Unbekannte Täter erbeuteten mit einer perfiden Betrugsmasche zwischen Mitte Januar und Ende Februar 2026 einen hohen fünfstelligen Geldbetrag von einem Anleger aus dem Landkreis Lichtenfels. Die Kriminalpolizei Coburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Davon berichtete das Polizeipräsidium Oberfranken am Dienstag (17. März 2026).

Ein 57-jähriger Mann aus dem Lichtenfelser Land erhielt Mitte Januar eine Facebook-Anfrage von einer ihm unbekannten vermeintlichen Nutzerin. Die Täter gaukelten Interesse an einer Liebesbeziehung vor und schickten ihm einschlägige Nachrichten. Nach kurzer Zeit schwenkte das Gesprächsthema allerdings auf eine angeblich erfolgreiche Online-Geldanlage.

Online-Bekanntschaft lockt Mann aus Oberfranken in Anlage-Falle - 80.000 Euro futsch

Die Täter animierten den Oberfranken, die Trading-Plattform selbst auszuprobieren. Tatsächlich eröffnete der 57-Jährige ein Handelskonto und überwies mehrere Zahlungen. Nachdem er insgesamt bereits etwa 80.000 Euro transferiert hatte, jedoch trotz einiger Versuche keinerlei Auszahlung erhielt, schöpfte er Verdacht und wandte sich an die Polizei. 

Nach ersten Erkenntnissen der Kriminalpolizei Coburg handelt es sich um einen sogenannten "Trading Scam". Bei diesem Betrugsphänomen versuchen oft aus dem südostasiatischen Raum agierende Täter zunächst, über soziale Medien eine emotionale Bindung zu potenziellen Opfern aufzubauen. Sobald sie ein gewisses Anfangsvertrauen gewonnen haben, verleiten die Täter zu angeblich lohnenden Investitionen in Anlagen oder Kryptowährungen auf gefälschten Plattformen. Allein der bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern bekannte Gesamtschaden des Phänomens beläuft sich inzwischen auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Die Polizei Oberfranken rät: Man sollte bei schnellen Wechseln von emotionalen Beziehungen zu vermeintlich lukrativen Anlagetipps misstrauisch werden. Das gilt auch bei Verweigerung persönlicher Treffen oder Videotelefonate und bei Zahlungsaufforderungen in Kryptowährungen. Verdachtsfälle sollte man umgehend bei der örtlichen Polizei melden.