Das Summen der Dreschmaschine und das Brummen von zwei Dieselmotoren legten einen Hauch von Nostalgie über den Dorfplatz.
Vorsitzende Carmen Bauer verhehlte nicht, dass allein das Team um die Dreschgenossenschaft, allen voran Georg Pornschlegel, über 100 Arbeitsstunden geleistet hätte.
Gertrud Faulstich und ihr Mann Baptist sind seit Jahren treue Besucher des Festes. Beim Thema Kuchen und Dreschen fühlt sich Getrud Faulstich sofort zurückversetzt in ihre Kindheit: "Bei bestimmten Bauern gab es für uns Kinder ein Stück Kuchen. Das bleibt einem in ewiger Erinnerung. "
Mit der Sirene kündigte Kilian Klemens die Dreschvorgänge an. "Alles läuft heute gut", meinte Georg Pornschlegel. Dreschmaschine und Presse sind nach einem Probelauf am Samstag aufeinander abgestimmt. Das Dreschgespann besteht aus dem Antriebsmotor, einem 14-kw-Elektromotor der Marke Siemens-Schuckert, der Dreschmaschine der Firma Hummel aus Ehrenstein beim Ulm sowie der Strohpresse der Firma Raussendorf, Typ Wotan.
Ständig umlagert war eine kleine Ausstellung mit acht Getreidesorten und den entsprechenden Ähren. Die Mutter eines sechsjährigen Sohns freut sich: "Wenn ich früher mit meinen Eltern unterwegs war, dann wurden mir auch die Getreidesorten erklärt - schön, dass es diese kleine Ausstellung gibt, man kann Kindern Wissen anschaulich vermitteln. "
Interessiert unterhält sich Ingrid Paul aus Erlangen an der Dreschmaschine mit Georg Pornschlegel. "Ähren in der Hand zu halten, erinnert mich an meine Kindheit: 1940 kam wir aus dem Sudetenland nach Forchheim. Wenn gedroschen wurde, waren wir beim Bauern - Ähren sammeln und einfach so nah wie möglich dabei sein", erzählt die Seniorin. "Wenn Brotzeit gemacht wurde, dann gab es für uns ein Butterbrot. Das schönste Erlebnis hinterher: Wir durften im Dorfweiher baden; das war dann auch wirklich notwendig!"
Gerhard Edelmann holt über
"Wo ist der Fährmann?", ertönt ein Ruf. Gerhard Edelmann setzt sehr zur Freude zahlreicher Wanderer und Radfahrer mit seinem Kahn auf dem Main über. Man freut sich über das nicht alltägliche Erlebnis. So wie das Ehepaar Münchenbach mit den beiden Kindern im Alter von zwölf und sieben Jahren. "Einfach cool", meinen die Kinder. Zwei weitere Raritäten bereichern an diesem Tag das Geschehen: Fred Walther aus Schney hat seinen stationäre "Kraftmaschine", Baujahr 1911 bis 1920, in Betrieb gesetzt. Über 100 Stunden Arbeitszeit hat er investiert, und so läuft der Motor wie anno dazumal. In einer entsprechenden Legende zur Maschine war auch zu lesen, dass es zwischen 1900 und 1920 an die tausend Hersteller solcher Motoren in Deutschland gegeben hat.
Ein Urgestein mit Wurzeln in Nedensdorf, nämlich ein Standmotor Güldner GL 11, zieht interessierte Blicke auf sich. Am 23. Juli 1937 kaufte ihn Josef Nawrocki für seine Schreinerei in Nedensdorf für umgerechnet 1290 Euro. 1955 wurde der Motor still gelegt und war 63 Jahre außer Betrieb. Andreas und Matthias Nawrocki sowie Wolfgang Strohmer nahmen sich des Unikats an. Schon allein das Starten des Motors mit der Handkurbel findet breites Interesse.
Nach Beendigung der Vorführungen heißt es für Georg Pornschlegel, Ludwig, Ralf und Kilian Klemens, Sebastian und Jürgen Bauer, Maria Schneider, Tobias Pospischil und Niklas Cichy aufräumen und sich dann bei einer verdienten Brotzeit am Tisch zu versammeln. Der Dank der Vorsitzenden ist dem gesamten Helferteam gewiss - inbegriffen sin die zahlreichen Kuchenspender.