Nach fünf, sechs Spielen der Bundesliga-Saison 2020/21 war im Oktober schon wieder alles vorbei. Am 18. Dezember hat der Deutsche Kegler-Bund Classic (DKBC) entschieden, die Wettbewerbe in den 1. und 2. Ligen abzubrechen. Zu diesem Zeitpunkt lag der SKC Staffelstein nach fünf Spieltagen mit 9:1 Punkten an der Spitze der Bundesliga-Tabelle, noch vor dem Serienmeister Rot-Weiß Zerbst. Der bestritt noch seine sechste Partie und beendete seine Spielzeit mit 10:2 Zählern. Das Staffelsteiner Heimspiel am 24. Oktober gegen Raindorf wurde abgesagt, da der Landkreis Cham zu diesem Zeitpunkt Risikogebiet war und die Verantwortlichen Bedenken hatten.

Seitdem fiel in der Bundesliga kein Kegel mehr um, keine Kugel rollte über die Bahn. Der Kapitän des SKC Staffelstein, Mathias Dirnberger, sprach mit unserer Zeitung über die vergangenen drei Monate und die Zukunft der Staffelsteiner Bundesliga-Kegler.

Wie bitter ist es, seinen Lieblingssport nicht ausüben zu können?

Sehr bitter. Ein wenig Abwechslung wäre schön. Ich habe seit März keine Kugel in der Hand gehabt. Nachdem die Saison 2019/20 ja zwei Spieltage vor Schluss abgebrochen wurde und es keinen Meister gab, und die sonst folgenden Einzelmeisterschaften abgesagt wurden, war die Zeit seit März über den Sommer ohne Spiele schon sehr lange. Dann haben wir fünf Spiele gemacht und wieder folgte der Saisonabbruch. Jetzt geht es frühestens im September weiter. Ich habe aber die Zeit zu einem Fernstudium, Sales & Management, genutzt. Zurzeit schreibe ich meine Bacherlor-Arbeit. Außerdem bin ich im Mai zum zweiten Mal Vater geworden. Mit zwei kleinen Kindern zu Hause, die ältere sollte ja in die Kita gehen, ist genug los.

Begrüßen Sie den frühen Abbruch der Saison in den Bundesligen bereits Mitte Dezember?

Ich denke, es gab keine Alternative. Auch wenn der Verband länger gewartet hätte, es hätte sich ja nichts an der Situation geändert. So weiß man früh bescheid und wartet nicht, ob es nun weitergeht oder nicht. Als Spitzensportler dürfte ich ja sogar trainieren, wenn mir jemand einen Bahn aufsperrt. Ich denke, so wie es entschieden wurde, ist es gut. Nun bereite ich mich auf den Sommer vor.

Der SKC Staffelstein lag bei Abbruch der Runde an der Spitze der Bundesliga. Wie hoch haben Sie die Chancen eingeschätzt, deutscher Mannschaftsmeister zu werden?

Na ja, wir hätten ja in der Rückrunde noch in Zerbst antreten müssen. Als Team waren wir gut drauf. Das 4:4 gegen Zerbst war verdient. Da die Zerbster ja in Breitengüßbach noch unentschieden gespielt haben, lagen wir nach Minuspunkten vor ihnen. Die Chancen waren da. Vor zwei Jahren war es aber noch enger. Da haben wir in Zerbst nur mit 13 Gesamtholz verloren und gaben zwei Duelle ganz knapp ab, ansonsten wären wir Meister geworden. Das war ärgerlicher. Unabhängig davon wäre auch ein zweiter Platz für Staffelstein ein großer Erfolg.

Gibt es schon Planungen, Gespräche zur Saison 2021/22? Bleibt die Staffelsteiner Mannschaft zusammen, und werden Sie noch für Staffelstein spielen?

Ich werde auch in der kommenden Saison, wenn es sie denn gibt, in Staffelstein spielen. Stand heute bleibt die Mannschaft zusammen. Jedenfalls hat sich mir gegenüber keiner geäußert, dass er etwas Neues sucht. Wir freuen uns darauf, im September wieder kegeln zu dürfen. Bis zum Ablauf der Wechselfrist am 30. Juni kann aber noch viel passieren. Es muss ja auch jeder Klub sehen, ob er seine Sponsoren in der Corona-Pandemie halten kann. Da sind wir mit Hans-Karl Brütting in einer glücklichen Lage. Die Situation an der Wechselfront ist das ganze Jahr schon ruhig. Normalerweise gibt es um den Jahreswechsel die ersten Gerüchte, dass der Spieler dahin wechselt und der andere dorthin geht.

Zur Person

Mathias Dirnberger ist am 27. September 1986 in München geboren und lebt mit seiner Frau Annika und zwei Kindern in Hüttisheim südlich von Ulm.

Erfolge: Silbermedaille mit der Mannschaft bei der WM 2015 in Speichersdorf, U23-Weltmeister mit der Mannschaft 2008, DKBC-Pokalsieger 2016 mit dem KC Schwabsberg

Persönliche Bestleistung 678 Kegel