Rund 1.000 Arbeitsplätze sind in Nürnberg gefährdet: Der Automobilzulieferer ZF hat Ende Mai einen massiven Stellenabbau in Deutschland angekündigt. Insgesamt sollen rund 15.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Die IG Metall hat deshalb zu Protesten aufgerufen: Heute Nachmittag haben sich hunderte Menschen in Nürnberg an einer Kundgebung beteiligt.

Unter dem Motto "Zukunft gestalten - Personal behalten - ZF-Standorte erhalten"ruft die Gewerkschaft zu einer Kundgebung an der Meistersingerhalle auf. Dort traten folgende Redner auf:

  • Andreas Weidemann (1. Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg)
  • Roland Wehrer (IG Metall Nürnberg)
  • Udo Hirsch (Leiter des betrieblichen Vertrauenskörpers)
  • Batuhan Cevik (stellv. Betriebsratsvorsitzender der ZF Nürnberg)

Anschließend fuhr ein Autokorso von der Meistersingerhalle über die Frankenstraße zum ZF-Standort in der Nopitschstraße. Am Standort in Nürnberg sind die Arbeitsplätze von rund 1.000 Beschäftigten gefährdet.

Besonders viele Stellen in Bayern

Von den insgesamt rund 50.000 ZF-Beschäftigten in Deutschland befinden sich mehr als 18.000 Stellen in Bayern. Insgesamt gibt es 50 ZF-Standorte in Deutschland, wobei 11 in Bayern sind. Neben dem Standort in Nürnberg betreibt ZF noch weitere Standorte in Franken:

  • Aschaffenburg
  • Bayreuth
  • Lohr am Main (Landkreis Main-Spessart) 
  • Schweinfurt

Schwere Vorwürfe gegen Automobilzulieferer ZF

Weidemann von der IG Metall erhebt schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen: "ZF verunsichert mitten in der Corona-Krise seine Beschäftigten mit der Ankündigung eines weitreichenden Stellenabbaus. Angesichts der Bemühungen von Politik, Gewerkschaften und den Betriebsräten, die Folgen der Krise für die Betriebe und ihre Beschäftigten abzumildern, ist das ein fatales Signal. Auch ZF wird von dem Milliarden schweren Konjunkturpaket profitieren und hat die Verpflichtung ihren Beschäftigten eine Perspektive zu bieten", heißt es in der Veranstaltungsbeschreibung.

Der zuständige Gewerkschaftssekretär Roland Wehrer hat ein klares Ziel der Aktion: „Die Möglichkeiten zur Kurzarbeit wurden ausgeweitet. ZF muss das nutzen, um an allen Standorten Beschäftigung zu sichern. Insbesondere für Nürnberg erwarten wir von der ZF ein klares Signal zum Erhalt des Standortes und der Beschäftigung. Langfristige Aufträge um das Nürnberger Werk auszulasten sind vorhanden. Eines ist klar: Wir werden um jeden Arbeitsplatz bei der ZF-Gusstechnologie GmbH Nürnberg kämpfen.“