Mit einem großartigen Festakt begannen die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Weismain. In einem vorausgegangen Gottesdienst, den der Weismainer Kreisbrandmeister Matthias Müller und die Festdamen als Lektoren mit ausgestalteten, bezeichnete es Pfarrer Gerhard Möckel als positiv, wenn ein solches Jubiläum mit dem Gang ins Gotteshaus beginnt.

Im Anschluss ging es mit Trommelwirbel zum Weismainer Kriegerehrenmal, um der verstorbenen Feuerwehrkameraden der letzten 150 Jahre zu gedenken. Vorsitzender Roland Säum fragte nach der Zweckmäßigkeit einer derartigen Gedenkfeier. Sie sei deshalb nötig, weil die verstorbenen Kameraden mit ihrem Pflichtbewusstsein, ihrer Treue und ihrem Gefühl von Zusammenhalt immer beispielgebend für die nächste Generation waren. Mit dem Lied vom guten Kameraden und Böllerschüssen, sowie der Niederlegung eines Kranzes war dies ein würdiges Gedenken.

Mit Marschmusik ging es dann durch die Altstadt in die Stadthalle. Dort begrüßte Vorsitzende Roland Säum alle Ehrengäste und Feuerwehrinstitutionen. Er freute sich über die Teilnahme des Patenvereins aus Altenkunstadt. Die Weismainer Blasmusik unter der Leitung von Marion Müller-Eizenberger hatte den Abend mit dem "Frankenlied-Marsch" eingeleitet. Überhaupt brachten die Musiker gekonnte Farbtupfer in das Geschehen.

Die Festdamen in ihren herrlichen Festkleidern ließen in einer Chronik dann die 150 Jahre FFW Weismain Revue passieren. Bereits vor dem offiziellen Gründungsjahr 1868 hat es in Weismain eine Löschmaschine aus Messing gegeben. Für die Aufbewahrung diente ein sogenanntes Leiterhaus, das sich am unteren Tor befand. Die Stadt besaß zudem eine Feuerspritze, um die es nicht zum Besten stand, fünf Feuerleitern, sechs Feuerhaken und 32 lederne Feuereimer. Im Verlauf des 19.  Jahrhunderts gab es neue Tendenzen und es wurden für eine effektive Löscharbeit Feuerwehren gebildet.

Für die Weismainer Feuerwehr gilt 1868 als Gründungsjahr. Bereits 1873 war die Wehr gefordert und hatte eine größere Bewährungsprobe zu bestehen. Die Werkstatt des Lohgerbers und Seifensieders Johann Müller stand in Flammen. Es konnte das Schlimmste verhindert werden. Das Leiterhaus musste 1874 abgebrochen werden. Die Utensilien wurden an der Mauer mit starken Eisenhaken angebracht. Wo die inzwischen drei Feuerspritzen lagerten ist nicht überliefert. Um die Jahrhundertwende wurde nach einer geeigneten Scheune für Unterstellmöglichkeiten gesucht. 1913 wurde dann eine Halle gebaut. Die Inbetriebnahme war für Weismain ein großes Ereignis. 1946 übernahm Johann Weidner das Kommandantenamt, welches er bis zu seinem Tod innehatte. Bis 1979 begleitete der jeweilige Bürgermeister den Vorstand. In den 50er-Jahren wurde im Bereich des Löschwesens Rechnung getragen und die ersten Tanklöschfahrzeuge angeschafft. Das Fahrzeug Opel Blitz LF 8 TS leistete bis in das Jahr 1986 wertvolle Dienste. 1964 hatte der Stadtrat einen Neubau für die Feuerwehr beschlossen, der im Jahr 1965 begonnen wurde. Die offizielle Einweihung wurde mit dem 100-jährigen Jubiläum 1968 gebührend gefeiert. Auch das 110-jährige Jubiläum war eine großartige Sache. In den 80er-Jahren begann eine schwierige Zeit, da vereinsinterne Probleme Rücktritte zur Folge hatten, die schwer zu kompensieren waren.

Ewald Hopfenmüller wurde dann Vorsitzender. Auch wurden in diesen Jahren die ersten mobilen Funkmeldeempfänger für die stille Alarmierung an die Feuerwehr ausgegeben. 1991 begann die großartige Jugendarbeit in der Weismainer Wehr. Das Amt des Jugendwartes bekamen 1992 Jochen Bauer und Georg Krapp. Das 125-jährige Jubiläum beging man mit einem imposanten Festzug mit 2500 Teilnehmern. Ein Höhepunkt für die Wehr war im Mai 1994 die Ernennung des aktiven Mitglieds Gerd Bauer zum Kreisbrandmeister.

1999 wurden die ersten Frauen in den Feuerwehrdienst aufgenommen. Es begann auch die Planung für den Geräthausneubau. Mehrere Tage hatten die Feuerwehrleute mit einem Großbrand in Weiden zu kämpfen. 2004 fand dann die Gerätehauseinweihung in der Michael-Dechant-Straße statt. 8000 Stunden Eigenleistung hatten die Mitglieder in der 24-monatigen Bauzeit geleistet.
2006 gehörten zehn Kameraden aus Weismain und das Katastrophenschutzfahrzeug LF 16/TS mit weiteren Einsatzkräften aus dem Landkreis zu einer Einheit, die in den 300 km entfernten Landkreis Regen zum Einsatz kamen. Hier waren wegen anhaltender, starker Schneefälle zahlreiche Gebäude einsturzgefährdet. In den ersten zehn Jahren des neuen Jahrtausends wurde eine konsequente Weiterentwicklung im Jugend- und Erwachsenenbereich betrieben, welche immer wieder erfolgreiche Mannschaften bei Feuerwehrwettbewerben zur Folge hatte. So gewann die Jugendfeuerwehr 2016 den Kreisjugendleistungsmarsch in Altenkunstadt zum vierten Mal in Folge.

