Die Anspannung ist den jungen Akrobaten ins Gesicht geschrieben. Es ist dunkel in dem kleinen Zirkuszelt. Eine Schülergruppe der sechsten Jahrgangsstufe führt eine Feuershow vor, die Begeisterung beim Publikum auslöst. "Es war schon sehr anstrengend", gibt Louis Bornicky am Ende zu, aber es hat sich gelohnt.
Für 140 Kinder der Johann-Puppert-Schule stand drei Tage lang nicht Mathe oder sonst ein Fach auf dem Programm, sondern das pädagogische Schulprojekt "Circus ZappZarap". "Wir wollten den Kindern mal etwas Besonderes anbieten, das wir noch nie gemacht haben", berichtet Schulleiterin Alexandra Kober. Als Zauberkünstler, Clowns und Akrobaten sollten die Schüler ihre eigenen Stärken kennenlernen, ihre Grenzen erfahren und vielleicht sogar überwinden. Was Louis Bornicky am meisten beeindruckte, war das Motto des Projekts: Kannst du nicht, war gestern. Eine Stärkung erfuhr auch der Zusammenhalt in der Klasse. Auch Lukas Gagel hatte zunächst großen Respekt vor den brennenden Fackeln, die er über seinen Kopf kreisen ließ. Diese Angst hat sich aber schnell gelegt, spätestens nach dem vierten Mal. "Die Übungen wurden gut betreut", lobt der Schüler seinen "Trainer" Roland Löffler.


Fachleute aus Leverkusen

Die Zirkuspädagogen aus Leverkusen waren am Samstag letzter Woche angereist und schulten zunächst die Lehrkräfte. Diese arbeiteten dann mit den Kindern in verschiedenen Workshops ein Programm aus, welches am Ende des Projekts dann in zwei Vorführungen vor Publikum gezeigt wurde. Entsprechend ihren Neigungen und Interessen konnten sich die Schüler für ein bestimmtes Zirkusgenre rund um Clownerie, Zauberei, Trapezvorführungen, Jonglage und Feuerartistik entscheiden. Dabei geschah alles freiwillig, niemand wurde zu etwas gezwungen.
"Die Kinder konnten sich ausprobieren und erlebten dadurch einen Zugewinn an Selbstvertrauen", erklärt die Schulleiterin. Im Verlauf der Zirkuswoche konnte die Schule auch auf tatkräftige Unterstützung der Eltern zählen, die beispielsweise beim Auf- und Abbau des Zirkuszeltes mithalfen.
Schließlich hieß es dann "Manege frei" für alle Nachwuchs-Artisten, die zeigten, welche Fähigkeiten in ihnen steckten. Einige bewiesen Mut und gingen über Glasscherben, trauten sich sogar auf ein Nagelbrett. Andere schlüpften in die Rolle von Clowns und begeisterten mit allerlei Späßen ihr Publikum. Elf Kinder hatten einen Sketch einstudiert, in dem eine Gruppe mit einem Feuerwehrschlauch eine Kerze auslöschen sollte. Nur leider befand sich am anderen Ende kein Wasseranschluss. Was also tun? Ein großer Schluck Wasser, weitergereicht über Mund und Ohren bis zum Anfang der Schlange löste schließlich zum Erstaunen aller das Problem.
Eine Gruppe wirbelten als Seilspringer durch die Manege, hüpfte über Seile oder sprang gleichzeitig über ein großes Seil, das Helfer schwangen. Andere begeisterten am Drahtseil, am Trapez, als Zauberer oder mit einer Schwarzlicht-Nummer.
"Der Aufwand hat sich gelohnt", lautet das Fazit von Schulleiterin Alexandra Kober. Am Ende der Vorstellung gab es begeisternden Applaus von den Zuschauern und strahlende Gesichter bei den Nachwuchs-Artisten.