm.
Ein weiterer Punkt sei der Ende Oktober auslaufende Pachtvertrag. Wie Hahn berichtet, möchte sich der Inhaber Joachim Glawe mit 68 Jahren nicht mehr an einen neuen Vertrag binden. Und: "Da wir die Biere alle selbst beschaffen, geht die Rechnung durch die hohen Spritkosten bei sinkendem Umsatz einfach nicht mehr auf", fasst der Ladenbetreiber die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zusammen. Der Onlineshop habe indes immer mehr staatliche Auflagen erfüllen müssen. "Die kann man als kleines Unternehmen gar nicht umsetzen", kritisierte Hahn im März.
Für die Mitarbeiter des Ladens gäbe es laut Hahn jedoch eine Perspektive, wenn sie diese annehmen möchten: "Die Ladenmitarbeiter haben das Angebot bekommen, in den Wirtshäusern weiterzuarbeiten. Hier finden die Kunden weiterhin unsere Landbiere vom Fass und aus der Flasche."
Kunden traurig - Kollegen erleben ebenfalls Umsatzrückgang
"Wodanstraße, Leipziger Straße, Sterzinger Straße. Wir sehen uns dort", schreibt das Team im Netz an seine Kunden. Diese drücken in den Kommentaren ihr Bedauern aus. "Sehr schade, aber nachvollziehbar. Ich war immer begeistert von Eurem Sortiment", schreibt ein Kunde. Ein weiterer Fan wird die Auswahl vermissen: "Verständlich, trotzdem bitter, weil man in eurem Laden so vieles bekommt, was man sonst eben nirgends bekommt."
"Können wir super gut nachvollziehen! Wir können unseren Laden auch nur 'ehrenamtlich' in der eigenen Immobilie betreiben, die Umsätze gehen seit Jahren zurück", kommentieren Kollegen aus der Branche. Weitere Nachrichten aus Nürnberg und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.
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