Der Modekonzern Esprit will etwa die Hälfte seiner Geschäfte in Deutschland schließen. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, soll das rund 50 Filialen betreffen.

In Deutschland würden damit etwa 1100 Stellen in den Läden und der Verwaltung wegfallen. Auch in Franken hat der Konzern Geschäfte.

Diese fränkischen Filialen könnten nun betroffen sein

  • Esprit Men Franchise Store Ansbach (Brücken-Center Ansbach; Residenzstraße 2-6, Ansbach)
  • Esprit Franchise Store Bad Kissingen (Untere Marktstraße 6, Bad Kissingen)
  • Esprit Franchise Store Gunzenhausen (Marktplatz 12, Gunzenhausen)
  • Esprit Franchise Store Hallstadt (Ertl Zentrum; Emil-Kemmer-Straße 19, Hallstadt)
  • Esprit Franchise Store Lichtenfels (LIFE City-Center; Mainau 4, Lichtenfels)
  • Esprit Franchise Store Marktheidenfeld (Obertorstraße 4, Marktheidenfeld)
  • Esprit Store Würzburg (Dominikaner Platz 1, Würzburg)

Welche Filialen das Unternehmen schließen will, ist aktuell (Stand: 02. Juli 2020) noch nicht bekannt. Die Filialen in Bayreuth, Erlangen, Fürth, Nürnberg und auch Schweinfurt sind aber von der Schließungs-Ankündigung seitens Esprit nicht betroffen, das bestätigt Annika Hauff, Abteilungsleiterin Personal-Recruiting, -Entwicklung und Marketing der PTH Group. Die PTH Group betreibt derzeit 118 Mono-Label-Stores von acht verschiedenen Marken in Deutschland, darunter auch Esprit. Diese Stores sind nicht betroffen, da sie nicht zu den eigenen Esprit Retail-Geschäften gehören.

Bereits Ende März hatte der Modekonzern für mehrere unter der Corona-Krise leidende deutsche Tochtergesellschaften ein Schutzschirmverfahren beantragt, um sich vor Forderungen der Gläubiger zu schützen. Am Mittwoch habe das Insolvenzgericht der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung zugestimmt, berichtete Esprit. Dadurch sollen jährliche Einsparungen von bis zu 100 Millionen Euro erreicht werden.

Krise in Textilbranche steht erst "am Anfang"

Ein Ende der Probleme für die Branche ist derzeit noch nicht absehbar. Im Gegenteil: Erst vor einigen Tagen stellten mit dem Hosenspezialisten Hiltl und der Deutschland-Tochter des schwedischen Modehändlers Gina Tricot weitere Unternehmen Insolvenzanträge.

"Dienstleister, Gastronomie und (Textil-)Einzelhändler sind diesmal nicht am Ende der Krise von den Auswirkungen betroffen, sondern stehen am Anfang. Daher wird die Masse der insolvenzreifen Unternehmen unweigerlich steigen", prognostizierte der Creditreform-Experte Patrick-Ludwig Hantzsch.

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet auch in den nächsten Monaten mit einem weiteren Anstieg der vorläufigen Insolvenzverfahren und der Insolvenzen in der Modebranche. Nach einer Branchenumfrage der "Textilwirtschaft" lagen die Umsätze im stationären Modehandel in der vergangenen Woche um 21 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

In Nürnberg sollen gleich zwei Karstadt-Filialen geschlossen werden. Die Mitarbeiter wehrten sich mit einer Protestaktion dagegen.