Die aus Kunstadter Sicht wichtigste Szene folgte nach dem Schlusspfiff der Heimpartie gegen den 1. FC Nürnberg. Denn hier versammelten sich die HGK-Handballerinnen geschlossen vor dem Zuschauerblock der Kordigasthalle und erhielten anerkennenden Applaus von den Rängen - und dies trotz der klaren 20:34 (9:15)-Niederlage.


Feines Gespür der Fans

Die Fans der HGK bewiesen damit nicht nur ein feines Gespür für die Situation des Aufsteigers, sondern quittierten auch die couragierte Leistung der Prediger-Truppe gegen einen 1. FC Nürnberg, der sicherlich zu den Titelfavoriten der Landesliga zählen dürfte. Für die Kunstadterinnen blieb die Erkenntnis, dass man derzeit einem solchen Spitzenteam nicht das Wasser reichen kann.
Und dennoch: Im Duell Bezirksoberliga-Aufsteiger gegen Bayernliga-Absteiger hatte die HGK auch ihre starken Momente und ließ einen weiteren Entwicklungsprozess erkennen. Allerdings wurde dem Team um die erneut starke Torfrau Irene Dill auch vor Augen geführt, was der größte Unterscheid zu den Spitzenteams der Klasse ist.


Chance zum 3:4 vertan - wenig später hieß es 2:8

Coach Udo Prediger machte dies beispielweise an einer Szene fest, bei der die HG eine gute Chance zum 3:4-Anschlusstreffer vergab und aufgrund von weiteren leichten Fehlern zwei Minuten später mit 2:8 (14.) im Hintertreffen lag. "Hier hat der Gegner nur aus unseren Fehlern Profit geschlagen", sagte Prediger.
Auch wenn die Kunstadterinnen im Anschluss tolle Moral bewiesen, waren es vor allem die beiden Linkshänderinnen der Gäste, die über die rechte Angriffsseite zeigten, wie leicht man eine Abwehr mit zwei, drei schnellen Pässen aushebeln kann. Irene Dill war meist machtlos gegen die bärenstarke Marina Raab, die alle Freiheiten genoss.


Nachlässigkeiten werden bestraft

Nach dem 9:15-Pausenstand stellte die Prediger-Truppe bis zum 13:19 (36.) einen Gegner auf Augenhöhe, doch danach bestraften die flinken Gäste von Trainer Florian Heimpel jede Nachlässigkeit der Gastgeberinnen. Gerade in dieser Phase gab die Mannschaft aber ein enorm wichtiges Zeichen: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Symptomatisch war in dieser Hinsicht auch der Auftritt von Fabienne Seufert. Sie fand zur Form der Vorjahre und traf immerhin sechsmal ins FCN-Gehäuse. mts


Die Statistik

HGK: Dill, Weniger - Seufert (6), Freitag (5), Hümmer (4/1), Bauer (3), Fürst (1), Schneider (1), Huber, Baier, Bornschlegel, Zimmermann / HSV: Wiesend, Falkner - Raab (10), Kitza (6/3), Knopp (5), Wild (5/1), Brust (4), Cavlovic (2), Staudt (1), Strattner (1), Kick, Tischner