Die SG Enchenreuth/Presseck war wie befürchtet kein Einzelfall: nun hat Corona zwei weitere Fußballvereine aus dem Raum Kulmbach heimgesucht. Beim Bezirksligisten VfR Katschenreuth wurde ein Betreuer positiv auf Covid-19 getestet und mit ihm acht Spieler in Quarantäne geschickt. Schlimmer hat es den Kreisklassisten SV Motschenbach erwischt. Hier müssen ein Infizierter und 19 Personen aus dem Team in häusliche Isolation. Das Wichtigste vorab: Beiden Erkrankten geht es bislang gut.

VfR-Betreuer hatte das Virus

Der Betreuer des VfR Katschenreuth war am vorletzten Samstag (5. September) mit acht Kickern in einem Kleinbus zum Vorbereitungsspiel beim SC Jura Arnstein (4:0 für den VfR) gefahren. Am Freitag erhielt der Betreuer die Nachricht, dass er sich mit Covid-19 angesteckt hat, vermutlich bei einem Arbeitskollegen. "Wir haben sofort das für das Wochenende geplante Testspiel gegen Bad Berneck abgesagt und den Trainingsbetrieb eingestellt", erklärt VfR-Trainer Detlef Zenk.

Das Gesundheitsamt stufte alle acht im Kleinbus mitfahrenden Fußballer als Kontaktpersonen der Kategorie I ein und verhängte eine zweiwöchige häusliche Quarantäne. Alle wurden noch am Freitag getestet, doch bis Montag um 17 Uhr gab es erst sieben Ergebnisse - bislang alle negativ, wie der Corona-Beauftragte des VfR, Christoph Kühn, mitteilt.

Zwischen dem Freundschaftsspiel und dem positiven Bescheid lagen fünf Tage und zwei Trainingseinheiten der ersten und zweiten Mannschaft des VfR. An denen nahmen auch einige der Kontaktpersonen teil, der Betreuer war aber nicht da. "Die Trainingskollegen werden erst in Quarantäne genommen und überprüft, wenn einer der acht positiv ist", erklärt Oliver Hempfling, Leiter des Corona-Krisenstabs am Landratsamt. Auch für die Arnsteiner Kicker hätte ein weiterer positiver Bescheid noch Folgen.

Arnsteiner wissen von nichts

Beim SC Jura Arnstein wusste man vom Katschenreuther Fall und seinen möglichen Auswirkungen auf den West-Bezirksligisten nichts. Das Schlusslicht der Bezirksliga plant zurzeit mit dem Re-Start am Samstag (16 Uhr) gegen den FC Mitwitz. Der Sportliche Leiter des SC Jura, Stephan Rehe, war ob des Corona-Falles in Katschenreuth überrascht. Mit ihm habe niemand gesprochen.

Die VfR-Verantwortlichen gaben am Dienstagnachmittag eine (Teil-)Entwarnung. Alle Tests waren negativ, doch zwei Beteiligte wurden am Dienstag noch nachgetestet.

Am kommenden Sonntag wollten die Katschenreuther eigentlich nach einem halben Jahr Corona-Zwangspause wieder um Punkte in der Bezirksliga Ost spielen, Gast sollte der Vorletzte, der FC Tirschenreuth, sein. Doch der VfR denkt über einen Verlegungsantrag nach, denn Detlef Zenk müsste auf sechs Spieler verzichten, deren Quarantäne bis einschließlich Sonntag dauert. "Das ist natürlich eine große Schwächung", sagt Zenk. Zwei Spieler dürfen das Haus schon am Samstag wieder verlassen.

Sollte der VfR um eine Verlegung bitten, so wird Bezirksspielleiter Gerald Schwan die Partie absetzen und neu terminieren. "Ich brauche dann vom Verein Dokumente, die die Quarantäne belegen", sagt Schwan. Auf eine Meldung ans Sportgericht werde er aber verzichten. "Das ist nur bei einem schuldhaften Nichtantreten vorgesehen", so der Bezirksspielleiter.

Natürlich ist der Corona-Fall für Detlef Zenk so kurz vor dem ersten Punktspiel nach der Corona-Pause "ärgerlich", doch der Coach sagt auch: "Dass wir diese Woche nicht trainieren können, haut uns nicht um. Es steht doch außer Frage, dass der Fußball nebensächlich ist. Viel wichtiger ist, dass alle gesund bleiben. "

Noch schlimmer hat es den SV Motschenbach getroffen. 19 Personen müssen bis 22. September in häusliche Quarantäne. Ein Spieler, der am vergangenen Dienstag zum ersten Mal mittrainiert hatte, war positiv auf das Virus getestet worden.

Gesamte Mannschaft betroffen

Die schlechte Nachricht erhielt der Fußballer am Sonntag, noch am selben Tag mussten alle seine Trainingskollegen inklusive Trainer zum Reihentest nach Kulmbach. Bis auf einen Test lagen bis Dienstag alle Ergebnisse vor - alle waren negativ.

Ungefähr die Hälfte der Spieler, die am Dienstag mit dem Infizierten trainiert hatten, lief drei Tage später im Testspiel beim FC Kronach (3:0 für Motschenbach) auf - der Betroffene war da aber nicht dabei. Spielleiter Sebastian Kolb war als Betreuer mit von der Partie und hofft nun, dass es keinen weiteren positiven Fall gibt und nicht auch er in Quarantäne muss. "Schließlich will ich am Samstag kirchlich heiraten."

Kronacher verlegen ihr Punktspiel

Beim FC Kronach ist man mit den Motschenbachern in regem Informationsaustausch. FCK-Vorsitzender Stefan Lach hofft, dass in Motschenbach "alle Tests negativ ausfallen und auch im Kronacher Team keine positiven Fälle auftauchten". "Dennoch haben wir unseren Punktspielauftakt am Samstag gegen Oberlangenstadt in Abstimmung mit dem Kreisspielleiter vorsichtshalber abgesagt und wollen die Partie später nachholen", sagte Lach auf Nachfrage am Dienstagnachmittag. Wenn es denn in Motschenbach einen positiven Fall gäbe, dann wäre auch das Gesundheitsamt bereits auf uns zugekommen, meint der Vorsitzende. "Wir werden uns am Mittwoch in Motschenbach erkundigen, wie ihre Tests ausgefallen sind", meinte Lach, der die Situation entspannt abwartet.

Motschenbacher Match abgesagt

Das für kommenden Sonntag geplante Ligapokal-Spiel der Motschenbacher beim Nachbarn TSC Mainleus hat Spielleiter Gerd Rieß bereits abgesagt. Mit dem ersten Punktspiel nach einem halben Jahr am 27. September beim BSC Kulmbach könnte es für den SV aber klappen. "Wir haben uns natürlich gefreut, dass es wieder losgeht, waren gut vorbereitet. Aber man sieht, wie schnell es einen erwischen kann", sagt SVM-Trainer Michael Werzer.