Zeugensuche nach Mord einer 13-Jährigen im Kreis Main-Spessart: 27 Jahre nach dem Mord an der Jugendlichen Sabine Back in Karlstadt, Landkreis Main-Spessart konnte ein Tatverdächtiger festgenommen werden. Die Polizei hofft jedoch auf Hinweise aus der Bevölkerung, um den Mord an der 13-Jährigen auf einem Reiterhof im Ortsteil Wiesenfeld umfassend aufzuklären. Wie das Polizeipräsidium Unterfranken nun mitteilte, liegen einzelnen Bürgern wichtige Informationen vor, die sie jedoch bisher zurückhalten.

Ein 44 Jahre alte Tatverdächtige befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft der dpa bestätigte, wird außerdem gegen einen zweiten Verdächtigen ermittelt, der beim Fund der Leiche dabei gewesen sein soll.

Update vom 24.02.2021: Kripo bittet erneut um Hinweise - "jedes Puzzleteil ist wertvoll"

Die Kriminalpolizei ermittelt noch immer in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg im Mordfall Sabine Back aus dem Jahr 1993. Die 13-Jährige war damals kurz vor Weihnachten verschwunden und wurde wenig später im Karlstadter Ortsteil Wiesenfeld im Kreis Main-Spessart tot aufgefunden. Wie das Polizeipräsidium Unterfranken am Mittwoch (24.02.2021) mitteilte, bitten die Beamten erneut um Hinweise aus der Bevölkerung.

Vor zwei Wochen hatte die Polizei bereits eine Flyer-Aktion in Wiesenfeld gestartet und mit Anwohnern gesprochen, um auf das Zeugentelefon hinzuweisen und neue Hinweise zu erhalten. Das Ziel der Beamten ist es, die Tat möglichst lückenlos aufzuklären. Zwar konnten die Polizisten im Rahmen der Aktion eine Vielzahl von Hinweisen entgegennehmen - in Zusammenhang mit den Ermittlungen wurde jedoch bekannt, dass offenbar einigen Bürgern wichtige Informationen vorliegen, die sie jedoch "aus persönlichen Gründen oder anderen Hemmnissen" noch nicht der Polizei mitgeteilt haben.

"Möglicherweise auch deshalb, weil ihnen ihr Wissen nicht 'wichtig' oder 'hilfreich' genug vorkommt. Für die Ermittler ist jedoch jedes einzelne Puzzleteil wertvoll", so das Polizeipräsidium. Wer über Hinweise verfügt, die zur Aufklärung des Verbrechens beitragen könnten, wird dringend gebeten, das kostenlose Zeugentelefon zu nutzen. Jeder Hinweis ist wichtig, auch wenn er noch so unwichtig erscheint.

Die Ermittler sind über die kostenlose Rufnummer 0800 / 7 73 37 44 rund um die Uhr erreichbar und für jeden Hinweis dankbar.

Update vom 11.02.2021: Zahlreiche Hinweise nach Polizeiaktion zu getöteter 13-Jähriger

Die Polizei hatte kürzlich mit einer Flyer-Aktion auf den Mordfall vor mehr als 27 Jahren in Unterfranken aufmerksam gemacht. Anschließend gingen zahlreiche Hinweise ein. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte ein Polizeisprecher am Donnerstag allerdings keine Details verraten. "Es gab wirklich viele Hinweise", sagte er. Ob sich darunter auch eine heiße Spur befinden könnte, sei noch nicht absehbar.

Am Mittwoch hatten zahlreiche Polizisten in Stadtteilen von Karlstadt und Lohr am Main (beides Landkreis Main-Spessart) Flyer zu dem ungelösten Verbrechen verteilt und Anwohner befragt. Die Rückmeldungen zu der stundenlangen Aktion seien äußerst positiv gewesen, sagte der Sprecher.

Das Mädchen war kurz vor Weihnachten 1993 verschwunden. Es wurde zuletzt im etwa 1100 Einwohner zählenden Karlstadter Ortsteil Wiesenfeld gesehen. Dort fanden Ermittler auf einem Aussiedlerhof nach wenigen Tagen die Leiche der 13-Jährigen in einer Güllegrube. 

Sowohl ein Einzeltäter als auch mehrere Täter kommen laut Staatsanwaltschaft infrage. Im Januar wurde ein 44-Jähriger aus dem Landkreis Main-Spessart festgenommen. Er kam wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der Mann wird verdächtig, das Mädchen als damals 17-Jähriger getötet zu haben. Ermittelt wird zudem gegen einen weiteren Mann aus der Region.

Update vom 10.02.2021: Polizei mit Flyer-Aktion

Nach wie vor laufen die Ermittlungen in Zusammenhang mit dem Mord an Sabine Back auf Hochtouren. Am Mittwoch war die Polizei mit Unterstützungskräften in Wiesenfeld, Halsbach und Rohrbach unterwegs. Die Beamten verteilten Flyer mit Hinweis auf das Zeugentelefon. Jede Information, auch wenn sie noch so unwichtig erscheint, kann für die Aufklärung der Tat von Bedeutung sein!

Wie bereits berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft aufgrund neuester Ermittlungserkenntnisse Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt, die am 20. Januar 2021 im Landkreis Main-Spessart vollzogen wurden. Ein 44-Jähriger, der sich als dringend tatverdächtig herauskristallisiert hatte, wurde vorläufig festgenommen. Er befindet sich seither wegen dringenden Mordverdachts in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen in dem Fall wurden in der Folge nochmals intensiviert. Um das Verbrechen, das inzwischen mehr als 27 Jahre zurückliegt, lückenlos aufzuklären, hat die Kriminalpolizei Würzburg eigens eine Ermittlungskommission gegründet. Zur Entgegennahme von Hinweisen wurde ein Zeugentelefon geschaltet.

