Feste sollte man feiern, wie sie fallen. So wurde Hannes Wagner am Sonntagabend noch - wenige Stunden nachdem er zum zweiten Mal deutscher Meister der Männer geworden war - in seiner Heimatstadt Lichtenfels geehrt. Zu Feiern gab es allerdings für die Fußball-Fans beim Public-Viewing am Lichtenfelser Säumarkt nicht viel. Da kam die Ehrung des 23-jährigen Ringers nach dem Deutschlandspiel gerade recht.
So durften die Fans jubeln und Hannes Wagner, am Samstag gerade 23 Jahre alt geworden war, bekam seinen Applaus und die Glückwünsche zum Geburtstag und für den deutschen Titel. Die Vereinsverantwortlichen um die neue Vorsitzende Britte Beier und Stefan Mehl (2. Vorsitzender) dankten Wagner, dass er den Namen des AC Lichtenfels so würdig vertritt. Bürgermeister Andreas Hügerich kam ebenfalls vorbei und überbrachte die Glückwünsche der Stadt.
In Burghausen nach dem Titelgewinn sprachen wir mit dem neuen und alten deutschen Meister in der 82-Kilo-Klasse.

Frage: Gratulation zum Titelgewinn, war die Goldmedaille auch das Ziel bei diesen Meisterschaften?
Hannes Wagner: Ja, der Titel war das Ziel, doch es war ein schwerer Weg zur Titelverteidigung.
Der schwerste Brocken war sicherlich Roland Schwarz vom AC Bindlach im Halbfinale?
Ja, das ist richtig. Es war eigentlich ein vorweggenommenes Finale. Nach meinem Auftakterfolg gegen Robert Fink vom RC Ehrenfeld, den ich vorzeitig mit technischer Überlegenheit besiegen konnte, war es der Halbfinalkampf, der über die Titelvergabe entschied.

Roland Schwarz hat einen großen Sprung nach vorn gemacht.
Ja, er hat das ja auch mit den fünften Plätzen bei den Europameisterschaften in Kaspiisk und der Militär-Weltmeisterschaft in Moskau bestätigt.

Wie verlief der Kampf im Halbfinale aus Ihrer Sicht?
Ich bin gut in den Kampf gekommen, die Forderung nach der Challenge und der damit verbundene Punkt kamen mir natürlich entgegen. Dann setzte Roland Schwarz alles auf eine Karte und ich konnte seine Aktion abfangen und ihn letztlich schultern.
Im Finale kamen Sie zu einem sicheren Sieg - insgesamt zufrieden?
Klar, im Finale kam ich mit technischer Überlegenheit gegen den Burghausener Lokalmatadoren Maximilian Lukas zum klaren und vorzeitigen Erfolg, so dass die Zuschauer gar nicht erst dazu kamen, ihren Ringer zu pushen. Es war mein zweiter Titel bei den Männern, der sechste deutsche Meistertitel für mich insgesamt.

Das Gespräch führte
Jörg Richter