Sie sind die Hüter eines sehr wertvollen Schatzes: die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Naturschutzwacht. Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass unsere heimische Natur intakt bleibt. Als Bindeglied zwischen Bevölkerung und Landratsamt informieren sie vor Ort nicht nur über den richtigen Umgang mit der Natur, sondern überwachen auch die Einhaltung der Naturschutzgesetze.

Wilhelm Ebitsch aus Kleukheim war über 20 Jahre lang als Naturschutzwächter aktiv. Zwar musste er das Ehrenamt kürzlich aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, doch das heißt nicht, dass er nun die Füße hochlegt - ganz im Gegenteil, wie er bei einer exklusiven Führung rund um Kleukheim zeigt.

Der Natur eine Chance geben

Dass der Naturschutz bereits vor der eigenen Haustüre beginnt, ist für den 79-Jährigen eine Selbstverständlichkeit. In seinem wunderbar wilden Garten gibt er der Natur die Chance, sich selbst zu entwickeln, und diese Strategie trägt im wahrsten Sinne des Wortes Früchte: Die Obstbäume sind voll mit saftigen Birnen, Quitten und Äpfeln. Es ist so viel vorhanden, dass er einen großen Teil davon verkaufen kann, unter anderem an eine Bamberger Gärtnerei, die daraus leckere Gelees zubereitet und direkt vermarktet. Auch sein Gemüsebeet gedeiht prächtig, ohne dass er mit chemischen Mitteln eingreifen muss. "Wenn Tomatenpflanzen an der richtigen Stelle platziert werden, lassen sich damit ganz natürlich Schädlinge fernhalten", erklärt er. Für seinen naturnahen Garten ist er bereits von der Bayerischen Gartenakademie ausgezeichnet worden.

Die Zertifizierung "Bayern blüht - Naturgarten" steht übrigens jedem Freizeitgärtner offen und soll dazu beitragen, mit dem eigenen Garten ein blühendes Zeichen gegen Kies und Schotter zu setzen. Sorge bereiten Wilhelm Ebitsch die viel zu heißen Sommer in den vergangenen drei Jahren. Darunter leiden unter anderem die Kastanien, wie sich nicht nur in seinem Garten, sondern auch auf der Tour quer durch Kleukheim zeigt. Was man dagegen tun könne? "Die Bäume müssen unbedingt gegossen werden", sagt der Experte und meint damit auch die von der Trockenheit betroffenen Straßenbäume in Dörfern und Städten. Tatsächlich gab es in Deutschland in diesem Jahr bereits derartige Initiativen, beispielsweise in Berlin, wo Naturschützer zum Bäumegießen aufgerufen hatten. Im Vergleich zu Kastanien scheint es glücklicherweise auch Baumarten zu geben, welche die Trockenheit besser vertragen. Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man auf den Spuren der prachtvollen Baumriesen in und um Kleukheim unterwegs ist. Sowohl im Ortskern als auch an den Rändern des beschaulichen Dorfes thronen 300 Jahre alte Walnussbäume ebenso wie ehrwürdige Eichen und Linden, von denen einige bereits als Naturdenkmäler ausgewiesen und somit unter besonderen Schutz gestellt wurden. Ab und an tauchen auch Exemplare auf, die auf den ersten Blick "tot" wirken mit ihren kahlen, grauen Ästen.

Wichtige Rückzugsräume

Doch wie Wilhelm Ebitsch erklärt, spielen auch sterbende Bäume eine wichtige Rolle für die Artenvielfalt: "Es sind wichtige Rückzugsräume, nicht nur für Insekten. Wo möglich, sollte man solche abgestorbenen Bäume unbedingt stehen lassen."

Wer mit dem ehemaligen Naturschutzwächter unterwegs ist, merkt schnell, dass er sich mit Leib und Seele dem Erhalt von Bäumen verschrieben hat. Doch es ist ein Kampf, den er manchmal auch verloren hat. So musste beispielsweise am südlichen Ortseingang von Kleukheim eine prachtvolle Linde ihr Leben lassen, nur weil dem Grundbesitzer der freie Blick auf das dortige Flurkreuz wichtiger war. "Dabei hatten unsere Vorfahren gute Gründe, gerade bei Kreuzen Bäume zu pflanzen, denn sie sollen symbolisch auf die Größe und Mächtigkeit Gottes hinweisen", so Wilhelm Ebitsch.

Besonders am Herzen liegen ihm außerdem die Obstbäume in seinem Ort, wo er sich engagiert dafür eingesetzt hat, dass sieben Obstwiesen wieder nachgepflanzt werden. Abgesehen vom richtigen Schnitt, der laut dem Experten übrigens nicht zu radikal sein sollte, spricht sich der Kleukheimer ebenfalls dafür aus, Hecken um Streuobstwiesen anzulegen. "Damit lassen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen sorgen die Hecken für ausreichend Feuchtigkeit und zum anderen wird Lebensraum für Tiere geschaffen."

Die Augen offen halten

Auch wenn seine aktive Zeit bei der Naturschutzwacht vorbei ist, wird Wilhelm Ebitsch weiterhin die Augen offen halten und darauf achten, dass sich die Natur in Kleukheim prächtig entwickeln kann. Schließlich geht es für ihn dabei auch darum, einen Teil der Schöpfung zu bewahren und das Erbe der Vorfahren zu ehren - das jedenfalls tut er täglich, wenn er im Garten auf seinem Lieblingsplatz sitzt und den Blick über die alten Bäume schweifen lässt, die von seinem Vater und seinem Sohn dort gepflanzt wurden.