Die Bauarbeiten zur Erweiterung des Saunalandes beginnen diesen Monat. Auf einem rund 6000 Quadratmeter großen Areal zwischen den beiden Armen des Lauterbaches werden zwei neue Saunen gebaut. Das Millionenprojekt war im vergangenen Jahr vom Zweckverband Thermalsolbad beschlossen worden. Im Endausbau - anvisiert ist Mitte 2021 - werde das Saunaland nach Angaben von Werkleiter Hans Josef Stich dann insgesamt 21 000 Quadratmeter groß sein und 13 Saunen umfassen.

Flaggschiff der Saunalandschaft soll die neue achteckige Aufguss-Sauna werden, die für insgesamt rund 200 Gäste konzipiert wird. Gekrönt werde dieser Bau von einem verglasten Sky-Ruheraum, der die Sicht auf das Gradierwerk und auf Kloster Banz ermöglicht.

Sauna mit Multivisionstechnik

Zunächst würden nun die Mitarbeiterparkplätze verlegt, sagt Hans Josef Stich, denn an deren Stelle sollen die Neubauten errichtet werden. Die Baugenehmigung liege vor, die Ausschreibungen seien getätigt, fährt Stich fort. Die Detailplanungen für dieses Gebäude würden derzeit vollendet, denn die große neue Sauna sei für Aufgüsse gedacht und werde mit Multivisionstechnik ausgestattet. Dazu zählt der Werkleiter die Spotlights in der Decke, eine Soundanlage sowie eine Nebelmaschine.

All das sei bereits mit Blick auf ein Ereignis geschehen, das übernächstes Jahr ins Auge gefasst wird. Hans Josef Stich: "Wir haben unseren Hut in den Ring geworfen für die Aufguss-Weltmeisterschaft 2022."

Hinzu komme der Neubau einer kleineren Sauna für rund 25 Gäste, die intern "Feuersauna" genannt wird, weil sich in ihrem Mittelpunkt ein glasummanteltes Kaminfeuer befindet.

Zudem werde die Verkehrsinfrastruktur der Therme weiter verbessert. Auf dem angekauften Areal der Maschinenfabrik Schröder entstehen in den nächsten Monaten rund 100 neue Parkplätze. Bei der Bemessung dieser Parkbuchten habe man die größeren Dimensionen heutiger Autos im Blick. Die Stellplätze werden unter Berücksichtigung der modernen SUVs größer ausfallen als jene, die in der Anfangszeit der Therme Mitte der 1980er Jahre ausgewiesen wurden.

Wie sicher ist das Saunieren in Zeiten der Corona-Krise?

Kontrolle Die Obermain-Therme weist auf ihrer Webseite darauf hin, dass sie bezüglich des Coronavirus' "in engem Austausch mit den Behörden und dem Gesundheitsamt des Landkreises Lichtenfels" steht. Unterstützt werde das Team der Therme bei der täglichen Bewertung der Situation von Fachverbänden wie der EWA (European Waterpark Association).

Medizinische Sicht Klaus Batz, der Geschäftsführer der EWA, sprach am 10. März mit dem Präventionsmediziner Dr. Christoph Specht über das Risiko eines Bad- und Saunabesuchs angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus'. Hier Auszüge aus dem Interview, das Sie in voller Länge auf der Webseite der Therme finden (www.obermaintherme.de):

Christoph Specht: Das neue Coronavirus wird ja wie alle anderen Erkältungsviren - übrigens auch das echte Grippevirus - über Tröpfcheninfektion weitergegeben ... Eine Übertragung funktioniert aber nicht über das Wasser. Das heißt, wir reden hier nicht über ein "Wasser-Virus", das irgendwo herumschwimmt. Das wäre gerade in einem Thermalbad oder einem Freizeitbad aufgrund der dortigen Hygiene-Voraussetzungen und der Chlorierung ganz unvorstellbar. Das mögen die Viren überhaupt nicht! Also die Gefahr, sich über das Wasser im Becken anzustecken, würde ich geradezu ausschließen. Etwas anderes ist es, wenn wir nahe beieinanderstehen. Aber das ist eben auch kein spezifisches Risiko in einem Bad, sondern das kann überall stattfinden. Wenn ich mit der Bahn oder mit dem Bus zum Bad fahre, dann habe ich dort sicher ein höheres Risiko als im Bad selbst. Einfach weil dort meistens mehr Menschen eng beieinander stehen oder sitzen. ... In einer Sauna kommen mehr oder weniger viele Menschen auf engem Raum zusammen. Wir haben da eine ähnliche Situation wie in einem öffentlichen Verkehrsmittel. Natürlich ist es möglich, in solchen engen Räumen das Virus zu übertragen. Auf der anderen Seite ist ein Saunabesuch vermutlich nicht gefährlicher als im Bus zu fahren, denn dort hat man eben auch diese engen Räume. Bei der Sauna kommt noch hinzu, dass hier ja höhere Temperaturen eine Rolle spielen - und das Coronavirus mag es nicht so besonders warm und nicht so extrem feucht. Trotzdem - hier gilt wieder einmal dasselbe wie überall, wo sich Menschen begegnen: Sich nicht gegenseitig anniesen oder anhusten, ein bisschen Abstand wahren und die Hände vor und nach dem Händeschütteln waschen.