Am Dienstag (14. Juli 2026) zogen heftige Unwetter über Teile Frankens hinweg und hinterließen in mehreren Regionen deutliche Spuren. Starkregen, Sturmböen und umgestürzte Bäume sorgten innerhalb kurzer Zeit für zahlreiche Einsätze von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften.
Besonders heftig traf es auch die Marktgemeinde Uehlfeld (Kreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim). Im nach Angaben des Landratsamts "größten Storchendorf Bayerns" sorgte das Unwetter mitunter für apokalyptische Szenen. Zahlreiche Störche wurden von den heftigen Sturmböen aus ihren Nestern geweht und fielen Hagel und Starkregen zum Opfer.
Extremes Unwetter in Uehlfeld: "Einsatzlage, wie sie die Gemeinde bislang nicht erlebt hat"
"Innerhalb weniger Minuten entwickelte sich eine Einsatzlage, wie sie die Gemeinde Uehlfeld bislang nicht erlebt hat", teilt die Feuerwehr Uehlfeld am Mittwoch (15. Juli 2026) über die sozialen Medien mit. "Golfballgroße Hagelkörner, orkanartige Böen und sintflutartige Regenfälle hinterließen eine Spur der Verwüstung, die Hauptstraße und Burghaslacher Straße verwandelten sich in reißende Flüsse, Bäume wurden entwurzelt oder verloren ganze Kronen und das Torhaus in der Hauptstraße stand zeitweise hüfthoch unter Wasser", heißt es weiter. Das Einsatzspektrum reichte demnach "von ausgelösten Brandmeldeanlagen über vollgelaufene Keller bis hin zu umgestürzten Bäumen".
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Da die Hauptstraße und Burghaslacher Straße bereits überflutet waren und herkömmliche Einsatzfahrzeuge die Wassermassen nicht mehr sicher passieren konnten, habe man Lautsprecherdurchsagen zur Warnung der Bevölkerung nur noch mit einem Unimog-Gerätewagen durchführen können. Die Bevölkerung wurde demnach dazu aufgefordert, tiefer gelegene Räume umgehend zu verlassen und auf herausgespülte Gullideckel zu achten. "Es bestand akute Lebensgefahr", heißt es vonseiten der Feuerwehr.
Letzteres galt augenscheinlich nicht nur für die Bevölkerung. Denn zahlreichen Störchen in Uehlfeld wurde das extreme Unwetter zum Verhängnis, wie "Storchenvater" Gerhard Bärthlein am Donnerstag (16. Juli 2026) im Gespräch mit inFranken.de berichtet. Seit er denken könne, kümmere er sich bereits ehrenamtlich um die Störche im Aischgrund. "Das erste Mal hatte ich mit acht Jahren einen verletzten Jungstorch im Arm", erinnert sich der heute 76-Jährige. An seiner Fürsorge für die Tiere habe sich seither nichts geändert. Als am Dienstagabend (14. Juli 2026) die extremen Unwetter einsetzten, sei er deshalb sofort los, um nach den Störchen zu sehen.
Mindestens ein Dutzend Störche bei Unwetter gestorben
"Das war schon wirklich heftig, so etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt", schildert Gerhard Bärthlein die Lage. Bis 22.30 Uhr sei er im Einsatz gewesen und habe sich auf der Suche nach verletzten oder toten Störchen durch Sturm, Starkregen und Hagelschauer gekämpft. Seine Bilanz ist erschreckend. Insgesamt 12 Tiere seien dem Unwetter zum Opfer gefallen. 15 weitere wurden demnach verletzt.
"Außerdem werden höchstwahrscheinlich irgendwo noch verletzte oder tote Tiere liegen, die bislang noch von niemandem bemerkt wurden", vermutet Bärthlein. "Insgesamt werden es wohl etwa 30 Störche sein, die im Zuge des Unwetters verletzt oder getötet wurden", so der "Storchenvater".
In Fürth musste ein Einsatz zeitweise unterbrochen werden. In der Region Nürnberg zeigte sich das Ausmaß der Lage besonders deutlich. Die Integrierte Leitstelle der Feuerwehr berichtete von fast 3000 Notrufen innerhalb von fünf Stunden. Weitere Nachrichten aus dem Kreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim findet ihr in unserem Lokalressort.