5000 Liter. So viel fasst das aufblasbare Bassin, aus dem ein Quell zu sprudeln schien. Die Kinder, die hier zur Feuerwehr hinter das Rathaus gerieten, hatten es gleich doppelt gut: Sie durften sich hinter das Lenkrad des Löschfahrzeugs setzen, aber auch eine Menge lernen. Vom Gebrauch technischen Geräts bis hin zum Fragenstellen standen ihnen u. a. Jugendfeuerwehrler parat. So wie Timm Ziller (13). Dass er seine Freizeit hier verbringt, um kleine Kinder zu bespaßen, empfand er nicht als verlorene Zeit, sondern als "cool". Denn: "Ich hätte das in meiner Kindheit auch gerne gehabt." Doch auch er konnte beobachten, dass es mitunter die etwas älteren Kinder waren, die sich ihrem Spieltrieb ergaben. Ein 48-Jähriger sei ihm auch untergekommen, der habe auch gespielt.
Zusammengefasst geht es bei dieser aus dem Kreis Aktionsgemeinschaft Treffpunkt Lichtenfels und dem Stadtmarketing entstammenden Veranstaltung darum, eine Begegnungsstätte zu schaffen. Kinder begegnen ab 10 Uhr Spielzeugen und Eindrücken, Familien einem Familienangebot und das Ganze wiederum begegnet bis 17 Uhr ausgeweiteten längeren Ladenöffnungszeiten. Für ehrenrührig wird das bei Besuchern einer kleinen Umfrage zufolge nicht wahrgenommen. Im Gegenteil. Heimische Unternehmen und im Stadtgebiet angesiedelte Firmen brachten sich als Sponsoren ein.
Immerhin gab es technische Gerätschaften, die beispielsweise einen Weg aus Bamberg auf sich zu nehmen hatten. So das Rodeo, bei dem Kinder Schlange standen und sich wie Cowboys fühlen durften, aber am Ende immer aus dem auf einem Riesenfußball montierten Sattel fielen. Weich und allerspätestens nach 60 bis 80 Sekunden. Tom Sanderbrand heißt der Mann, der den "Galaxy Bull" aufbaute und bediente. Greenhorn und Cowboy lauteten zwei Einstellungen.
Papa Waldemar und Sohn Lukas genossen ihr Miteinander. Jeder schenkte dem anderen bei einer Art Magnet-Tischfußball ordentlich ein. Hüben wie drüben fielen Tore. "Wir haben uns vorgenommen, viele Stationen abzugehen", erklärt Papa Waldemar, sich kurz auf dem Gelände unter dem Zelt an der nachmittäglichen Sonnenseite des Rathauses umblickend. Hier lag Holzspielzeug verstreut, auch Parketthölzer in einer Anzahl von 20 000 Stück und unter dem Motto "Bauen, spielen, bewegen, knobeln". Am Rande, an den Endausläufern dieser Hölzer, sitzt auch Andreas Braun aus Burgkunstadt. Ein Erwachsener, aber einer in Gesellschaft von Kindern. "Wir sind zum Spielen da, nicht zum Einkaufen", sagt er mit einem Grinsen. Lob für das sich über Hunderte Quadratmeter erstreckenden Geschehen hat er, kleine Kritikpunkte und Anregungen aber auch. "Ein Torwandschießen wäre kein Aufwand", meint er und sieht heimische Fußballvereine in der Pflicht, sich am Lichtenfelser Kindererlebnistag zu beteiligen.
Eine Anregung, die der sich rührig auf dem Platz umsehende Citymanager Steffen Hofmann gerne aufgreift. Vor einem halben Jahr begann er mit der Planung dieses nun schon zur Tradition gewordenen Tags. Es galt unter anderem auch ihn zu bekommen: Stephan Bach, Schauspieler und Sprecher, ausgestattet mit sonorer Stimme und schauspielerischer Präsenz. Der Mann ist vielbeschäftigtes Ensemblemitglied und fand doch Zeit, Kindern aus "Der Schatz der Piraten" vorzulesen. Die Kulisse dazu bot das Piratenschiff der "Maapiraten" aus Reundorf. Auch der TV Unterwallenstadt brachte sich mit einem Auftritt ein, so wie ein Zauberkünstler oder der Piraten-Tattoos für Kinder anbietende Drogeriemarkt, der zwar in der Mainau ansässig ist, dessen Filialleiterin aber auch eine Verbundenheit zu Innenstadt erklärte. "Ich finde wirklich, in der Stadt, in der man ist, kann man sich ein Stück weit einbringen."
Absoluter Höhepunkt dürften aber die im Schwimmbassin liegenden Riesenrollen gewesen sein, die für Kinder begehbar waren und um sich selbst rotierten. Zwischen Stadtbücherei und Feuerwehr, Piraterie und Einkauf sponn der Erlebnistag weiter an seiner von Lichtenfelsern gut angenommenen Tradition. Der Platz war voll mit Eltern und Kindern.