Zur Eröffnung der ersten Fotoausstellung "Es lebe der Sport" mit Aufnahmen des Sportfotografen Klaus Gagel im Michelauer Rathaus durfte Bürgermeister Helmut Fischer am Montag zahlreiche Besucher begrüßen. Der Vorraum zum Bürgermeisterbüro im zweiten Stock des Michelauer Rathauses bot sich dafür geradezu an, allein weil ausreichend Platz vorhanden ist und die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden kann.

"Die Herausforderung der Sportfotografie besteht darin, den entscheidenden Moment einer sportlichen Aktion und den Blick in die Gesichter der Sportler festzuhalten", erklärt Klaus Gagel. Der Michelauer zeigt Aufnahmen, die bereits bei einer Ausstellung für die Kulturinitiative Kulmbach in Presseck gezeigt wurden. Da auf den Aufnahmen auch heimische Sportler von örtlichen Vereinen abgebildet sind, bot es sich für den Fotografen an, seine Bilder auch in Michelau zu zeigen.


Erfahren und vielseitig

Gagel fotografiert seit etwa 50 Jahren. Von der Natur- und Makrofotografie kam der Autodidakt zur Sport-, Portrait- und Modelfotografie. Gagel war ehemals Schulleiter am Caspar-Fischer-Gymnasium in Kulmbach und langjähriges Mitglied der ehemaligen Arbeitsgemeinschaft Fotografie (AGFO) der Kulturgemeinde Burgkunstadt. Heute ist er stellvertretender Vorsitzender des Film- und Fotoclubs Michelau. Als Bildberichterstatter ist Gagel seit Jahrzehnten für mehrere regionale Tageszeitungen tätig - auch für diese.

Gezeigt werden knapp 30 Aufnahmen, die eine breite Palette sportlicher Aktivitäten repräsentieren. Aber auch Fotografien von etwas ungewöhnlicheren Sportarten wie Turniertanz, Poledance oder Männerballett sind Teil der Ausstellung.


Der Bruchtest

Von einer intensiven atmosphärischen Dichte ist die Aufnahme eines Zweikampfs geprägt, die Gagel bei einem Handballturnier gelang. Der Gesichtsausdruck des Handballers spricht Bände. "Ich schau gerne den Sportlern ins Gesicht", sagt der Fotograf, der die Herausforderung auf beiden Seiten sieht. Beim Sportler, der im entscheidenden Moment eine Höchstleistung abrufen muss, und beim Fotografen, der diesen Bruchteil einer Sekunde mit dem Objektiv festhält. Einer dieser entscheidenden Momente ist Gagel bei einem als "Bruchtest" bekannten Vorgang gelungen. Die Aufnahme zeigt exakt jene Bewegung, in der der Kämpfer das Brett mit einem gezielt gesetzten Fußtritt zerteilt. Einige Aufnahmen sind im Studio entstanden. Beispielsweise der Speerwerfer oder der Sportler am Minibarren. Eine geschickt platzierte Studiobeleuchtung arbeitet die angespannte Muskulatur heraus. Berührend dagegen die Aufnahmen der behinderten Sportler in ihren Sportrollstühlen. Eine Aufnahme, die Mut macht, auch mit einem noch so schweren Schicksalsschlag fertig zu werden.

Als besondere Techniken wendet Klaus Gagel bei Bedarf Kurzzeitbelichtung, Mehrfachbelichtung oder präzises Mitziehen der Kamera an. Letztere Technik ist bei seinen Aufnahmen eines Radrennfahrers zu sehen. Als letztes Instrument nennt der Fotograf die Beherrschung eines Bildbearbeitungsprogramms.

Bei der Ausstellungseröffnung, die sich eines regen Interesses erfreute, durften Besucher auch einigen Fachgesprächen lauschen. Die Ausstellung ist noch bis Ende August im Anbau des zweiten Stocks im Michelauer Rathauses zu sehen.