Sieben Naturschutzgebiete zählt der Landkreis Lichtenfels. Eines davon ist der Staffelberg. Laut Markus Alin hat es in den letzten Jahren überhandgenommen, dass Fahrradfahrer von allen Seiten auf den Berg fahren. Dabei ist es verboten, in Naturschutzgebieten, außer auf dafür freigegebenen Wegen, zu radeln. "Viele Fußwege, die nur bewandert werden sollten, werden befahren. Trotz regelmäßiger Kontrollen der Polizei und der Naturschutzwarte", bedauert der stellvertretende Leiter des Kur- und Tourismusservice Bad Staffelstein.

Räder an der Klause abstellen

"Wir sehen es nicht gerne, wenn Personen mit dem Fahrrad durch das Gebiet fahren", sagt Alin. Es gibt lediglich einen Weg auf den Staffelberg, den Radfahrer benutzen dürfen. "Der Weg beginnt auf dem Wanderparkplatz in Romansthal, und zweigt dort nach links ab", erklärt Alin. Danach führt der Weg am Skilift vorbei und mündet schließlich mit einem steilen Rechtsbogen auf einen Weg, der von Vierzehnheiligen kommt.

An der Staffelberg-Klause müssen die Räder jedoch abgestellt werden. "Der Weg von der Klause zum Plateau muss zu Fuß zurückgelegt werden, denn im reinen Naturschutzgebiet sind nur Fußgänger erlaubt", sagt Alin. Mit dem Auto darf ausschließlich der Wirt der Klause auf den Staffelberg fahren. "Gehbehinderte haben die Möglichkeit, eine Sondergenehmigung bei der Stadtverwaltung zu beantragen", berichtet Alin. Pro Woche werden allerdings maximal drei schriftliche Genehmigungen ausgestellt, die ausschließlich wochentags gelten.

Pflanzen und Tiere beeinträchtigt

Wie das Landratsamt Lichtenfels auf Anfrage mitteilte, könne sich ein zunehmender Besucherverkehr in Naturschutzgebieten - egal ob zu Fuß oder mit dem Rad - negativ auf die Pflanzen- und Tierwelt auswirken. "Pflanzen werden in erster Linie durch Trittschäden oder durch das direkte Befahren beschädigt. Gerade in Naturschutzgebieten kommen sehr seltene Arten mit teils ohnehin kleinen Beständen vor, bei denen auch Teilpopulationen für den Erhalt einer Art entscheidend sein können", heißt es von Seiten des Landratsamts. Dies wiederum könne zur Beeinträchtigung einzelner Insekten- oder Schmetterlingsarten führen, die teilweise auf spezielle Wirtspflanzen angewiesen sind.

Außerdem werden viele Tierarten durch den Lärm oder die Bewegungen von Besuchern beunruhigt. "Bei Vögeln beispielsweise führen Störungen dazu, das Bruten aufgegeben werden oder die Aufzucht der Jungen vernachlässigt wird. Darüber hinaus werden die Wege bei zunehmendem Besucherverkehr in den Schutzgebieten durch Austreten mit der Zeit verbreitert", teilte das Landratsamt mit. Ein spezielles Problem bei Radfahrern sei es außerdem, dass gerade Mountainbiker teils auch abseits der Wege fahren würden und die schützenswerte Vegetation dadurch beeinträchtigt werden könne.

Gegenseitige Rücksicht

Schäden, die konkret auf Radfahrer zurückzuführen sind, seien dem Landratsamt bisher nicht bekannt. In den Schutzgebietsverordnungen wurde ein Verbot für das Fahren mit Fahrzeugen aller Art außerhalb gewidmeter Wege aufgenommen, um derartige Beeinträchtigungen zu vermeiden. Daneben gebe es für die Wege meist auch verkehrsrechtliche Beschilderungen, die selbstverständlich zu beachten seien.

Sofern sich Radfahrer in den Schutzgebieten auf den hierfür freigegebenen Wegen bewegen, stellt ein zunehmender Besucherverkehr naturschutzfachlich kein Problem dar. "Es kommt vielmehr auf eine gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Radfahrern und Spaziergängern an. Wenn verstärkt außerhalb der Wege gefahren wird, müsste im Einzelfall entschieden werden, ob Maßnahmen notwendig sind", betonte das Landratsamt. Denkbar seien in erster Linie Beschilderungen oder andere Maßnahmen zur gezielten Besucherlenkung sowie verstärkte Kontrollen.

Regeln: Wo das Radfahren erlaubt und wo es verboten ist

Radfahren in der Natur: Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz darf grundsätzlich jeder zum Genuss der Naturschönheiten und zur Erholung alle Teile der freien Natur ohne behördliche Genehmigung und ohne Zustimmung des Grundeigentümers oder sonstigen Berechtigten unentgeltlich betreten. Das Radeln ist dem Betreten zu Fuß insoweit gleichgestellt, als dies auf geeigneten Wegen geschieht. Zum Radeln gehört auch das Fahren mit langsamen Pedelecs. Dabei handelt es sich um Fahrräder mit Motorunterstützung bis maximal 25 Stundkilometern.

Hier ist das Radfahren erlaubt:

Laut der Straßenverkehrsordnung (StVO) darf auf beschilderten öffentlichen Straßen und Wegen sowie Privatwegen in der freien Natur ohne Beschränkung geradelt werden. Auch Privatwege in der freien Natur, die öffentlich genutzt werden, dürfen mit dem Fahrrad befahren werden, sofern sie sich dazu eignen.

Hier ist das Radfahren verboten:

Wie die StVO besagt, ist das Radeln auf Wegen in Schutzgebieten oder Bereichen mit behördlichen Beschränkungen verboten. Öffentliche Straßen und Privatwege, die mit entsprechenden Schildern gekennzeichnet sind, dürfen ebenfalls nicht befahren werden. Auch auf Privatwege, die durch den Grundstücksberechtigten gesperrt wurden, dürfen Radler ohne dessen Zustimmung nicht fahren. Privatwege, die zwar nicht beschildert aber ungeeignet sind, dürfen ohne Zustimmung des Besitzers auch nicht befahren werden. Darüber hinaus ist das Radfahren auf nicht für den öffentlichen Verkehr freigegebenen Flächen in der freien Natur ohne Zustimmung des Besitzers sowie das Fahren durch oder in Gewässern verboten.

Das sollte außerdem beachtet werden:

Beim erlaubten Radeln auf Straßen und Wegen in der freien Natur ist pfleglich mit der Natur und Landschaft umzugehen. Dabei ist Rücksicht auf die Belange der Grundstücksberechtigten zu nehmen. Die Erholung und der Naturgenuss anderer darf nicht verhindert oder beeinträchtigt werden.

Auch gelten die verkehrsrechtlichen Grundregeln:

Der StVO zufolge erfordert die Teilnahme am Straßenverkehr eine ständige und gegenseitige Rücksicht. Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt wird.

Quelle: StVO / Polizei Oberfranken