Die "Egerländer Blasmusik Neusiedl am See", die "Böhmischen Franken" und die "Blaskapelle Tidirium" waren die drei musikalischen Höhepunkte, die der Musikverein Uetzing-Serkendorf anlässlich des vierten Blasmusikfestivals "Ein Böhmischer Traum" holte. Sein Versprechen löste Organisator Marcus Ultsch ein, dass der "Böhmische Traum" wieder eine außergewöhnliche Veranstaltung werde, die es so in der Region kein zweites Mal gebe.

Die "Egerländer Blasmusik" unter der Leitung Florian Ebert aus Lauf bei Zapfendorf eröffnete den musikalischen Reigen. Als Weltklassetrompeter beeindruckte Solist Helmut Zsaitsits mit Passagen aus dem "Karneval von Venedig". In atemberaubendem Tempo zog er die Töne über zwei Oktaven, nur begleitet von den Posaunen. Nicht weniger eindrucksvoll glänzte Solist Stefan Grausgruber aus Niederösterreich mit dem Tenorhorn. Er führte auch die Löffelpolka in zünftiger Koch- und Konditormontur vor. Sängerin Stephanie Herold aus Kasendorf erfreute mit ihrer warmen und akzentuierten Darbietung. Durch das Programm führte Magdalena Schwellensattl aus Südtirol.


Ambitionierte Amateure

"Die Böhmischen Franken", ambitionierte Amateure, allesamt Spezialisten auf ihrem Instrument und hervorragende Solisten, folgten im zweiten Konzertteil. Das Publikum war begeistert von den Musikanten aus allen drei fränkischen Regierungsbezirken, die Freude daran haben, ideenreich, detailliert und präzise zu spielen. Dirigent war Robert Bernt.

Ein Heimspiel hatte Ruppert Motschenbacher als Solist mit dem Bariton. Er leitete die Uetzinger Blaskapelle einige Jahre als Dirigent. Immer wieder riefen die Zuhörer nach Zugaben, als er gemeinsam mit Edgar Nitsche (Flügelhorn) die "Bohemien Lovers" von der Bühne blies. Ein weiterer Höhepunkt war das Klarinettensolo mit Stefanie Held und Jürgen Friedrich, die mit dem "Gesang der Lerche", eine fränkische Volksweise, den Frühling herbeisehnten. Als Moderator unterhielt Dominik Eger vortrefflich das Publikum.


Authentisch und originell

Authentizität und Originalität, gepaart mit viel Liebe zum Detail und dem nötigen Quäntchen Wahnsinn, das war die "Blaskapelle Tidirium" im dritten Konzertteil. Sie wurde im Herbst 2003 von Mario Zsaitsits gemeinsam mit begeisterten Musikanten aus allen Himmelsrichtungen rund um Wien gegründet.

Der Name der Kapelle ist dem sechsten Teil der "Krieg-der-Sterne"-Saga entlehnt, in der eine Raumfähre namens "Tydirium" in einer fernen Galaxis die Rebellen zu der entscheidenden Schlacht führt. Das Ensemble verstand mit Musikalität und Eigenkompositionen, mit viel Freude und Humor das Publikum in seinen Bann zu ziehen und zu unterhalten. Heute leitet Helmut Zsaitsits die Kapelle und arbeitet unermüdlich daran, die böhmisch-mährische Blasmusik wieder dorthin zu bringen, wo sie denken, dass sie hingehört: in die Herzen der Menschen.


Starke Anziehungskraft

Das knapp fünfstündige Konzert zeigte, dass die böhmisch-mährische Blasmusik ihre Anziehungskraft nicht verloren hat. Die Zuhörer erlebten, wie sehr diese Musik erfreut, entspannt sowie gleichzeitig erhebend wirkt. Auch die Kapellen im Landkreis Lichtenfels, insbesondere der Musikverein Uetzing-Serkendorf, pflegen diese Musiktradition.