365-Euro-Ticket schlägt große Wellen: Nürnberg will als erste Stadt Bayerns das Ticket für alle Fahrgäste möglich machen. Wie bereits berichtet, stimmte der Nürnberger Stadtrat vergangene Woche für die Einführung des 365-Jahres-Tickets. Die Fahrkarte soll über das Stadtgebiet hinaus verfügbar sein, zumindest aber in der Tarifzone A. Welche angrenzenden Städte und Kommunen kommen noch infrage? 

Weitere Städte und Landkreise im Gespräch

Die Oberbürgermeister der Städte Nürnberg, Erlangen, Fürth und Schwabach setzen sich zusammen mit den Landräten der Landkreise Erlangen-Höchstadt, Fürth, Nürnberger Land und Roth für ein 365-Euro-Ticket im Ballungsraum ein.

In einem gemeinsamen Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder und Verkehrsministerin Kerstin Schreyer bitten die Verwaltungsspitzen um Unterstützung vom Freistaat Bayern. 

"Der bisherige Beschluss des Nürnberger Stadtrates betrifft eben nur Nürnberg", berichtet Manfred Rupp, Pressesprecher der VGN, inFranken.de. "Aber man braucht weitere Partner, Nürnberg alleine bringt erstmal nichts", so Rupp weiter. Diese sogenannte "4 plus 4"-Lösung wäre ein erster Schritt in die Richtung einer gemeinsamen Lösung.

Die Frage nach einer Finanzierung bleibt: Der Freistaat Bayern kündigte an, ein 365-Euro-Ticket bis 2030 einzuführen. Nürnberg preschte vor und beschloss, bis 2023 ein solches Ticket einzuführen. Bisher müssten sie das aber selbst finanzieren - ein fast unmögliches Unterfangen. Denn das Ticket ist teuer - die VGN schätzt die Ausgleichszahlungen bei einer Einführung des 365-Tickets auf 60 bis 75 Millionen Euro

Netz muss ausgebaut werden

Die VGN kritisiert die Reihenfolge der Einführung des Tickets. "Man hätte erst das Verkehrsangebot ausbauen und dann eine Vergünstigung einführen sollen", so Rupp. So habe man eine bessere Chance, dass mehr Leute die öffentlichen Verkehrsangebote nutzen. "Ein viel angepriesener Vorteil des 365-Tickets ist der Klimaschutz, aber wenn das Verkehrsnetz nicht ausreichen ausgebaut ist, nutzt auch niemand das Angebot."