Ohne gespielt zu haben, den Aufstieg feiern, das haben am Sonntagabend die Fußballer des TSV Markzeuln getan. Mit einigen Kleinbussen waren Spieler, Trainer und Verantwortliche beim Relegationsspiel des FC Coburg gegen Saas Bayreuth und feuerten die Coburger mit Pauken und Trompeten an. Nach dem 5:1-Sieg des FCC feierten nicht nur die Coburger den Aufstieg in die Landesliga, sondern auch die Marktzeulner den Sprung in die Bezirksliga Oberfranken West. Auch die wenigen Spieler des SV Würgau und TSV Meeder freuten sich, dass der Bezirksliga-Vizemeister Coburg die Liga verlässt, denn damit bleiben die beiden Bezirksligisten auch im nächsten Jahr in dieser Klasse und müssen in dieser Woche keine Relegationsspiele mehr gegen Marktzeuln bestreiten.


Die Nacht durchgefeiert

"Als ich am Montagvormittag gegen halb neun zum Aufräumen an die TSV-Turnhalle kam, waren immer noch einige da und feierten", berichtete der Marktzeulner Abteilungsleiter Dieter Rauch. Feuchtfröhlich fiel die Party aus, mit der die Saison für die Zeulner endete. Damit steigt der TSV zum dritten Mal nach 2007 und 2016 als Kreisliga-Vizemeister über die Relegation in die Bezirkliga auf. Am Freitag vor einer Woche hatten die Zeulner vor 1300 Zuschauern in Burgkunstadt die SpVgg Lettenreuth mit 4:1 besiegt und deren Abstieg besiegelt.
"Wenn ich an das Spiel denke, bekomme ich immer noch Gänsehaut", sagt Dieter Rauch über den Saisonhöhepunkt.


Trainerwechsel nach sechs Spieltagen

An den Aufstieg dachte nach sechs Spieltagen keiner in Marktzeuln. Nach zwei Siegen bei vier Niederlagen trennte sich der Verein von Trainer Oliver Kellner. Mit Michael Backert setzte Marktzeuln zu einer Serie von elf Siegen an. Nur noch ein Spiel wurde in dieser Spielzeit verloren.
Ausgerechnet beim späteren Meister ASV Kleintettau verlor der TSV zum Auftakt nach der Winterpause. "Wir führten zur Pause mit 2:0 und haben das Spiel noch mit 2:3 abgegeben", erinnert sich Rauch an die ärgerliche Pleite. In den restlichen elf Partien gab es aber dann noch sieben Siege bei vier Unentschieden, was letztlich souverän für Platz 2 reichte. Es folgte dann der Höhepunkt mit dem Sieg über Lettenreuth.


Starke Abwehr

Den Schlüssel für den Erfolg hat der Abteilungsleiter in der guten Abwehr gesehen. Lediglich 27 Gegentore kassierte die TSV-Defensive um die Innenverteidiger Johannes Rauch, Tobias Schütz, der allerdings zu Saisonbeginn lange verletzt fehlte, und Christian Schüpferling. Zusammen mit Torwart Bernd Grebner bildeten sie ein Bollwerk, das auch in der Bezirksliga bestehen sollte.
Im Angriff waren die Zeulner mit dem pfeilschnellen Außenstürmer Fabian Göhl (13 Tore), Lukas Heppner (11), Daniel Jahn und Dominik Weigl (je 10) sehr variabel und schwierig ausrechenbar. Nach Kleintettau (112 Treffer) verfügten die TSVler (85) über den zweitstärksten Sturm.
Dennoch hatten die Marktzeulner mit den lange verletzt fehlenden Andreas Franke (Achillessehnenentzündung), Dominik Endres-Backert (Kreuzband) auf der wichtigen Sechserposition und Abwehrspieler Florian Rauch (Schambeinentzündung) große personelle Sorgen. "Ich habe nicht gedacht, dass wir diese Ausfälle so gut kompensieren", gesteht Dieter Rauch. Für die kommende Saison sieht der Abteilungsleiter den Kader gut gerüstet. Die Abgänge von Lukas Heppner, der wieder zum FC Kirchlein geht, werden mit Rückkehrer Andre Bergmann (vom FC Burgkunstadt) und Nico Hahner (FC Baiersdorf) kompensiert.


Vier Talente aus der Jugend

Dazu kommen von den A-Junioren der JFG Rodach-Main vier gute Spieler, die bei den Männern zum Einsatz kommen sollen: Torwart Andre Michel, Jonas Kestel, Philipp Hartmann und Benjamin Broske. "Alles gute Jungs", sagt Rauch. Vielleicht komme noch ein Spieler dazu, doch zu 99 Prozent stehe der Kader. Die Mannschaft sei in der Breite gut aufgestellt. "Deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass wir nach einer Saison nicht wieder absteigen", so Rauch. "Wir haben aus den beiden Abstiegen gelernt. Allerdings sind die Teams aus dem Bamberger Raum schon sehr stark", weiß der TSV-Abteilungsleiter.
Auch wenn es in der kommenden Saison sicher nicht so viele Siege wie in der vergangenen zu feiern gibt, sollte die "tolle Kameradschaft und Stimmung" nicht leiden. Mit einem Schnitt von 173 Zuschauern pro Heimspiel lagen die Zeulner auf Platz 1 der Kreisliga Kronach. In der Bezirksliga sollen es wieder ähnlich viele Fans werden, die an den Sportplatz an der Rodach zu den Partien pilgern. Dann kann nach der Saison 2018/19 in der TSV-Turnhalle vielleicht der Klassenerhalt gefeiert werden.