Andreas Hügerich ist seit einer Amtsperiode Lichtenfelser Bürgermeister. Herausgefordert wird er bei der Kommunalwahl am 15. März von Uwe Held (CSU), den wir in der nächsten Ausgabe befragen. Frage:Was möchten Sie als Bürgermeister tun, um Lichtenfels attraktiver für junge Familien zu machen?

Andreas Hügerich: Ich werde mich weiterhin für bezahlbare Baugrundstücke und die Schaffung von Wohnraum für Jung und Alt einsetzen.

Das Thema der Kinderbetreuung liegt mir darüber hinaus besonders am Herzen. Mein Ziel ist der weitere Ausbau von qualitätsvollen und vielfältigen Kinderbetreuungsplätzen. In vielen Gesprächen mit Eltern wird mir deutlich, dass, obwohl wir in den vergangenen Jahren bereits viele neue Kitaplätze geschaffen haben, wir noch weitere Plätze benötigen und das Betreuungsangebot noch weiter ausbauen müssen, damit unsere Kinder gut aufwachsen können und unsere Familien Beruf und Familie vereinbaren können. Damit unsere Kinder gut auf die Berufswelt vorbereitet werden, müssen wir unsere Schulen modern gestalten. Hier stehen beispielsweise mit dem Neubau unserer Grundschule Leuchsental sowie der Digitalisierung unserer Grundschulen und unserer Mittelschule bereits die nächsten Maßnahmen an.

Durch eine großartige Beteiligung unserer Kinder und Familien konnten wir bereits einige unserer Spielplätze neu und attraktiv gestalten und so auch das Freizeitangebot für Familien weiter ausbauen. Diesen Weg möchte ich weitergehen.

Ist im Stadtgebiet gut vorgesorgt für den demografischen Wandel - sprich: gibt es genügend barrierefreie Wohnungen und sind die öffentlichen Gebäude für ältere Menschen gut erreichbar?

Die Barrierefreiheit ist mir ein großes Anliegen. Wir haben in den letzten Jahren viel in die Barrierefreiheit unserer öffentlichen Gebäude investiert. So sind z. B. unsere beiden Rathäuser, das Merania-Bad und die Bushaltestelle am Friedhof nun barrierefrei. Auch bei unseren zukünftigen Bauprojekten, z. B. der Stadtbücherei Marktplatz 10, spielt das Thema Barrierefreiheit eine wichtige Rolle.

Um die zukünftigen Bedürfnisse unserer Bürgerinnen und Bürger zu kennen und die Planungen der Stadt entsprechend auszurichten, geben wir gerade eine Sozialraumanalyse mit einer Bedarfsprognose in Auftrag. Mit den Ergebnissen können wir so noch besser auf die Bedürfnisse unserer Bürgerinnen und Bürger eingehen.

In der Zwischenzeit werden aber bereits die ersten Projekte umgesetzt: In der Kirchgasse werden barrierefreie Wohnungen für Senioren mitten in unserer Innenstadt entstehen. Die Altenwohnhäuser in der Nordgauerstraße werden von der Stadt vermietet, und ich möchte selbstverständlich an unseren Wohnungen für ältere Menschen zu einem niedrigen Mietpreis festhalten. Beim Gebäude unseres ehemaligen Altenheimes werden aktuell die Vermögensverhältnisse der Maiacher Stiftung geklärt. Im Anschluss können die Planungen zur Realisierung des Lichtenfelser Modells, sprich barrierefreie Wohnungen für betreutes Wohnen weiterverfolgt werden.

Die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger ist mir dabei ein besonderes Anliegen. Mit der Zukunftswerkstatt und der Vision 2030 konnten wir bereits eine breite Bürgerbeteiligung starten und vor allem im Handlungsfeld "Sozial-integrative Stadt" und den Projektgruppen "Wohnraumbedarf" und "Senioren & Menschen mit Handicap" viele wertvolle Impulse und Anregungen sammeln, die ich gerne umsetzen möchte.

Sehen Sie ein Defizit im Freizeitbereich? Hat Lichtenfels auf diesem Sektor aufzuholen, etwa beim Beleben der Innenstadt mit gastronomischen Betrieben?

Unsere Innenstadt ist lebendiger geworden. Es macht mich glücklich, dass unsere traditionellen Veranstaltungen wie der Korbmarkt und der Lichtenfelser Kinosommer, aber auch unsere neuen Veranstaltungen wie der Kindererlebnistag, die Fanmeile oder das Lichtenfelser Weinfest einen großen Besucherzuspruch erfahren. Auch in der Gastronomie hat sich in den letzten Jahren einiges getan, und wir haben ein hervorragendes gastronomisches Angebot in der Innenstadt. Mit den neuen Förderprogrammen konnten wir als Stadt dabei einen wichtigen Beitrag leisten und die Ansiedlung neuer Cafés und Geschäfte unterstützen.

Ich möchte mich auch in Zukunft weiter für die Belebung unserer Innenstadt einsetzen. Ein wichtiger Impuls wird hier auch die Realisierung unserer neuen Stadtbücherei und Tourist-Information am Marktplatz sein.

Wie ist Ihrer Meinung nach der Zustand der Internet-Datenleitungen im großflächigen Lichtenfelser Stadtgebiet? Gibt es noch weiße Flecken, die verschwinden sollten? Und wie könnte das finanziert werden?

Ich werde mich weiter für den Ausbau von High-Speed-Internet sowie eines flächendeckenden Mobilfunknetzes einsetzen. Das ist wichtig für unsere Wirtschaft und unsere Familien, die durch Home Office Familie und Beruf unter einen Hut bekommen können.

Wir haben in den vergangenen Jahren die Förderprogramme in Anspruch genommen und in den Ausbau des Breitbandnetzes investiert. Ende dieses Jahres soll ein neues Förderprogramm für Kommunen aufgelegt werden. Dieses wollen wir aufgreifen und die noch nicht optimal versorgten Bereiche mit High-Speed-Internet versorgen.

Was wollen als Erstes anpacken, wenn Sie am 15. März im Amt bestätigt werden?

Wir haben in den letzten Jahren viele Projekte geplant, vorbereitet und "auf die Gleise gesetzt". Diese möchte ich mit aller Tatkraft weiter umsetzen. Das Gespräch führte Matthias Einwag.