Ein Familienvater und seine minderjährige Tochter aus Hersbruck wurde an Silvester 2019 Opfer eines brutalen Raubs. Zwei Männer tauchten bei ihnen auf, wendeten laut Staatsanwaltschaft „erhebliche Gewalt“ an und flüchteten dann mit dem Auto des Vaters. Schließlich krachte der Wagen in die Lagerhalle eines Getränkehändlers.

Mittlerweile sind die Ermittlungen weit fortgeschritten. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Antje Gabriels-Gorsolke, gibt inFranken.de einen Zwischenstand.

Update vom 03.06.2020: Mutmaßliche Täter sollen Sohn des Opfers aus Internet kennen

Gegen zwei junge Männer aus dem Rheinland nahe Köln wird wegen gefährlicher Körperverletzung, schweren Raubs und versuchten Mordes ermittelt, erklärt Gabriels-Gorsolke von der Staatsanwaltschaft. Den beiden wird vorgeworfen, einen Vater sowie seine Tochter in Hersbruck (Nürnberger Land) unter „erheblicher Gewalt“ ausgeraubt zu haben.

So kam es laut den Ermittlungen zu der brutalen Tat: Die zwei jungen Männer (heute 21 und 22 Jahre alt) lernten den Sohn des späteren Opfers im Internet kennen. Dort bekamen sie mit, dass der Sohn mit dem Vater verstritten ist. Daraufhin sollen sie beschlossen haben, dem Mann eine „Lektion zu erteilen“ und ihm eine „Abreibung zu verpassen“, so die Staatsanwaltschaft.

An Silvester seien die beiden zur Wohnung des Vaters in Hersbruck gekommen. Laut den Ermittlungen gaben sie sich als Polizisten aus, um hereinzukommen. Dann habe sich ein brutaler Raub abgespielt. Die Staatsanwaltschaft berichtet von „erheblicher Gewaltanwendung“, anschließend seien der Vater und seine minderjährige Tochter gefesselt worden.

Tatverdächtige sitzen noch in U-Haft

Die beiden Täter flüchteten mit dem Auto des Opfers. Allerdings kamen sie nicht weit. Bei der Abfahrt von der B14 auf Höhe des Gewerbegebiets Bräunleinsberg (Ottensoos) verlor der Fahrer, der mit rund 100 km/h unterwegs war, die Kontrolle über das Auto. Der Wagen fuhr über eine rund zwei Meter hohe Böschung und hob ab. Das Fahrzeug flog rund 30 Meter durch die Luft und krachte durch die Metallfront einer Lagerhalle des Getränkehändlers Ziegler.

Danach wurden die beiden jungen Männer festgenommen. Da die Ermittlungen noch nicht völlig abgeschlossen sind, wurde noch keine Anklage erhoben, erklärt Gabriels-Gorsolke inFranken.de. Die beiden Tatverdächtigen sitzen aktuell noch in Untersuchungshaft.

Update vom 02.01.2020: Verdächtige bei Unfall schwer verletzt

Zwei mutmaßliche Räuber kommen nach der spektakulären Flucht vor der Polizei mit einem gestohlenen Auto in Untersuchungshaft. Zumindest einer von ihnen befinde sich derzeit aber noch im Krankenhaus, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken am Donnerstag (2. Januar 2020). Beide hatten sich bei dem Unfall schwer verletzt. Das Auto war über eine Böschung geflogen, hatte die Front einer Lagerhalle durchbrochen und war zwischen gestapelten Bierkisten gelandet.

Die Männer im Alter von 20 und 22 Jahren sollen in der Nacht zum Silvestertag einen Mann in seinem Haus in Hersbruck (Landkreis Nürnberg) überfallen und verletzt haben. Danach flohen sie mit seinem Auto. Der Mann konnte nach Angaben des Polizeisprechers das Krankenhaus inzwischen verlassen. Zu den Hintergründen der Tat konnte er zunächst nichts sagen.

Erstmeldung vom 31.12.2019: Kriminelle rasen Fluchtauto auf B14 zu Schrott

Nach bisherigem Ermittlungsstand betraten zwei zunächst unbekannte Männer Dienstagnacht gegen 01.00 Uhr ein Wohnanwesen in Hersbruck und raubten unter Gewaltanwendung das Auto des Hauseigentümers. Dieser wurde hierbei verletzt, wie das Polizeipräsidium Mittelfranken mitteilt. Anwohner wurden auf das Geschehen aufmerksam und verständigten über Notruf die Polizei. Die unbekannten Täter flüchteten gegen 01.45 Uhr mit dem Fahrzeug des Hauseigentümers.

Tatverdächtige verlieren Kontrolle über Fahrzeug

Im Rahmen der sofort durchgeführten Fahndungsmaßnahmen kam das geraubte Fahrzeug dann einer Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Lauf im Ortsteil Reichenschwand mit hoher Geschwindigkeit entgegen. Die Streifenbesatzung wendete und folgte dem Fahrzeug unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes von mehreren hundert Metern. Auf Höhe des Gewerbegebiets Bräunleinsberg (Ottensoos) fuhr das Fahrzeug von der B14 ab. Hierbei verlor der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug, das mit weit über 100 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Der Wagen fuhr anschließend über eine etwa zwei Meter hohe Böschung, flog rund 30 Meter durch die Luft und durchbrach dann die Metallfront einer Lagerhalle.

Feuerwehr muss Männer aus Wrack schneiden

Die zwei Tatverdächtigen im Alter von 20 und 22 Jahren mussten durch die Feuerwehr aus dem Wrack geborgen werden. Die beiden Männer wurden mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser medizinisch versorgt.

Nach Auto-Raub: Hauseigentümer im Krankenhaus

Der Hauseigentümer musste ebenfalls aufgrund der Gewalteinwirkung in einem Krankenhaus stationär aufgenommen werden. Im Verlauf der ersten Fahndungsmaßnahmen waren Dienstkräfte der Polizeiinspektionen Hersbruck und Lauf, der Verkehrspolizeiinspektion Feucht sowie ein Polizeihubschrauber im Einsatz.

Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken übernahm die ersten kriminalpolizeilichen Maßnahmen vor Ort. Das zuständige Fachkommissariat der Schwabacher Kriminalpolizei führt nun die weiteren Ermittlungen zur Hintergründe des Tatgeschehens. In diesem Zusammenhang werden umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen durchgeführt. Die Ermittlungen dauern an.

Am Samstag fanden Passanten einen leblosen Mann in der Nürnberger Innenstadt. Der verständigte Notarzt konnte nur noch den Tod des 46-Jährigen feststellen.