Die Bilanz könnte kaum besser ausfallen: Der Korbmarkt sei attraktiver geworden, bei niedrigeren Kosten. Logisch, dass der Ausschuss für Stadtentwicklung da rundum zufrieden war. Großes Lob gab es deshalb am Donnerstagabend für die maßgeblichen Organisatoren der Großveranstaltung, Citymanager Steffen Hofmann und Manfred Rauh vom Verein ZEF (Zentrum Europäischer Flechtkultur) Lichtenfels. Sie präsentierten die Zahlen aus dem Vorjahr und die Pläne für den 39. Korbmarkt, der am 14. September beginnen wird.
Für den Programmpunkt Flechtfestival betrug der Eigenanteil der Stadt 2017 rund 13 500 Euro, für das Rahmenprogramm nach Abzug der Einnahmen 15 350, und an Sachkosten fielen 26 000 Euro an. Den Personaleinsatz beziffert die Verwaltung auf fast 85 000 Euro, wobei diese Stunden gemeinsam geschultert werden und ohne sie auch keine Stelle eingespart werden könnte. Unterm Strich kostete der Korbmarkt 2017 die Stadt sogar 28 000 Euro weniger als der von 2016.
Gäste und Handwerker waren angetan - also kann man auf Bewährtem aufbauen, mit Weidenobjekt vor der Stadtpfarrkirche und Ausstellung des britischen Flechtkünstlers Tim Johnson im Stadtschloss. Im dortigen Weinkeller werden wieder Flechtkurse angeboten, die bereits buchbar sind (www.flechtworkshops.de). Zudem soll in Lichtenfels die Qualifikation der deutschen Teilnehmer am Weltfestival der Flechter (2019 in Nowy Tomysl/Polen) über einen Wettbewerb erfolgen.
Bewerbungen um die Nachfolge von Korbstadtkönigin Maria sind noch bis 16. April möglich. Wer der Auserwählten dann die Krone aufsetzen wird, wird bis zur obligatorischen Pressekonferenz nicht verraten. Aber: Der 39. Korbmarkt wird erstmals zwei Schirmherren haben; einen aus dem künstlerischen Bereich, verbunden mit einem unterhaltsamen Auftritt am Samstag, einen weiteren aus der Politik, mit dessen Präsenz der Eröffnungsabend aufgewertet werden soll. Künftig will man diese Doppelschiene fahren, wie Steffen Hofmann ankündigte.
Und was gab es in der Sitzung noch? - Einen Austausch über das Für und Wider von Bedienung auf dem Marktplatz. Bei Altstadtfesten eigentlich nicht üblich, aber bequemer. Die Frage soll mit dem zuständigen Catering-Unternehmen erörtert werden. Die Stadt möge über die Möglichkeit nachdenken, auf Gebühren für den Kinderflohmarkt zu verzichten, regte Georg Meißner (CSU) an. Frank Rubner (CSU) brachte die Terminfrage vor; in der Bevölkerung werde über die Möglichkeit einer Vorverlegung des Korbmarkts diskutiert, um die Wahrscheinlichkeit für schönes Wetter zu erhöhen. Die Mehrheit der Stadtratskollegen sieht allerdings gute Gründe für ein Beibehalten des Termins - Bekanntheitsgrad, Parallelveranstaltungen, Schulferien etc.
Nicht vergessen ist der Wunsch, dass Besucher in der Korbstadt das ganze Jahr hindurch Flechtwaren zum Kauf finden. Im Zuge der Pläne um das städtische Gebäude Marktplatz 10 sei ein Verkaufsraum mit vorgesehen, sagte Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD). Für rund 23 000 Euro lässt der Ausschuss eine Machbarkeitsstudie zu diesem Haus erstellen. Ein Flechtobjekt auf dem Köstener Kreisel soll das Innovationszentrum Lichtenfels konstruieren, zum Angebotspreis von rund 30 000 Euro.
Im Bahnhof wieder Flecht-Exponate auszustellen - diese Idee wird so lange nicht mehr verfolgt, wie die Bahn an ihren Vermietungsmodalitäten festhält. Der Bürgermeister machte auf Nachfrage deutlich, dass man diese Summe anderweitig besser einsetzen könne. Manfred Rauh sprach den Leerstand des Bahnhofscafés an und ergänzte, dass ohne die Bilder von Geflecht die einstige Ausstellungsecke ein Schandfleck wäre.

Kommentar: "Was soll die Termin-Diskussion?!"
Seit fast 40 Jahren ist es so, und mittlerweile ist dieser Termin gesetzt: Korbmarkt in Lichtenfels ist immer am Wochenende um den dritten Sonntag im September. Es ist ein Gerücht, dass Wetterberechnungen einst ausschlaggebend gewesen seien. Tatsächlich war der Korbmarkt viele Jahre hinweg mit gutem Wetter gesegnet. Aber Mitte/Ende September hält bei uns nun mal der Herbst Einzug. Wunderschöne, sonnige Altweibersommertage sind genauso drin in der Wetter-Wundertüte wie nasskalte Sturmwinde. Die Flechthandwerker, sonstige Mitwirkende und Organisatoren haben bisher immer einen Weg gefunden, das Beste aus dieser Unwägbarkeit zu machen. Besucher kamen auch bei schlechtem Wetter; sie saßen dann halt nicht so gern an den Biertischen, hatten aber, vielleicht lieber mit einer Tasse Kaffee, in den allermeisten Fällen wohl trotzdem ein schönes Erlebnis. Warum sollte also an dem Termin etwas geändert werden? Immer wieder kommen entsprechende Diskussionen auf. Es geht beim Korbmarkt doch (hoffentlich!) nicht um maximalen Bierausstoß. Es gibt auch im August ungemütliche Tage, im Frühling sowieso. Vor allem aber hat sich der Termin etabliert, Flechter und Freunde der Flechtkunst aus ganz Europa wissen Bescheid und haben sich darauf eingestellt. In anderen Monaten finden andere, ebenfalls längst etablierte Events statt. Man kann nicht nach Belieben umplanen. Deshalb ist es anzuraten, die leidige Diskussion um einen besseren Korbmarkt-Termin endlich zu lassen.
Vielleicht gibt es Ideen, wie man im Rahmen der Möglichkeiten einer Open-Air-Veranstaltung zusätzliche kleine Stationen zum Unterstellen, Aufwärmen und Verweilen schaffen kann. Aber es gibt kein Sonnenschein-Abo und deshalb auch keinen besseren Termin.