Genau auf dieses Zeugentelefon hat die Polizei im Rahmen der Flyer-Verteilaktion am Mittwoch nochmals hingewiesen und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Die Ermittlungskommission ist unter der kostenfreien Rufnummer 0800 / 7 73 37 44 rund um die Uhr erreichbar und für jeden Hinweis dankbar. 

Update vom 28.01.2021: Zweiter Verdächtiger im Visier der Ermittler - Kripo hofft auf Hinweise von Zeugen

Mehr als 27 Jahre nach dem Gewaltverbrechen an einer 13-Jährigen in Unterfranken wird gegen einen zweiten Verdächtigen ermittelt. Der Beschuldigte war in der Vergangenheit bereits im Fokus der Ermittlungen gewesen, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag (28.01.2021) bestätigte. Aus "ermittlungstaktischen Gründen" wolle man keine weiteren Angaben machen. Der Main-Post zufolge handelt es sich um einen 55-Jährigen, der damals dabei gewesen sein soll, als die Leiche gefunden wurde.

Die 13-Jährige war am 15. Dezember 1993 auf einem Aussiedlerhof in dem Karlstadter Ortsteil Wiesenfeld im Landkreis Main-Spessart zuletzt gesehen worden. Dort fanden Ermittler die Leiche in der Tiefe einer Güllegrube unter einem Betondeckel. Das Mädchen war durch massive Gewalteinwirkung zu Tode gekommen. Ein zunächst verdächtiger 15-Jähriger wurde nach einem Prozess freigesprochen.

Einer Gerichtsreporterin der Main-Post zufolge legte der damalige Vorsitzende Richter den Ermittlern nahe, einen damals 17- und einen 28-Jährigen genauer unter die Lupe zu nehmen. Beide seien am Nachmittag des Tattages mit dem Mädchen gesehen worden. Der jüngere Verdächtige, ein heute 44 Jahre alter Mann, wurde vergangene Woche wegen Mordverdacht verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft. Ein ausführliches DNA-Gutachten wird im Laufe der nächsten Wochen erwartet.

Der Staatsanwaltschaft zufolge könnten die Ermittlungen noch drei bis vier Monate andauern. Die Kriminalpolizei Würzburg hat eine Ermittlungskommission gegründet und sucht nun dringend nach Zeugenhinweisen.

Das Ziel ist es, die Tat vom 15. Dezember 1993 möglichst umfassend aufzuklären. "Jede Information, auch wenn sie noch so unwichtig erscheint, kann für die weitere Aufklärung der Tat von Bedeutung sein", appelliert die Polizei. Wer glaubt, sachdienliche Hinweise zur Tat geben zu können, kann sich rund um die Uhr unter der Rufnummer 08 00 / 7 73 37 44 mit den Ermittlern in Verbindung setzen.

Ursprüngliche Meldung vom 21.01.2021: Tatverdächtiger nach Mord einer 13-Jährigen in Wiesenfeld

Neueste Entwicklungen bei Cold Case Ermittlungen im Landkreis Main-Spessart: Das Polizeipräsidium Unterfranken teilt mit, dass ein dringend Tatverdächtiger ermittelt und festgenommen wurde. Der 44-Jährige sitzt wegen dringenden Mordverdachts inzwischen in Untersuchungshaft.

Der Kriminalpolizei Würzburg und der Staatsanwaltschaft Würzburg ist es gelungen, einen dringend Tatverdächtigen zu ermitteln. Ein 44-Jähriger aus dem Landkreis Main-Spessart wurde am Mittwoch (20.01.21) vorläufig festgenommen.

Verdächtiger festgenommen

Das 13-jährige Mädchen war vor 27 Jahren nach einer großangelegten Suche tot in einer Güllegrube eines Reiterhofs im bayerischen Wiesenfeld gefunden worden. Ein damals 15-Jähriger wurde festgenommen. Nach einem Prozess wegen Totschlags hatte das Gericht den Jugendlichen freigesprochen.

Wie auch bei anderen ungeklärten Gewaltverbrechen wurden auch die Akten dieses Falles nie geschlossen und stattdessen im Rahmen von Altfall-Ermittlungen - in enger Zusammenarbeit mit Profilern der Operativen Fallanalyse (OFA Bayern) - immer wieder im Hinblick auf neue Ermittlungsansätze überprüft. Durch technischen Fortschritt und neue, feinere Untersuchungsmethoden, insbesondere im Bereich der DNA-Analyse, wird die Auswertung von Spuren von Zeit zu Zeit immer erfolgsversprechender. 

Aufgrund der jüngsten Ermittlungserkenntnisse hatte die Staatsanwaltschaft Würzburg Durchsuchungsbeschlüsse für zwei Anwesen im Landkreis Main-Spessart erwirkt, die im Laufe des Mittwochs von der Kriminalpolizei Würzburg vollzogen wurden. Neben dem Tatortanwesen in Wiesenfeld stand dabei auch die Wohnadresse eines Tatverdächtigen im Landkreis Main-Spessart im Fokus. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen wurden die Kripobeamten von Kräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt.

Tatmotiv noch unklar

Nach nunmehr vorliegenden Erkenntnissen ist ein heute 44-Jähriger dringend verdächtig, im Alter von 17 Jahren, das damals vier Jahre jüngere Mädchen getötet zu haben. Der Tatverdächtige wurde am Mittwoch vorläufig festgenommen. Zur Klärung der Haftfrage wird der Tatverdächtige auf Anordnung der Staatsanwaltschaft noch im Laufe des Donnerstags dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die weiteren Ermittlungen, insbesondere zum Tatmotiv, werden von der Kriminalpolizei Würzburg unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Würzburg geführt werden. 

red/dpa