Update vom 19.03.2026, 16.29 Uhr: Prozessbeginn gegen Klimaaktivistinnen wegen Flughafen-Blockade 

Zwei Klimaaktivistinnen haben vor dem Amtsgericht in Nürnberg die Blockade des Flughafens im Sommer 2024 verteidigt. "Ich habe mich an den gewaltfreien Protesten der Letzten Generation beteiligt, weil ich keine andere Möglichkeit mehr gesehen habe", erklärte eine der beiden Angeklagten. "Es war nie mein Ziel, Menschen zu schaden."

Die Aktion sei vielmehr an die Politik gerichtet gewesen, die ihrer Verantwortung nicht nachgekommen sei, die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu bewahren, sagte die Angeklagte weiter. Deshalb habe sie am Flughafen protestiert und sich festgeklebt. Bayerns Innenminister Herrmann (CSU) sprach nach der Aktion von "absolutem Irrsinn".

Zwei angeklagte Klimaaktivistinnen stehen vor Prozessbeginn im Sitzungssaal im Amtsgericht Nürnberg. Die beiden Frauen sollen im August 2024 durch den Sicherheitszaun des Flughafens Nürnberg auf das Flughafengelände eingedrungen sein und sich auf dem Zubringer der Start- und Landebahn am Boden festgeklebt haben. Ihnen wird Störung öffentlicher Betriebe, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Nötigung vorgeworfen.
Daniel Karmann/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft der 29-Jährigen und der 25-jährigen Mitangeklagten in dem Verfahren die Störung öffentlicher Betriebe, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Nötigung vor.


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Flüge gestrichen und verspätet

Der Anklage zufolge hatten die beiden Mitglieder der ehemaligen Gruppe Letzte Generation am frühen Morgen des 15. August 2024 - mitten in den bayerischen Sommerferien - ein Loch in den Sicherheitszaun rund um den Flughafen geschnitten und waren dadurch auf das Gelände gelangt. Danach sollen sie sich mit den Händen auf dem Zubringer der Start- und Landebahn festgeklebt haben.

Der Flughafen musste laut der Anklage den Flugbetrieb vorübergehend unterbrechen. Es seien Flüge gestrichen worden oder hätten nur verspätet starten und landen können. Dadurch soll ein Gesamtschaden von geschätzt fast 44.500 Euro entstanden sein. Am ersten Prozesstag wollte die Richterin auch Zeugen vernehmen, darunter einen Polizeibeamten und Flughafenmitarbeiter. Der Prozess soll am 26. März fortgesetzt werden.

Update vom 15.08.2024, 9.15 Uhr: Aktivistinnen klebten sich auf Rollbahn fest - Flugbetrieb am Airport Nürnberg wieder aufgenommen 

Zwei Aktivistinnen (28, 24) verschafften sich am Donnerstagmorgen (15. August 2024) Zutritt zum Gelände des Airports Nürnberg und klebten sich auf einem Rollweg fest. Das berichtet die Polizei Mittelfranken. Die beiden Personen drangen demnach gegen 5:30 Uhr im Bereich der Rathsbergerstraße in den Innenbereich des Flughafengeländes ein und klebten sich auf einem Rollweg (Zubringer zur Start- und Landebahn) fest. Der Flugbetrieb musste unmittelbar eingestellt werden.

Nachdem die Flughafenfeuerwehr die angeklebten Hände ablöste, brachten Einsatzkräfte der Polizei die Aktivistinnen zur Wache der Grenzpolizeiinspektion. Der Flugbetrieb konnte im Anschluss nach weniger als 1,5 Stunden wieder aufgenommen werden.

Ersten Ermittlungen zur Folge dürften sich die Tatverdächtigen über ein Loch im Außenzaun Zutritt zu dem Gelände verschafft haben. Entsprechendes Werkzeug wurde vor Ort aufgefunden, so die Polizei. Die weiteren Ermittlungen in dem Fall hat zwischenzeitlich das zuständige Fachkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei übernommen. Vor kurzem hat der Flughafen Nürnberg den Winterflugplan 2024/25 veröffentlicht - mit einem neuen Traumziel. Weitere Nachrichten aus Nürnberg kannst du in unserem Lokalressort lesen. 

Erstmeldung vom 15.08.2024, 6.30 Uhr: Klimaprotest am Airport Nürnberg: Aktivisten kleben sich auf Rollbahn fest - Flugbetrieb eingestellt

Auf dem Nürnberger Flughafen ist es am Donnerstagmorgen (15. August 2024) zu einem Polizeieinsatz gekommen. Aktivisten haben sich auf die Rollbahn des Airports geklebt, wie das Polizeipräsidium Mittelfranken auf seiner Facebook-Seite mitteilte.

"Zwei Personen haben sich auf das Rollfeld begeben und haben sich dort festgeklebt", so die Polizei in ihrem Post, der gegen 6.15 Uhr veröffentlicht wurde. An einem Zaun wurde ein Loch festgestellt - ein Zusammenhang zum Protest werde geprüft. Über die weiteren Entwicklungen wolle man informieren.

Der Flugbetrieb wurde laut der Polizei vorläufig eingestellt.