Von läutenden Glocken und der Bevölkerung wurden am Sonntagabend die 80 Teilnehmer der 171. Gößweinstein-Wallfahrt der Pfarrgemeinde Mistelfeld empfangen. Kurz vor 19.30 Uhr wurde die Pilgergruppe vor den Toren des Ortes begrüßt und nach einem feierlichen Zug durch die Straßen ging es in die Sankt-Andreas-Kirche.
Die Freude stand den Wallfahrern nach der 106 Kilometer langen Wegstrecke bei der Ankunft in Mistelfeld ins Gesicht geschrieben. Das Wetter hatte es gut gemeint mit ihnen. Als es regnete, machten die Pilger Pause, so dass die Wallfahrer nur vom Schweiß nass wurden. Bei den Einwohnern, die die Heimkehrer mit Blumensträußen willkommen hießen, bedankten sie sich mit Bonbons und Mitbringseln wie Pfefferkuchen aus dem Gnadenort.


Feldwege und Teerstraßen

Der Startschuss für die Wallfahrt zum größten Dreifaltigkeitswallfahrtsort Deutschlands war am Freitag frühmorgens gefallen. Über Klosterlangheim, Lahm und Eichig ging es nach Kleinziegenfeld, wo nach 16 Kilometer die erste Rast eingelegt wurde. Von dort maschierte man nach Wotzendorf und Eichenhüll. Über Krögelstein ging es nach Hollfeld zur Mittagspause. Über Feldwege und Teerstraßen führte die Route dann nach Waischenfeld, wo die Pilger am Abend nach 42 Kilometer Fußmarsch von den Einwohnern des Luftkurortes erwartet wurden. Nach der Übernachtung ging es am Samstagmorgen nach Oberailsdorf und über die Behringermühle nach Gößweinstein. Dort besuchten die Mistelfelder Wallfahrer um 7 Uhr den Gottesdienst in der päpstlichen Basilika und um 9.15 Uhr beteten sie einen Kreuzweg.
"Auswallen" hieß es nach einem kurzen Aufenthalt mit Mittagspause dann um 13.15 Uhr. Nach erneuter Übernachtung in Waischenfeld führte der Weg nach Hollfeld, wo um 7.30 Uhr ein Sonntagsgottesdienst gefeiert wurde. Erneut über Krögelstein, Lahm und Klosterlangheim ging es wieder zurück nach Hause.
"Ein besonderes Erlebnis auf unserem Rückweg war für jeden Wallfahrer am Sonntagfrüh gegen 6.30 Uhr wieder die Begegnung mit der Lichtenfelser Wallfahrt zwischen Plankenfeld und Stechendorf. Hierbei spielen die Musiker aus Mistelfeld und Lichtenfels gemeinsam ein Lied", erzählte Wallfahrtsführer Thomas Hiller.
Bürgermeister Andreas Hügerich begrüßte die zurückgekehrten Wallfahrer nach drei anstrengenden Tagen in der Pfarrkirche. Er überreichte den beiden Wallfahrtsführer Thomas Hiller und Jürgen Panzer einen Blumenstrauß.
Pfarrer Henryk Chelkowski sprach den Teilnehmer seine Hochachtung aus. "Die Wallfahrt nach Gößweinstein ist ein Fest der ganzen Gemeinde. Es ist eine besondere Tat, es ist nicht Tourismus, sondern etwas für die Seele", so die Geistlichkeit weiter. Anschließend spielten die Musiker der Leuchsentaler Blasmusik einen Choral. Wallfahrtsführer Thomas Hiller lobte die gute Disziplin in der Gruppe sowie das eifrige Mitsingen und Mitbeten. Sein Dank galt den Wallfahrtsmusikern, die den Pilgerzug während der gesamten Strecke begleiteten. Ebenso würdigte er den Einsatz aller Helfer sowie seinem 2. Wallfahrtsführer Jürgen Panzer, der ihn beim Vorbeten unterstützte.
Acht Pilger feierten in diesem Jahr ein Jubiläum: Hermann Schuberth wurde für seine 40. Teilnahme geehrt. Er hat vorbildlich die Verkehrssicherheit der Wallfahrt geprägt und weiterentwickelt. Von der Pfarrei erhielt Schuberth eine handbemalte Holztafel sowie einen Blumenstrauß überreicht. Einen Teller mit der Ansicht von Gößweinstein gab es für Martin Bauer, Andrea Wagner, Markus Höppel und Matthias Wagner, die zum 25. Mal dabei waren. Julian Geldner, Markus Holhut und der Musiker Stephan Schuberth wurden für ihre zehnte Teilnahme am Gebetsgang geehrt.
Nach dem Segen durch Pfarrer Henryk wurde auf den Dankgottesdienst mit Prozession hingewiesen, der traditionell an Fronleichnam stattfindet. Er beginnt am Donnerstag, 31. Mai um 8.30 Uhr in der Sankt Andreas Pfarrkirche. Im Anschluss findet ein Pfarrfest mit Frühschoppen, Mittagessen und Kaffee statt. Mit dem Abendlied "Leise sinkt der Abend nieder" endete die Gößweinsteiner Wallfahrt.