Am vergangenen Sonntag (26. April 2026) sind zwei Frauen mit ihrem Pony-Kutsch-Gespann im Waldgebiet rund um die "Hohe Warte" in Unterfranken gestürzt. Drei Tage später, am Mittwoch, 29. April 2026, veröffentlicht die Polizei Unterfranken einen Nachtrag zu ihrem ursprünglichen Bericht.

Darin geht es im Wesentlichen darum, wie die zwei Tiere gefunden wurden. Diese seien nach dem Sturz nahe Leidersbach (Landkreis Miltenberg) davongerannt und erst tags darauf entdeckt worden. Das Geschehen hat Ermittlungen der Polizei Obernburg nach sich gezogen.

Auf Waldweg im Spessart: Ponys scheuen - Frau stürzt von Kutschbock

Zunächst geht die Polizei Unterfranken in ihrer aktuellen Meldung auf den Vorfall selbst ein, der sich am Sonntag gegen 13.30 Uhr zugetragen hatte. Zunächst habe die Polizei von einem Verkehrsunfallgeschehen ausgehen müssen, zu dem auch zwei Mountainbiker beigetragen haben sollen. "Im Zuge der weiteren Ermittlungen, insbesondere nach eingehenden Befragungen der Beteiligten und einer Ortsbegehung im Wald, konnten die Beamten ein weitaus klareres Bild von dem Geschehen gewinnen", heißt es im Bericht weiter.

Dem Sachstand nach waren die beiden 29-jährigen Frauen mit einer Kutsche unterwegs, die von zwei Shetlandponys gezogen wurde. Dabei befanden sich die Kutschfahrerinnen auf einer Strecke abseits des eigentlichen Waldwegenetzes, die zudem an dem Tag mit Beschilderung eines Radsportvereins als Trailstrecke ausgewiesen war.

An einer Gabelung hielt das Gespann an und eine der Frauen stieg ab. Zwei unbekannte Mountainbiker fuhren an der Kutsche vorbei und weiter entlang des Trails. Nachdem die Radfahrer das stehende Gefährt bereits passiert hatten, scheuten die Ponys. In der Folge wurde die zweite Frau von dem Kutschbock geworfen und hat sich leichte Verletzungen zugezogen. Die bereits zuvor abgestiegene Fahrerin hat sich beim Versuch, die nun samt Kutsche davonlaufenden Tiere aufzuhalten, ebenfalls leicht verletzt.

Beteiligung von Mountainbikern fraglich - Freiwillige Helfer finden geflüchtete Tiere 

Ob die Mountainbiker das hinter ihnen liegende Geschehen wahrgenommen haben, ist den bisherigen Ermittlungen nach fraglich. Den bisherigen Erkenntnissen nach waren die Radfahrer keine Teilnehmer der an dem Tag stattfindenden Radsportveranstaltung.

Die beiden 29-Jährigen haben nach einer ersten Suche nach den Pferden auch die Polizei verständigt. "Freiwillige Unterstützer der Suchaktion haben die Tiere einen Tag später mit der beschädigten Kutsche aufgefunden", unterstreicht die Polizei. Die Ponys seien also laut dem Nachtrag zum Pressebericht nicht von behördlichen Einsatzkräften entdeckt worden, "wie es in der Meldung zunächst den Eindruck erweckt haben könnte", erklärt die unterfränkische Polizei wörtlich. Beide Ponys waren den Angaben zufolge ebenfalls leicht verletzt und wurden von einem Tierarzt behandelt.

In Franken gibt es gleich mehrere markante Orte mit dem Namen "Hohe Warte". Der Kutsch-Unfall ereignete sich nahe der "Hohen Warte im Spessart" (im Grenzgebiet zwischen Franken und Hessen). Dieses urige Gebiet ist besonders durch das bekannte "Hohe-Wart-Haus" bei Hessenthal beliebt. Es zieht Wanderer an, die dort Wildgerichte und selbstgebrautes Bier genießen können. Wanderfreunde schätzen die Wanderung "Hohewart-Haus – Banneux-Kapelle-Runde" an. Die Umgebung rund um Heimbuchenthal und Leidersbach ist waldreich und eignet sich hervorragend für entspannte Spaziergänge.

Menschen aus Oberfranken dürfte die "Hohe Warte im Fichtelgebirge" geläufiger sein. Dabei handelt es sich um einen überwiegend bewaldeten Höhenzug, der sich aus drei Erhebungen bildet. Er liegt am Südwestrand des Fichtelgebirges und nördlich von Bayreuth, teils sogar in der Stadt selbst. In der Nähe des Höhenzugs befinden sich die Gemeinden Bindlach und Heinersreuth. Gerade an heißen Tagen ist der schattige Wald ein beliebtes Ziel für Ausflüge. Wandertouren führen zum Beispiel vom Festspielhaus durch den Mischwald in Richtung Norden – etwa auf der Strecke "Vom Grünen Hügel bis rauf zur Theta". Und um die Verwirrung komplett zu machen: Bei Bad Berneck im westlichen Fichtelgebirge - und damit ebenfalls im Kreis Bayreuth - gibt es einen Berg namens "Hohe Warte".