In der Nacht auf Mittwoch (1. Juli 2026) ist im Lichtenfelser Ortsteil Trieb eine Lagerhalle eines Bestattungsunternehmens vollständig ausgebrannt. "Als zum Brand an der Lagerhalle gerufen wurde, rückten mehrere örtliche Feuerwehren und wir aus", erklärt der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Lichtenfels, Andreas Leikam, gegenüber inFranken.de. Die Halle habe bereits vollständig gebrannt, als die Feuerwehren ankamen.
 
"Nach einer ersten Begutachtung war uns und den anderen Feuerwehren klar, dass niemand da rein kann. Von außen löschen war unsere einzige Option, da sonst Lebensgefahr für unsere Leute geherrscht hätte." Da um die Halle herum andere Industriegebäude und ein Autohaus sind, sei die größte Sorge der Schutz der umliegenden Infrastruktur und Natur gewesen. "Das wäre sehr aufwendig und langwierig geworden, also wurde das LUF nachgefordert. Es war unsere einzige Möglichkeit, im Gebäude zu löschen, ohne Leute zu gefährden", sagt Leikam.

Brand in Lichtenfels: Effektiver Löschangriff ohne Risiko für Einsatzkräfte

Das sogenannte LUF 60, ein Lösch- und Unterstützungsfahrzeug,  gehört eigentlich der Firma Baur Hermes Fulfilment (BHF) in Altenkunstadt. Das Fahrzeug ist über Funk ferngesteuert und parkt normalerweise auf einem Stellplatz in direkter Nähe zum Lager von BHF. Der Sprecher erklärt:"Die Feuerwehren Altenkunstadt und Burgkunstadt haben Leute ausgebildet, die den Roboter steuern können, LUF-Piloten quasi." Diese holen das Fahrzeug auf einem Anhänger vom Parkplatz und bringen es zusammen mit ihrem Einsatzwagen an die geforderte Stelle. Über Funksteuerung kann der Roboter ins Gebäude gefahren werden und dort den Brand bekämpfen.
 
"Ein solcher Brand ist schwer zu löschen. Ohne den Roboter hätten wir ausschließlich von außen löschen und dann einzelne Gebäudeteile mit schweren Maschinen abtragen müssen, um Glutnester löschen zu können. Das hätte einige Zeit gedauert und wäre eine große Belastung für alle Einsatzkräfte gewesen", sagt Leikam. Im Einsatz wurde auch ein Fahrzeug beschädigt. "Es wird sehr heiß bei solchen Bränden, das Fahrzeug ist mehr oder weniger angeschmolzen. Der Einsatz des Geräts war auch eine Möglichkeit, zu kühlen", erklärt der Feuerwehrmann.
 
Das LUF 60 wurde vor rund drei Jahren als Teil eines Entrauchungskonzepts in der damals neugebauten Logistikhalle von BHF angeschafft. Dieses Konzept entstand in Zusammenarbeit mit der Brandschutzdienststelle des Landratsamts Lichtenfels – inklusive einer Vereinbarung, dass das Gerät bei Großeinsätzen in der Region genutzt werden darf. Kreisbrandrat Timm Vogler schreibt in einer Pressemitteilung: "Wir freuen uns sehr darüber, dass Baur Hermes Fulfilment das bisher einzige LUF 60 in Nordbayern auch für Einsätze in unserem und angrenzenden Landkreisen zur Verfügung stellt." 

"Eigentlich funktioniert es wie eine Schneekanone"

Das LUF 60 kann mehrere Aufgaben übernehmen. Es dient zum Entrauchen und Belüften und kann gleichzeitig Wasser zur Brandbekämpfung einsetzen. "Aus 2.400 Liter Wasser pro Minute erzeugt der Roboter einen vernebelten Wasserstrahl, auch der Einsatz von Schaum ist möglich", heißt es in einer Mitteilung der Feuerwehr. Der Sprecher beschreibt die Funktionsweise anschaulich: "Eigentlich funktioniert es wie eine Schneekanone, zumindest ähnlich." 
 
Rund 260 Einsatzkräfte waren vor Ort, mehrere Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. Das Feuer konnte nach etwa eineinhalb Stunden unter Kontrolle gebracht werden – der Sachschaden geht in die Millionen.
 
Anwohner und Mitarbeiter waren nach dem Brand erschüttert.  In der Nacht zog eine schwere Gewitterzelle über Oberfranken. Zahlreiche Blitze wurden in der Region registriert – auch über Lichtenfels. Ob ein Zusammenhang besteht, ist derzeit offen. Brandermittler und ein Gutachter untersuchen aktuell die Ursache des Feuers.