Feuer in der Nacht: Aus noch ungeklärter Ursache sind in der Nacht auf Dienstag (29. September 2020) rund 1000 Heu- und Strohballen in unmittelbarer Nähe zu Gebäuden sowie einem angrenzenden Wald in Flammen aufgegangen. 25 Jungrinder flohen vor dem Feuer.

Wie die Polizei berichtet, ging der Notruf bezüglich des Brandes am Montag gegen 23 Uhr bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken ein. Zunächst schien es, als würden ledigen "ein paar" Heuballen im Altstadtweg in Miltenberg brennen. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte jedoch schnell fest: Es handelt sich nicht um einen Kleinbrand. Insgesamt brannten rund 1000 Heu- und Strohballen lichterloh. 

Update 14.10.2020, 16.00 Uhr: Tatverdächtiger in Untersuchungshaft

Nach dem Brand von rund 1000 Stroh- und Heuballen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen Ende September hatte die Kripo die Brandermittlungen übernommen. Nun wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ein dringend Tatverdächtiger dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts vorgeführt. Der Richter erließ gegen den 20-Jährigen Haftbefehl wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Das teilten die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg und das Polizeipräsidium Unterfranken am Mittwoch (14. Oktober 2020) mit.

 Die Kripo Aschaffenburg hielt schon nach den ersten Ermittlungen Brandstiftung für möglich. Im Zuge der Untersuchungen war man sich letztendlich sicher, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden war. Ein 20-Jähriger war in der Folge in das Visier der Ermittler geraten und hatte sich zuletzt auch in Lügen verstrickt.

Am Donnerstag wurde der Beschuldigte auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Der 20 Jahre alte Feuerwehrmann wurde im Anschluss in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die Brandexperten prüfen unterdessen auch, ob der Beschuldigte noch für weitere Brandfälle als Verursacher in Frage kommt. Der Sachschaden beläuft sich nach aktuellem Stand auf etwa 40.000 Euro. 

Update 02.10.2020, 14.30 Uhr: Ein Jungrind wird vermisst

Die entlaufenen Jungrinder wurden in den Folgetagen im Landkreis gesucht. Wie das Polizeipräsidium Unterfranken am Freitag (02.10.2020) mitteilte, konnten am Donnerstag nach einem hilfreichen Hinweis 19 der Tiere in einem Steinbruch gesichtet und mittels eines Elektrozaunes wieder eingefangen werden. Demnach fehlt aktuell noch ein Jungrind aus der Herde. Drei Rinder wurden unmittelbar nach dem Brand wieder eingefangen.

Die Kripo Aschaffenburg hatte noch in der Nacht die Ermittlungen von der Miltenberger Polizei übernommen. Nach derzeitigem Stand der Untersuchungen muss der Sachbearbeiter davon ausgehen, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde. 

Polizeihubschrauber unterstützt Einsatzkräfte

30 Feuerwehrleute waren damit beschäftigt das Feuer unter Kontrolle zu bekommen, während Polizeibeamte mehrerer Dienststellen damit beschäftigt waren, 25 entflohene Jungrinder wieder einzufangen. Die Einsatzkräfte wurden dabei von einem Polizeihubschrauber sowie Einsatzkräften der nachalarmierten Feuerwehr aus Kleinheubach unterstützt. Seit dem Brand in der Nacht seien 22 von den 25 entlaufenen Rindern immer noch verschwunden, wie die Polizei am Morgen ergänzt. Drei Tiere konnten wieder eingefangen werden. Die Polizei bittet jetzt um Hinweise, wenn jemand im Bereich Miltenberg eine oder mehrere hellbraune Jungrinder sieht.

Zur Warnung des Straßenverkehrs wurden Verkehrswarnfunkmeldungen abgesetzt und die Bundespolizei zur Warnung und Sicherung des Schienenverkehrs verständigt. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde bei dem Brand niemand verletzt. Die Kriminalpolizei Aschaffenburg hat in der Nacht noch vor Ort die Ermittlungen übernommen und versucht nun neben der Brandursache auch die genaue Schadenshöhe zu klären, die im unteren fünfstelligen Bereich liegen dürfte