Stolz reckte er bei der Siegerehrung den Pokal in die Höhe und versprach, seinen Titel im kommenden Jahr verteidigen zu wollen. 280 Partien wurden samt unterschiedlichen Jugendturnieren absolviert.
Ein Blick auf allerlei Streiflichter und Notizen von den vier Tage andauernden oberfränkischen Meisterschaften in Schney.

Die kurioseste Aufgabe...

"gelang" Mark Hofmann von der SG Michelau/Seubelsdorf. Der 18-Jährige gab eine für ihn gewonnene Stellung in der irrigen Annahme auf, auf Verlust zu stehen. Ein Reflex, nicht durchdacht und einen ganzen Punkt kostend.

Der Neuling...

war auch ein Erfolgreicher und Spieler der SG Michelau/Seubelsdorf: Michal Michalek. Als ein Geheimfavorit gehandelt erspielte sich der Neu-Lichtenfelser auf Anhieb den zweiten Rang und wird im kommenden Jahr einen neuen Anlauf nehmen.

Gute Nachrichten...

auch von der U16. Benjamin Zerr von der SG Michelau/Seubelsdorf ist souveräner Sieger geworden. Es waren die Eröffnungen und Endspiele, in denen der Gymnasiast technisch zu überzeugen wusste. Sein lachender Kommentar zur Akzeptanz von Schach bei manchen Klassenkameradinnen: "Die Mädchen finden Schach langweilig."

Platzverweise...

gab es 2014 keine. Die wären erlaubt, sobald eines Spielers Handy auch nur klingelt. Die FIDE ist da rigoros und bestraft dies mit Partieverlust.

Ingo Thorn...

war einmal mehr souveräner Schiedsrichter. Der Coburger hat dafür auch eigens Lehrgänge der FIDE (Weltschachverband) besucht. Er dürfte weltweit Turniere - auch Großmeisterturniere - leiten. Aber er ist alljährlich gerne bei den Hobby-Spielern in Schney und mittlerweile eine lieb gewordene Institution.

Karenzzeit...

ist ein relativ neues Modell, wonach ein Spieler 15 Minuten nach Partiebeginn spätestens am Tisch zu sitzen hat. Ab Minute 16 hat er verloren. Die Regelung ist bei Schachspielern umstritten, vor allem bei denen mit langen Anfahrtswegen.

Die Meisterstufen der FIDE...

lauten auf FM, IM und GM. FM steht für FIDE-Meister, IM für Internationaler Meister und GM für Großmeister. Man muss in Turnieren mehrmals seine besondere Klasse nachweisen, um den nächst höheren Titel verliehen zu bekommen. Der Weltmeister ist immer Großmeister, sieht sich aber gerne als Primus inter pares - als Erster unter Gleichen.

FM in Schney...

gab es einen. FM Gerald Löw vom Zweitbundesligaverein TSV Bindlach Aktionär. Als haushoher Favorit gestartet, hätte er auch das Turnier gewonnen. Die Karenzzeit hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht und so musste er sich mit Platz 5 begnügen. Er tat es lachend. Der Grund für seine Teilnahme an einem Nicht-Profi-Turnier? "Ich habe hier vor 25 Jahren gewonnen und wollte beim Jubiläum wieder mitspielen."

Wolfgang Siegert schmunzelte...

als er danach gefragt wurde, wie viele Partien er in den Computer einhacken musste. Jeder Spieler ist verpflichtet, seine Partie auf Durchschlagformularen zu notieren. Die Züge müssen gut leserlich sein, damit sie in das Turnierverwaltungsprogramm eingegeben werden können. Eine eigene Software macht's möglich. Wolfgang Siegert, aus dem Raum Kulmbach stammend, war vier Tage lang damit beschäftigt, Partien einzutippen.