Endlich war es soweit: Vor fast genau neun Jahren war die Jahrhundertentscheidung für ein neues Krankenhaus in Lichtenfels gefallen. Am Samstag frühmorgens begann mit dem Patientenumzug das erste Kapitel des ersten nachhaltigen Krankenhauses mit der vollständigen Inbetriebnahme des Regiomed-Klinikums Lichtenfels.

"Heute wird es ernst", so stimmte Eva Gill, Krankenhausdirektorin in Lichtenfels, die Mitarbeiter der Intensivstation um 5.30 Uhr auf den bevorstehenden Umzug ein. Sie war zuversichtlich, den Umzug planmäßig vonstatten gehen zu lassen. Monatelange Planung, engagierte Mitarbeiter und eine verringerte Belegung von nur gut 100 Patienten, die vom Altbau in den Neubau verbracht werden mussten, ließen Eva Gill optimistisch sein. Auch Landrat Christian Meißner (CSU) und Regiomed-Hauptgeschäftsführer Joachim Bovelet sprachen den Mitarbeitern schon in den frühen Morgenstunden ihr vollstes Vertrauen für den Umzug aus und wünschten viel Erfolg. Nach sechs Jahren Bauzeit war auch dem Landrat die Aufregung des bevorstehenden Umzugs deutlich ins Gesicht geschrieben.


Patientenumzug von oben nach unten

Nachdem neun Patienten der Intensivstation in die neuen Räumlichkeiten verlegt worden waren, folgten die Patienten der Normalstationen des Altbaus in der Reihenfolge von oben nach unten. Damit war gewährleistet, dass die frisch gebackenen Muttis mit den Neugeborenen auf Station 1C den Tag ruhig beginnen konnten, da diese Station erst als letzte umziehen sollte.

Für den reibungslosen Ablauf des Umzugs wurde die Frühstückszeit nach vorne verlegt, und auch notwendige Pflegeleistungen sowie die Visite waren schon gegen 6.30 Uhr abgeschlossen. Dafür wurde in den beiden Häusern für diesen Tag parallel jeweils mit einer kompletten Frühschicht gearbeitet, so dass die Patienten sowohl im Altbau, als auch im Neubau optimal versorgt werden konnten.

Der erste Patient, den Landrat Christian Meißner und Hauptgeschäftsführer Joachim Bovelet im neuen Haus begrüßen konnten, war Dietmar Pfeiffer. Der freute sich über den Umzug, der für ihn völlig problemlos verlief. Besonders der Ausblick, die hellen und freundlichen Zimmer, das Entertainment-System und das Badezimmer hatten es ihm angetan.


Notaufnahme und Kreißsaal schon am frühen Vormittag eingeweiht

Der Kreißsaal im neuen Haus empfing bereits um 7 Uhr die erste Schwangere und auch in der Notaufnahme wurden ab 8.30 Uhr bereits ein Fahrradsturz und eine Kopfplatzwunde verarztet.
Gegen Mittag erblickte dann auch das erste Baby, ein kleiner Junge, im neuen Klinikum das Licht der Welt. Ein Ereignis, das den Ärztlichen Direktor des Klinikums und Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. med. Andreas Flessa, besonders freute. "Erst gegen 4.30 Uhr in der Nacht haben wir das letzte Baby im alten Haus entbunden, und keine acht Stunden später dürfen wir bereits ein Baby im Neubau begrüßen - ein toller Abschluss im alten Haus und was für ein schönes Geschenk zum Einzug!"


Besonderer Dank an alle Mitarbeiter und Helfer

Das Projekt Neubau geht nach Jahren der Planung in die Umsetzung. Unzählige Besprechungen, Sitzungen und Diskussionen waren nötig, um von der ersten Planung im Jahr 2003 über die Entscheidung Ende Juli 2009 zum jetzigen Abschluss zu kommen.

Eva Gills Dank ging an Landrat Christian Meißner, der mit eisernem Willen und starker Hand den Bau vorantrieb und die Idee von Altlandrat Reinhard Leutner (CSU), ein Klinik-Leuchtturmprojekt in Lichtenfels entstehen zu lassen, Wirklichkeit werden ließ. Aber auch der Verbund Regiomed und die Unterstützung aus den angeschlossenen Einrichtungen wollte sie nicht unerwähnt lassen. Viele helfende Hände hätten am Gelingen des Projekts mitgewirkt. Letztendlich hätten auch die Patienten, deren Angehörige und Besucher durch ihr Verständnis zu einem reibungslosen Ablauf beigetragen. Ihr ganz persönlicher Dank galt allerdings den Mitarbeitern des Klinikums selbst. Unermüdlich war deren Einsatz, nicht nur in den vergangenen Tagen - und voller Vertrauen hätten sich die Mitarbeiter auf das neue Haus und die damit verbundene Organisationsänderungen eingelassen. "Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben, und ich freue mich mit Ihnen auf den nächsten Abschnitt im Neubau", fasste Eva Gill den Tag zusammen.