Peter Reichel hat am Montagabend der Vorstandschaft der SpVgg telefonisch mitgeteilt, dass er als Coach nicht mehr zur Verfügung steht, teilte der Verein mit. Reichel führte rein sportliche Gründe an. Zu mehr wollte sich der 49-Jährige, der erst zu dieser Saison vom SV Friesen in den Michelauer Gemeindeteil gewechselt war, nicht äußern. Mit den Friesenern wurde Reichel in der vergangenen Saison Meister der Bezirksliga Ost und hätte in dieser Spielzeit in der Landesliga spielen können. Seine Zusage an die Lettenreuther hatte der langjährige Trainer des FC Burgkunstadt bereits im Februar gegeben.


Überrascht und enttäuscht

Der sportliche Leiter de SpVgg, Michael Hillebrand, war natürlich vom Rücktritt überrascht und enttäuscht. "Peter Reichel hat mir gegenüber den Rücktritt damit begründet, dass mit dieser Mannschaft die Bezirksliga nicht zu halten sei und das sportliche für ihn Vorrang habe." Persönlich sei Hillebrand enttäuscht, dass ihn Reichel seine Entscheidung nicht persönlich mitgeteilt habe. "Es sind ja noch 27 Spiele, und es stehen auch andere Mannschaften mit null Punkten in der Liga da", gab Hillebrand zu verstehen, dass Reichel die Flinte wohl zu früh ins Korn geworfen habe. Andererseits sagte der sportliche Leiter aber auch: "Reichel hat nicht zum Verein gepasst. Da müssen wir uns auch an unsere eigene Nase fassen. Das war ein Fehler von uns. Aber lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende."


Interims-Trainer-Trio

Ab sofort wird der letztjährige Kapitän Florian Eberth (Inhaber der C-Trainerlizenz) in Zusammenarbeit mit den Führungsspielern Daniel Fischer und Mehmet Catlakcan übergangsweise die Trainertätigkeiten übernehmen. "Wir sind auf der Suche nach einem Nachfolger, aber nicht unter Druck", sagte Hillebrand, der das Coaching während der Spiele mit übernimmt. Am Samstag (16 Uhr) steht für das Schlusslicht das wichtige Spiel gegen den Tabellenzwölften Bosporus Coburg (2 Punkte) an. "Das müssen wir gewinnen, dann hat die Mannschaft auch wieder Selbstvertrauen", so der Vereinsfunktionär. Dies habe dem Team gefehlt, und kritisierte damit auch das Coaching Reichels, von dem während des Spiels "zu wenig gekommen ist". Wenn es für die kleine Ortschaft vom Obermain nicht zu Klassenerhalt reichen sollte, gehe die Welt auch nicht unter, fügte Hillebrand an.
Experten sehen das Team als zu alt an. Die Mannschaft hat zwar Erfahrung, von der sie vor allem beim souveränen Gewinn der Kreisliga-Meisterschaft profitiert hat, doch weht in der Bezirksliga ein anderer Wind als in der Kreisliga Kronach.