Der Verkehrsverband Großraum Nürnberg (VGN) sortiert sich neu. Die Maßnahme wurde notwendig, weil nicht zuletzt aufgrund der ständigen Erweiterung das Verbundgebiets ein regelrechter Tarifdschungel entstanden war, den keiner mehr so recht verstehen konnte. VGN-Geschäftsführer Jürgen Haasler erklärte dazu in Nürnberg, man habe die Erweiterung des Verbunds um Stadt und Landkreis Lichtenfels sowie den vollständigen Anschluss Bambergs an den VGN nach Auslaufen einer Übergangsfrist zum Anlass genommen, die Tarifstruktur vollständig neu zu ordnen.

Ein VGN-Prinzip hat weiter Bestand: Ob innerhalb einer Stadt, über die Stadtgrenzen hinaus oder in der Region - die Fahrgäste benötigen grundsätzlich immer nur ein einziges Ticket. Das strich Haasler besonders heraus, weil existenzbegründend für den Verbundgedanken. Die neuen Bezeichnungen erleichtern allerdings die Unterscheidung zwischen Fahrten in Stadtgebieten und im Regionalverkehr.


Preissstufen A bis F
Für 20 im VGN-Gebiet liegende Städte gelten ab Januar die Preisstufen A bis F. Die in den einzelnen Städte unterschiedlichen Preise können damit erstmals in einem einheitlichen Buchstabensystem abgebildet werden. Für die Stadt Nürnberg ändert sich beispielsweise nichts. Vorher in Tarifgruppe A, bleibt diese Gruppe so bestehen. Für einen Einzelfahrschein haben die Nürnberger 2,60 Euro zu entrichten, bei einem Jahresabo, für das monatlich 55,10 Euro zu zahlen sind, bleibt der Nürnberger für 1,81 Euro täglich mobil.

Deutlich günstiger fahren die Bamberger. Für sie gilt wie für die Städte Bayreuth, Forchheim, Neumarkt und Schwabach die Preisstufe D. Hier wird der Einzelfahrschein ab Januar 1,80 Euro kosten, für das Jahresabo werden monatlich 30,40 Euro fällig. In diesen Städten bleiben die Fahrgäste mit einem Euro täglich mobil.
Jürgen Haasler erklärt den Preisunterschied in den einzelnen Städten mit dem unterschiedlichen Angebot an Verkehrsmitteln. Während in Nürnberg neben Bussen auch Straßenbahnen, S- und U-Bahnen verkehren, stehen in anderen Städten meist nur Busse für den öffentlichen Personennahverkehr zur Verfügung. Etwas komplizierter wird es für diejenigen, die über die Stadtgrenzen hinaus in die Region fahren. Hier wird künftig mit Zahlen gearbeitet. Es gelten, je nach befahrener Zone, die Preisstufen 1 bis 10. Wer sein Ticket am Automat löst, gibt einfach seinen Standort und das Ziel ein, der Preis für das Ticket wird dann automatisch berechnet.

Wie Haasler weiter mitteilte, seien ab sofort nähere Informationen im Internet unter www.vgn.de/tarif2015 abrufbar. Zudem stünden eine neue kostenlose App "Fahrplan und Tickets" ebenso zur Verfügung wie eine elektronische Fahrplanauskunft, die rund um die Uhr erreichbar sei. Bei der durchschnittlichen Erhöhung der VGN-Preise um 2,99 Prozent, bleibt natürlich auch das Tagesticket nicht außen vor. Das verbundweit gültige Ticket, mit dem zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder unterwegs sein können, verteuert sich um 50 Cent auf dann 18 Euro.


Ticket für Studenten
Zu guter Letzt konnte Haasler noch mit einer guten Nachricht für Studenten aufwarten. Nach jahrelanger Diskussion zwischen den betroffenen Kommunen, Studenten, dem Studentenwerk, den Hochschulen und dem VGN habe man sich auf ein Angebot verständigt, dass ab dem Wintersemester 2015/2016 Studierenden der Hochschulen in Erlangen, Nürnberg und Fürth zugute kommen soll.

Gegen einen obligatorischen Sockelbetrag von 65 Euro pro Semester sollen Studenten ein Basisticket erhalten, mit dem sie im gesamten Verbundraum von Montag bis Freitag von 19 Uhr bis 6 Uhr und an den Wochenenden durchgehend, eine Fahrtberechtigung erwerben. Wer will, kann für 193 Euro ein Zusatzticket erwerben, das Fahrten zeitlich unbegrenzt ermöglicht. Das Angebot sei möglich geworden, so Haasler, weil einige Kommunen in der Startphase zur Übernahme einer Ausfallbürgschaft bereit waren. Das letzte Wort hätten hier die Studenten selbst. Sie wollen im Januar in einer Urabstimmung entscheiden.