Zum fünften Mal zogen in Schney katholische und evangelische Jugendliche, verkleidet als die Heiligen Drei Könige, im ökumenischen Geist von Haus zu Haus, verkündeten die frohe Botschaft der Geburt Jesu und sammelten für Kinder der Dritten Welt. Dabei kam ein Betrag von 1500 Euro zusammen.

Den Abschluss der Aktion feierten die 14 Jugendlichen am Dreikönigsfest im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der evangelischen St.-Marien-Kirche zusammen mit der Schneyer Pfarrerin Tanja Vincent und Pfarrer Roland Neher von der katholischen Pfarrei "Unsere liebe Frau". Die Sternsinger hätten den Segen Gottes in die Häuser gebracht und den Menschen Mut für das neue Jahr gemacht, aber auch Geld für Kinder auf der ganzen Welt gesammelt, denen es nicht so gut gehe und die unter schlechten Lebensbedingungen leiden müssten, betonte die evangelische Pfarrerin.

Sie freute sich darüber , dass die eigentlich katholische Sternsingeraktion in Schney mittlerweile zu einer ökumenischen geworden sei. Pfarrer Neher stellte ebenfalls die Hilfsbereitschaft für notleidende Menschen in den Vordergrund, wie sie die Sternsinger mit ihrer Aktion unter Beweis stellten. Er verwies auf die Wichtigkeit, Verantwortung für die Menschen der Dritten Welt durch eine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse vor Ort zu übernehmen.

Die beiden Pfarrer zeigten mit einer Lichtbilderschau die Situation in dem diesjährigen Beispiel-Land Indien auf, in dem trotz des Verbotes von Kinderarbeit Millionen Jungen und Mädchen bis zu zehn Stunden am Tag schwere Arbeiten verrichten müssten - in der Landwirtschaft, in der Teppichherstellung oder in industriellen Betrieben wie der Glasindustrie.

Als unmittelbare Folge ergebe sich daraus, dass die Kinder keine Schule besuchen könnten und durch die schwere Arbeit und die schlechten Arbeitsbedingungen dauerhafte gesundheitliche Schäden davon tragen würden. Ein Teil der Spende ist für die Sternsingeraktion bestimmt, der andere Teil kommt dem Partnerdekanat des Dekanats Michelau in Tansania zugute.


Aktion in Lichtenfels

"Gemeinsam gegen Kinderarbeit - in Indien und weltweit!" unter diesem Motto halfen auch die Sternsinger der Pfarrei "Unsere liebe Frau" Lichtenfels hilfsbedürftigen Kindern. Der von Pfarrer Roland Neher zelebrierte Gottesdienst am Dreikönigstag bildete den Abschluss der Sammelaktion der 21 vom Pastoralreferenten Thomas Reich betreuten Sternsinger der Pfarrei "Unsere liebe Frau", bei der rund 5000 Euro zusammenkamen.

Das neue Jahr würde von den Menschen meist mit guten Wünschen und Vorsätzen begonnen, betonte der Pfarrer in seiner Predigt. Der Segen, den die Sternsinger in die Häuser tragen würden, sei ebenfalls als Wunsch zu verstehen, der auf guten Boden fallen müsse. Entsprechend dem Motto "Segen bringen, Segen sein" gelte es, selber ein Segen zu sein für seine Familie, seine Arbeitskollegen und Freunde sowie für seine Gemeinde. Auch mit begrenzten Mitteln könne man dazu beitragen, dass ein kleines Stück mehr Gerechtigkeit in die Welt hineingetragen werde, meinte der Geistliche. Mit der Sternsingeraktion könne jeder einen Beitrag dazu leisten, dass vielen Millionen Kindern weltweit, vor allem aber in Indien, die Möglichkeit gegeben werde, die Schule zu besuchen, anstatt mit schwerer Kinderarbeit ihre Gesundheit aufs Spiel setzen zu müssen.