Die "Christine und Tobias Hagel GbR" bekommt das gemeindliche Einvernehmen für ihr neues Bauvorhaben. Sie beabsichtigt, unweit des kleinen Dörfchens Messenfeld einen Tierwohlmasthähnchenstall mit Wintergarten an die bestehende Hähnchenmastanlage anzugliedern. Mehrheitlich stimmten die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses für das Projekt, das laut Baugesetzbuch privilegiert ist.
Nicht aber, ohne vorher dem Bauwerber noch einige kritische Fragen zu Tierwohl und Umsetzung zu stellen. 45 000 Hähnchen sollen im Neubau künftig gemäß Tierwohllabel aufgezogen werden, der Stall wird damit auf insgesamt 84 500 Tiere aufgestockt.


Kontroverse Diskussionen

Die Errichtung des bestehenden Baus hatte vor einigen Jahren für kontroverse Diskussionen und Protestaktionen gesorgt. Zum Neubau wollten die Räte wissen, inwieweit die Wasserversorgung denn gesichert sei. Dazu erläuterte Tobias Hagel, dass es am Stall einen Brunnen gebe. Dass der Betrieb im vergangenen Sommer massiv Wasser zur Mastanlage gefahren habe, habe nichts mit der Tatsache zu tun, dass die Wasserversorgung ungenügend sei. Vielmehr sei das Wasser des Brunnens sehr kalkhaltig und könne kaum für die teuren Sprühkühldüsen in der Mastanlage verwendet werden, weil diese dann allzu schnell verstopfen. Ob er einen zweiten Brunnenschacht bohren wird, ließ er offen. Nach aktuellem Stand gehe er davon aus, dass die Versorgung auch so ausreichend sei. Definitiv geplant ist aber eine große Regenwasserzisterne, die nicht nur als Wasserreservoir für den täglichen Betrieb dienen soll, sondern im Brandfall auch den Einsatzkräften zur Verfügung steht. Darüber hinaus wird der ständige Wasservorrat für den Brandschutz von 70 auf 100 Kubikmeter aufgestockt. Die staatliche Tierwohl-Kennzeichnung wurde unter Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ins Leben gerufen.


Picksteine und "Spielzeug"

Gemeinderätin Roswitha Wich (Freie Wähler) wollte wissen, ob das Tierwohl denn auch unabhängig kontrolliert werde. Betreiber Tobias Hagel bestätigte dies: Laut Vertrag könnten die Kontrolleure jederzeit und unangekündigt nach Messenfeld kommen. Den bestehenden Stall habe er schon umgestellt. Für das Tierwohl werden auch Picksteine und kleine Strohbündel sowie andere Beschäftigungsutensilien installiert. Und die Hähnchen haben die Möglichkeit, in einen Freiluftbereich zu gelangen. Ob er den bestehenden Stall irgendwann auch durch einen Wintergarten und einen Kaltscharrraum ergänzen werde, ließ er offen.
Eveline Zeis (SPD) thematisierte den Lastverkehr. Tobias Hagel erläuterte, dass die Transporteure beim Ausstallen die Anweisung hätten, über die B 4 und dann die Straße Richtung Birkach anzufahren - und eben nicht durch Messenfeld. Entsprechend sei der Weg auch ausgeschildert. Im Großen und Ganzen klappe das gut. Uneins waren sich die Messenfelder Gemeinderäte, wie hoch die Schwerlastbelastung für den Ort heute sei:.
Während Roswitha Wich von "deutlich spürbaren" Auswirkungen sprach, so ist es laut Markus Knipper (CSU) "nicht wirklich viel". Betreiber Hagel wiederum argumentierte, dass es durch die insgesamt niedrigere Besatzungsdichte im Maststall auch weniger Zubringerverkehr gebe. Letztlich stimmten nur Roswitha Wich und Eveline Zeis gegen das Bauvorhaben. el