"Es ist eines der größten Wohngebiete, die die Stadt Lichtenfels in den letzten Jahren erschlossen hat", sagte Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) am Montag im Stadtteil Reundorf. Dort fand der symbolische Spatenstich für das Gebiet "Maintal" statt. Auf einer Fläche von 4,8 Hektar entstehen bis April 2019 48 Bauplätze sowie eine Sport- und Spielfläche. Neben den Bürgermeistern, Stadtratsmitgliedern, Bauherren und weiteren Beteiligten kamen viele interessierte Bürger, um am offiziellen Baubeginn teilzuhaben.
"Wir wollen damit die Möglichkeit schaffen, dass sich Familien hier ansiedeln können", erklärte der Bürgermeister. Dabei sei es egal, ob junge oder alte, verheiratete oder alleinerziehende Personen herziehen. "Lichtenfels soll für alle eine Heimat sein", betonte er. Den Namen "Maintal" hat das Baugebiet, so Hügerich, nicht ohne Grund: "Das ist einfach eine wunderbare Lage, hier in Reundorf lässt es sich verdammt gut leben."


Unglaublich viele Anfragen

Dieser Ansicht sind nicht nur die jetzigen Stadtteilbewohner. Die Nachfrage nach den Bauplätzen war enorm: "Wir hatten so viele Anfragen, dass wir im Oktober einen Tag festgelegt hatten, an dem man sich ab acht Uhr im Rathaus eintragen konnte. Manche hatten sogar Stühle dabei und übernachteten. Ab sechs Uhr hat sich schon eine Schlange gebildet", erinnerte er sich. Daher gebe es keine freien Bauplätze mehr, im Gegenteil seien die Grundstücke sogar mehrfachreserviert.

Die Gesamtkosten betragen 1,4 Millionen Euro. Die Firma Mühlherr aus Sonneberg erschließt das Baugebiet für rund 986 000 Euro. Für die Kanalisation fallen weitere 180 000 Euro an. Diese soll im sogenannten Mono-Erschließungssystem erfolgen, bei dem sich alle Ver- und Entsorgungsleitungen in nur einem Graben befinden. "Für uns ist das eine mittlere Baumaßnahme, es sieht alles unproblematisch aus ", sagte Prokurist Peter Mühlherr.


Grüner Lärmschutzwall

"Eine Herausforderung könnte aber der Lärmschutzwall werden", fügte er hinzu. Denn dieser soll für etwa 230 000 Euro direkt an der Bahnlinie errichtet werden. "Da ist viel Abstimmungsarbeit mit der Deutschen Bahn notwendig, wenn er so nah am Gleis ist."
Für Bürgermeister Hügerich ist der Lärmschutzwall "das i-Tüpfelchen". Denn es soll keine Mauer, sondern ein Natur-Wall entstehen, der flächendeckend bepflanzt und zur Bahnseite hin mit Solarzellen von der Firma IBC versehen wird. "Davon profitieren nicht nur die Bewohner des neuen Wohngebiets, sondern auch die des bestehenden Ortsteils", sagte er.

Insgesamt käme das Bauprojekt der gesamten Stadt zugute. Lichtenfels würde stetig wachsen. So verwies er auf die gegenüberliegenden Bauarbeiten für das Gewerbegebiet an der A73. Dort sind die Baukräne der Großbaustelle zu sehen. "Hier tut sich was", sagte er freudig. Lichtenfels werde durch die großen Bauprojekte zunehmend ein attraktiver Standort zum Leben und Arbeiten. Damit erreiche die Stadt ein großes Ziel: "Lichtenfels soll und wird lebendig bleiben."