Personalmangel in fränkischen Krankenhäusern: Kliniken suchen händeringend Freiwillige. Die Kommunen im Großraum Nürnberg haben wegen des Personalnotstands in den Krankenhäusern und beim Rettungsdienst einen Hilferuf an die Bevölkerung gestartet. Die Städte Nürnberg, Erlangen und Fürth sowie die umliegenden Landkreise forderten am Mittwoch (16. Dezember 2020) gemeinsam Pflegekräfte, Medizinstudierende und Menschen mit medizinischen oder pflegerischen Kenntnissen dazu auf, bei der Bewältigung der Corona-Krise mitzuhelfen.

"Die COVID-Pandemie hat unbemerkt von großen Teilen der Bevölkerung zu einer Überlastung der stationären Versorgung im Rettungsdienstbereich Nürnberg, aber auch darüber hinaus geführt", heißt es in dem gemeinsamen Aufruf. "Die Städte und Landkreise Erlangen, Erlangen-Höchstadt, Fürth, Landkreis Fürth, Nürnberg und Nürnberger Land appellieren daher gemeinsam an Pflegekräfte, Medizinstudierende und Menschen mit medizinischen oder pflegerischen Kenntnissen, bei der Bewältigung der Corona-Krise mitzuhelfen.

Kliniken können "akutmedizinische Versorgung" nicht länger aufrechterhalten

"Die Akutkliniken im Rettungsdienstbereich Nürnberg befinden sich aufgrund der anhaltenden krisenhaften Entwicklung in einer Situation, in der sie nicht mehr länger eine vollumfängliche akutmedizinische Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten können", heißt es in der Erklärung weiter. 

Am Klinikum Fürth haben sich vor Kurzem mehr als 30 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Um die Covid-19-Patienten zu versorgen, wurden vier Stationen im Krankenhaus geschlossen.

Laut den Kommunen im Großraum Nürnberg habe die Corona-Pandemie unbemerkt von großen Teilen der Bevölkerung dazu geführt, dass die stationäre Versorgung im Raum Nürnberg überlastet ist. Ähnliches gelte für die Altenpflege, wo bereits nicht mehr alle eigentlich zur Verfügung stehenden Pflegeplätze betrieben werden könnten. Es fehle nicht an Material, sondern an Personal. Freiwillige werden gebeten, sich an den Pflegepool Bayern zu wenden.

Pflegepool Bayern: Huml will freiwillige Pflegekräfte stärker einsetzen

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml und die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) wollen freiwillige Pflegekräfte über den sogenannten Pflegepool wieder stärker in Heimen und Krankenhäusern einsetzen.

„Mit dem neuerlichen Eintreten des Katastrophenfalls in Bayern wird auch der Pflegepool reaktiviert", betonte Huml am Donnerstag (17. Dezember 2020). "Da sich die Situation in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern weiter zuspitzt und zunehmend Freiwillige benötigt werden, möchte ich die Menschen in Bayern erneut um ihre Hilfe bitten. Denn jede helfende Hand zählt jetzt!“