Heinz Petterich wird als Vorsitzender des Fußball-Kreisligisten FC Burgkunstadt zurücktreten. Dies bestätigte der ehemalige Erste Bürgermeister von Burgkunstadt und langjährige Vereinsvorstand des FCB auf Anfrage dieser Zeitung.

Bei einer internen Vorstandssitzung habe es einen großen Streit gegeben, "und ich habe die Konsequenzen gezogen", sagt Petterich. "So, wie die Herren das vorhaben, kann man einen Verein nicht führen. Und wenn der Ausschuss nicht hinter einem steht, muss man aufhören."


"Das Schriftliche folgt"

Petterich sei bisher zwar nur mündlich zurückgetreten, wie der Zweite Vorsitzende und sportliche Leiter Wolfgang Straßgürtel, mitteilt - aber: "Das Schriftliche folgt bald", sagt Petterich. Um was es in dem Streit konkret ging, wollten weder Straßgürtel noch Petterich sagen. Nach Auskunft des Ex-Bürgermeisters bestehe schon seit längerer Zeit Uneinigkeit über die Vereinsführung.

"Ich nehme die Situation locker und mache mir darüber keine Gedanken", sagt Straßgürtel. "Mit dem Verein wird es weitergehen. Mit Christian Ruß habe ich einen jungen, engagierten Dritten Vorsitzenden, wir arbeiten weiter." Mit Straßgürtel hat Petterich keine Probleme, wie er sagt, sein Rücktritt hat mit anderen Personen zu tun, deren Namen er nicht nennen will.

Petterich hatte vor etwa 20 Jahren entscheidenden Anteil daran, dass der Verein nicht pleite ging. Er engagierte sich sowohl als Bürgermeister als auch als Privatperson finanziell und ehrenamtlich. "Das war eine schwierige Zeit damals", erzählt Petterich. "Ich bin als Vorsitzender eingesprungen, weil sonst keiner da war. Erst wollte ich nicht gleichzeitig Bürgermeister und Vereinsvorsitzender sein, aber die haben mich überredet - und ich habe mich breitschlagen lassen. Aus der eigentlich einmaligen Sache sind dann zwei Jahrzehnte geworden" - und die waren teils sehr erfolgreich: Als Petterich beim Verein eingesprungen ist, waren kaum mehr Spieler vorhanden, da sie zuvor nicht bezahlt werden konnten.

Also musste der FC Burgkunstadt bei null anfangen. Mit guter Jugendarbeit und Trainer Peter Reichel gelang dem FCB dann innerhalb weniger Spielzeiten die große Überraschung: Er marschierte von der Kreisklasse bis in die Landesliga, und das fast ausschließlich mit Spielern aus der eigenen Jugend. Von der Saison 2010/11 bis 2013/14 hielten sich die Burgkunstadter Fußballer in der Landesliga, meist retteten sie sich in der Abstiegsrelegation.

"Die Landesliga ist für Burgkunstadt aber eigentlich nicht machbar", sagt Petterich. "Da geht es nur noch um's Geld, das wollen wir so nicht." Viele Spieler seien der Gage wegen zur Konkurrenz gewechselt - und dann ging es wieder abwärts: In der Saison 2013/14 ging Burgkunstadt in der Kreisliga an den Start, stieg im Folgejahr in die Kreisklasse ab - und wieder fast bei null angekommen, kämpfte sich der FCB in der Saison 2016/17 als souveräner Meister (15 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten) wieder in die Kreisliga.

In der vergangenen Saison verpasste der FCB als Tabellendritter knapp die Aufstiegsrelegation zur Bezirksliga. Zum Auftakt der kommenden Spielzeit empfängt der FC Burgkunstadt am 28. Juli den SV Friesen II. Ob Heinz Petterich dann im Stadion ist? "Mal sehen, wenn ich Lust habe", sagt er. "Gerade reicht es mir mit dem Fußball. Ich bin Opa und habe ein Haus. Jetzt habe ich Zeit, jetzt mache ich meine Dinge - ohne dass mir jemand reinredet."