Der letzte Höhepunkt war 2017 mit dem Kreisjugendfeuerwehrtag und dem 25. Kreisjugendleistungsmarsch bei der Weismainer Feuerwehr. Schirmherr und Bürgermeister Udo Dauer meinte, dass schon die früheren Weismainer Feuerwehrleute noch im Holzwagen und mit Handpumpen ausgestattet bereit waren, Feuer effektiv zu bekämpfen. In der heutigen Zeit hat sich viel verändert und die Anforderungen und Ansprüche an die Feuerwehrleute steigen ständig. Doch dies sei in Weismain alles gegeben und werde erfüllt. Dies gebe allen Mitbürgern ein gutes Gefühl, sich auf ihre Feuerwehren verlassen zu können.

Die Grüße des Landkreises überbrachte stellvertretender Landrat Helmut Fischer. Er wies nicht nur auf das Löschwesen der Wehren hin, sondern auch auf ihre nicht unwichtige gesellschaftliche Arbeit.
Kreisbrandrat Timm Vogler erklärte, dass es wenige Dinge gebe, die über Generationen und 150 Jahre Bestand hätten. Die Freiwillige Feuerwehr Weismain und ihr unermüdlicher Einsatz sowie ihre Hilfsbereitschaft gehören dazu, so Vogler.

Im Landkreis Lichtenfels wurde 2017 die Wehren 1210-mal zum Einsatz gerufen. Hier kann man erkennen welch ein Engagement Feuerwehrkräfte haben. Die steigende Komplexität der Einsätze bedeutet, dass eine umfangreiche und intensive Ausbildung für die Feuerwehren erforderlich ist. Hierzu gehört ein hohes Maß an Einsatz, Mut und Fachwissen, selbst unter der Gefährdung von Leib und Leben. Jedoch sind Feuerwehren wie in Weismain ständig auf dem neusten Stand.

Die Feuerwehrlandschaft wird sich in naher Zukunft gravierend verändern. Doch diese Veränderungen werden alle mitbestimmen und meistern. Vogler bezeichnete in seiner Rede die Feuerwehren als Bürgerinitiativen im besten Sinne des Wortes. Der zuständige Kreisbrandmeister und selbst Weismainer Matthias Müller lobte die Organisation. Was die Frauen und Männer der Wehr für ihre Mitbürger leisten, verdiene große Anerkennung. Bereitschaft, Tatkraft und schnelles Handeln zeichnen die Feuerwehrkameraden in Weismain aus, betonte er. Klaglos stellen sie sich Weiterbildungen und Leistungsprüfungen.

Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld freute sich, dass Jubiläum mitfeiern zu dürfen. "Wer 150 Jahre alt wird, muss robust, fit und mit Nachwuchs bestellt sein, sonst wäre ein derartiges Jubiläum nicht möglich. Unsere Feuerwehrleute verrichten Dienst rund um die Uhr, das ist alles andere als selbstverständlich." Da alles freiwillig geschehe, sei es umso höher zu bewerten, da Berufs- oder Betriebsfeuerwehren wesentlich teurer wären. Dies sollte bei Anschaffung wichtiger Ausrüstung von den Kommunen mehr bedacht werden.
Erhard Ströhl von der BAUR Group freute sich über die gute Zusammenarbeit mit der Weismainer Feuerwehr. Deshalb werde man die Kinder- und Jugendarbeit in diesem Jahr besonders unterstützen.

Vom Patenverein Altenkunstadt gratulierte Andreas Will zum Jubiläum. Was einst die Gründer begonnen haben, wurde bewahrt und ständig verbessert. Es gebe immer tatkräftige Idealisten, die Leben, Hab und Gut anderer sichern. Er wünschte sich weiter eine gute Zusammenarbeit und überreichte als Geschenk einen sehr modernen Feuerwehrmann aus Metall.

Vorsitzender Roland Säum und Kommandant Jochen Bauer revanchierten sich dafür mit einem Bild der Weismainer Künstlerin Elfriede Dauer mit Weismainer Stadtansicht. Für ihre langjährige Treue zur Weismainer Feuerwehr wurden geehrt für 70 Jahre Andreas Oppel, für 65 Jahre Josef Linz, für 30 Jahre Markus Dück, für 20 Jahre Tobias Pregler, Alexander Müller, Stefan Krause, Klaus Dück, Jan Bunzelt, Florian Düll und für 10 Jahre Jakob Krapp, Philipp Säum, Sven Hopfenmüller, Christian Zahn und Dominik Kaßner.

Vom stellvertretenden Landrat Helmut Fischer und Kreisbrandrat Timm Vogler wurden Ronny Reichenbach und Michael Dauer für 25 Jahre aktiven Dienst geehrt. Für besondere Verdienste im Feuerwehrwesen erhielten Georg Krapp und Thomas Säum das bayerische Ehrenkreuz in Silber. Georg Keilholz wurde für seine Verdienste für die Weismainer Feuerwehr zum Ehrenmitglied der Wehr ernannt. Eine besondere Ehrung wurde Markus Dück zuteil, der für seine Verdienste um die Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem Geschenk bedacht wurde. Roland Dietz