"Letzte Runde - nochmal alles geben!", ruft der Betreuer hinter dem Trassierband. Sein Fahrer tut, wie ihm geheißen und stürzt sich in die steile Abfahrt - nur eine von zahlreichen spektakulären Momentaufnahmen beim nordbayerischen Finale im Mountainbiking, das am Donnerstag am Gymnasium und der Realschule Burgkunstadt ausgetragen wurde.
Die Ermittlung der Sieger in den Wettkampfklassen II (Jahrgäng 1995-97), III (1998/99, jeweils Jungen bzw. Mixed) und IV (2000 und jünger) folgt einem speziellen Schema, das der Komplexität des Mountainbikesports aber vollauf gerecht wird.

Kontrolle des Sportgeräts


Dem spektakulären Cross-Country-Event, einem je nach Altersstufe rund vier, sechs bzw. acht Kilometer langen Rundstreckenrennen mit herzhaften Steigungen und einer kernigen Downhill-Passage, wird ein Radtrial, ein Geschicklichkeitswettbewerb, vorgeschaltet, bei dem es nicht um die Zeit, sondern um die Exaktheit in der Kontrolle des Sportgeräts geht. Wer beim Treppenstufenfahren, der Überquerung eines 10 cm breiten Spurbrettes oder der Befahrung einer Doppelachtstrecke den Boden berührt oder sich sonstige Ungenauigkeiten leistet, bekommt Strafsekunden aufgebrummt, die später den Unterschied ausmachen können. Die am Ende drei zeitschnellsten Fahrer/Innen jedes Teams werden zum Endergebnis addiert.
Bei Mixed-Mannschaften kommen mindestens zwei Mädchen in die Wertung, bei den Jungenmannschaften darf maximal ein Mädchen starten.

Wer fährt besser - Mädchen oder Jungs?


Was natürlich zwangsläufig die Frage aufwirft: Sind nun die Jungs oder die Mädchen besser in einem Alter von etwa 10 bis 18 Jahren? Martin Paulusch, Trainer der Redwitzer Mountainbiker, die den Großteil der heimischen Schulmannschaften ausmachen, erklärt differenziert: "Es gibt über einige Jahre keinen physischen Nachteil bei den Mädchen, im Gegenteil: Durch ihre früher einsetzende Pubertät sind sie bei den Jüngeren sogar leicht im Vorteil, erst wenn die Buben kraftmäßig aufgeholt haben, sind deren Voraussetzungen besser."

Redwitzer Vereinsfahrer


In seinen Vereinsmannschaften dominieren zahlenmäßig, und das ist eher ungewöhnlich, die Mädchen, was sich diesmal auch auf die Schulsportteams überträgt. Die fünf Burgkunstadter Teams (zwei der Realschule, drei des Gymnasiums), betreut von den beiden organisierenden Sportlehrern Alexander Krebs (Gymnasium) und Hans Peter Lautner (RSB), können ihre ausgezeichneten Resultate der Vorjahre bestätigen. In jeder Altersklasse geht ein Sieg und damit der Qualifikationsplatz fürs bayerische Landesfinale nach Burgkunstadt, und zwar im Mixed II (Ann-Kathrin Essler, Sandra Heinel, Lukas Kornitzky, Sabrina Schmidt, Gymnasium), im Mixed III (Emma Bätz, Christoph Essler, Lisa Grünbeck, Realschule) und bei den Jungen IV (Louis Bernert, Jonah Trinkwalter, Paul Wagner, Gymnasium).

Faire Geste eines Bayreuthers


Kleinere "Absteiger" waren angesichts des mitunter atemberaubenden Tempos unvermeidlich, schwerere Stürze blieben aus. Schöne Randnotiz aus Sicht des Sportsgeistes: Ludwig Bolay vom Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium Bayreuth leistete einem gestürzten Gegner spontan Erste Hilfe und nahm einen deutlichen Zeitverlust damit freiwillig in Kauf. Er wurde zu Recht mit einem separaten Fairnesspreis ausgezeichnet. Es lebe der Mountainbikesport! cv