Der Architekturwettbewerb zum Bärenareal ist beendet. Eine 13-köpfige Jury beriet sich am Dienstag und stellte nun ihr Abstimmungsergebnis vor. Gespannt erwarteten Architekturbüros und Medien die Ergebnisse.

"Die Stadt Bad Staffelstein beabsichtigt, auf dem Grundstück der ehemaligen Bärenbrauerei die Errichtung eines Kulturzentrums sowie die Ansiedlung eines Gastronomiebetriebs mit Zimmern", so lautete grob die Aufgabe. Dabei gab es einen Realisierungsteil und einen Ideenteil auszuarbeiten. "Von knapp 100 Interessenten wurden 15 ausgewählt", so Bürgermeister Jürgen Kohmann gestern im Mehrzweckraum der Adam-Riese-Halle. Coronabedingt beziehungsweise aus formellen Gründen fielen zwischenzeitlich zwei Bewerber aus, somit verblieben 13, die ihre Pläne, Ideen und ein Modell einreichten. Die Münchner Architekten "kol-lek-tiv Architekten Hoffstadt Dzhamurov" in Zusammenarbeit mit "Studio Vulkan Landschaftsarchitektur" überzeugten mit ihren "Bärenplätzen" auf ganzer Linie. Einstimmig votierte die Jury für ihren Vorschlag mit der Nummer 11.

Marek Stadthaus (Büro Schirmer Architekten & Stadtplaner), Claus Arnold (Sprecher der Jury)  und die drei Münchner Architekten Sophie Hoffstadt, Petya Stancheva und Tim-Raphael Bosch stellten die ausgearbeiteten Pläne vor. Wettbewerbsaufgabe im Realisierungsteil war die Planung eines Kulturzentrums mit Veranstaltungssälen, Bücherei, Bürgercafé, Räumen für Ausstellungen und optionalen Ergänzungsnutzungen, dazu die Planung einer Tiefgarage für 70 bis 80 Stellplätze. Im Ideenteil war die Umbauplanung und Erweiterung des ehemaligen Gasthofs "Zum schwarzen Bären" am Marktplatz 7 sowie des Nachbargebäudes Marktplatz 8 als hochwertiger Gastronomiebetrieb mit Eventbrauerei und mit 20 bis 30 Gästezimmern gefordert. Dazu kam als städtebauliche Ergänzung die Grundstücksneuordnung und die Setzung eines Baukörpers für ein kleines Mehrfamilienhaus sowie die Planung der Freianlagen im Hof des neuen Bärenareals einschließlich des Anschlusses der bestehenden Straße Alte Schießstätte.

Im Herzen der Altstadt

Die ehemalige Traditionsbrauerei und -gaststätte im Herzen der Altstadt stammte ursprünglich aus dem Jahr 1480. Johann Georg Kraus erwarb die Brauerei im Jahre 1866. Die Erbengemeinschaft Kraus schloss die Brauerei "Zum schwarzen Bären" im Jahr 1998. Nun soll in die beiden Gewölbekeller eine Eventbrauerei einziehen. Den Einstieg ins neue Bärenareal bildet der Platz am Kastenhof südlich der Kapelle St. Georg. Hier soll der neue Veranstaltungsraum und eine Bücherei entstehen. Geplant ist außerdem ein Multifunktionsgebäude für Direktvermarkter, eine Bierothek, Gastronomie, ein Biergarten und ein Brunnen. Draußen werden Natursteinpflasterbeläge und viel Grün eingesetzt. Nach dem Rückbau der Kegelbahn wird die Stadtmauer freigelegt.

Der Wunsch der Stadt, so Architektin Petya Stancheva, die alte Stadtmauer wieder als Park erlebbar zu machen, werde berücksichtigt, gleichzeitig finde das neue Areal Anschluss an den alten Stadtgraben. Mit der Neuordnung des Nachbargrundstückes und einem Mehrfamilienhaus wird die Wehrmauer in das Bauwerk eingebunden. Die Tiefgarage wird zweistöckig gebaut, dennoch wird es möglich sein, den tiefer gelegenen Eiskeller zu erhalten und eventuell zu nutzen.

Die Obergeschosse des Gebäudes sollen in Holzständerbauweise errichtet werden, und  so das ortsprägende Element des Schmuck- und Zierfachwerks aufnehmen. Die Verwendung nachhaltiger Baustoffe, die sensible Nutzung von Vorgefundenem und ein hoher energetischer Standard der Gebäude, aber auch der feinfühlige Umgang mit der gewachsenen Struktur des bestehenden Ensembles waren mit ausschlaggebend für den Entscheid der Jury. Die Siegerprämie in Höhe von 161 000 Euro teilen sich die Münchner mit dem Zweit- und Drittplatzierten. Besichtigen kann die Öffentlichkeit die Modelle im Mehrzweckraum der Adam-Riese-Halle noch bis 29. Oktober, täglich von 13 bis 17 Uhr, auch am Wochenende.