Seit Juli 2013 haben Besitzer eines Autos, und natürlich auch von Bussen oder Lastwagen, wieder die Möglichkeit, das Kennzeichen STE des Altlandkreises Bad Staffelstein zu wählen. Die Zahl lag lange bei etwa 15 Prozent der Zulassungen, aktuell ist die Nachfrage aber etwas gesunken: 68 950 Fahrzeuge und Anhänger sind im Landkreis registriert, 7677 davon tragen das Kennzeichen STE. Das sind knapp über elf Prozent. Vor allem im Raum Bad Staffelstein ist die Liebe zum Kennzeichen mit Bezug auf den Wohnort groß. Einige finden sich noch in Ebensfeld, dort aber schon weniger.

66 806 Einwohner zählt der Landkreis (Stichtag 30. Juni 2019), 10 339 Einwohner Bad Staffelstein mit seinen Ortsteilen, etwa 15 Prozent der Bevölkerung im Lichtenfelser Raum, also prozentual mehr als STE-Schilder.

Es geht also eher ruhig zu bei einem Thema, das vor seiner Einführung im Kreistag durchaus hitzig diskutiert wurde. Hintergrund war, die Kennzeichen der Landkreise vor der Gebietsreform in den 1970er-Jahren aufleben zu lassen. Im März 2013 gab es grünes Licht , gegen scharfe Stimmen, die dagegen waren - der damalige Kreisrat Hans Peter Marx (SPD) etwa sprach sogar von "groben Unfug", Landrat Christian Meißner (CSU) outete sich ebenfalls nicht als Anhänger der neuen Regelung und meinte, man solle dem aber folgen, damit Ruhe sei. Groß werde sich die Nachfrage nicht entwickeln. Damit hatte er zwar nicht ganz recht, aber er freute sich dafür über die 10,20 Euro Extraeinnahmen für ein Wunschkennzeichen. 7677 Kennzeichen bedeuten 78 300 Euro mehr in der Kreiskasse.

Zwei Jahre nach dem STE-Kennzeichen wurde auch ein besonderes Kennzeichen für Elektro- und Hybridfahrzeuge eingeführt. Dieses bekommt man auf Antrag, und es ist nicht verpflichtend. Sie haben rechts ein "E" stehen. 149 Fahrzeuge tragen es inzwischen, vor zwei Jahren waren es 63. Das ist ein deutlicher Anstieg, aber zeigt auch, dass solche Autos im Landkreis sehr selten anzutreffen sind. Das H-Kennzeichen für Wagen, die älter als 30 Jahre sind, hat mehr Liebhaber. 566 Fahrzeuge im Landkreis tragen es.

Wie sieht es in den Nachbarlandkreisen aus?

Bamberg Im Landkreis Bamberg gibt es nur die Option, sich ein BA zu wählen. Dort verzichtete man auf die Einführung alter Kennzeichen. Man hätte den Autofahrern die Möglichkeit geben müssen, neben STE auch noch EBN (Ebern), HÖS (Höchstadt) und EBS (Ebermannstadt) zu wählen. Das hätte einen Nummernsalat ergeben, meinte der Kreistag.

Coburg Neben dem CO kann man hier auch ein NEC bekommen, das für den Altlandkreis Neustadt bei Coburg steht, der bei der Gebietsrefom in den 1970ern aufgelöst wurde.

Kronach bietet ebenfalls mehr als ein KC. Wer will, kann auch ein SAN wählen, das für den ehemaligen Landkreis Steinbach am Wald steht. Dieses Kürzel ist allerdings nicht nur dem Landkreis Kronach vorbehalten.

Kulmbach hat ebenfalls die Möglichkeit, neben KU auf ein SAN zurückzugreifen, da der Landkreis Steinbach am Wald bei der Gebietsreform in den 1970er-Jahren auf mehrere Landkreisen verteilt wurde, weshalb man auch im Landkreis Hof so ein Kennzeichen erhalten kann. Je nach Landkreis sind jeweils bestimmte Ziffern und Zahlen dazu verfügbar. Ein KA bekommt man nur im Landkreis Kulmbach, wo es tatsächlich einen Rettungswagen gibt, der mit SAN-KA unterwegs ist. Zusätzlich steht auch noch das Kennzeichen das Altlandkreises Ebermannstadt, EBS, zur Auswahl.red